VSJF-Newsletter Nr. 44
VSJF-Redaktion, 15.02.2010

1. EDITORIAL - Grüße aus der Redaktion
Editorial vom Vorsitzenden der VSJF

2. NEUES AUS DER VEREINIGUNG
Protokoll – VSJF-Mitgliederversammlung 2009
Bericht – Jahrestagung 2009 (20.-22. November 2009, Berlin)
Ankündigung – Jahrestagung 2010 (26.-28. November 2010, Frankfurt am Main)
Bericht – Fachgruppe Bildung und Erziehung
Bericht – Fachgruppe Kultur und Medien
Bericht – Fachgruppe Politik
Bericht – Fachgruppe Soziologie und Sozialanthropologie
Bericht – Fachgruppe Stadt- und Regionalforschung
Bericht – Workshop „Geschlechterforschung zu Japan“
Bericht – Publikationsworkshop
Bericht – Redaktionsworkshop VSJF-Newsletter

3. WISSENSCHAFTLICHE AKTIVITÄTEN
3.1 TAGUNGSANKÜNDIGUNGEN
Ankündigung – Creating Cities: Culture, Space... (Februar 2010, München)
Ankündigung – Drittes Deutsch-Japanisches Verbraucherforum (März 2010, Tokyo)
Ankündigung – European-Japanese Dialog on Non-Proliferation (März 2010, Tokyo)
Ankündigung – MISHIMA! Worldwide Impact and Multi-Cultural Roots (März 2010, Berlin)
Ankündigung – Symposium: Biodiversität (März 2010, Berlin)
Ankündigung – DIJ Forum: Policing obesity in Japan... (April 2010, Tokyo)
Ankündigung – Reform der Hochschulen in Japan und Deutschland... (Mai 2010, Berlin)
Ankündigung – 8th Crossroads in Cultural Studies Conference (Juni 2010, Hong Kong)
Ankündigung – Asian Studies Conference Japan (Juni 2010, Tokyo)
Ankündigung – Inter-Asia Popular Music... (Juni 2010, Hong Kong)
Ankündigung – Summer School: Japanisches Recht (Juli/August 2010, Frankfurt am Main)
Ankündigung – Japanisches Wirtschaftsrecht (September 2010, Frankfurt am Main)
Ankündigung – Intercultural Crossovers,... (September/Oktober 2010, Köln)
Ankündigung – Life Course and Life Style in Comparison (Oktober 2010, Tokyo)

3.2 CALL FOR PAPERS
Call for Papers – The Nexus of Migration and Masculinity... (Stichtag: 19.02.2010)
Call for Papers – Modern Sports in Asia: Cultural Perspectives (Stichtag: 22.02.2010)
Call for Papers – Transnational Labour Migration... (Stichtag: 26.02.2010)
Call for Papers – Cultural Typhoon 2010 (Stichtag: 28.02.2010)
Call for Papers – Asian Diversity in a Global Context (Stichtag: 01.03.2010)
Call for Papers – Fatherhood in the 21st Century Asia... (Stichtag: 01.03.2010)
Call for Papers – Conference on Ecological Discourse Taiwan (Stichtag: 09.03.2010)
Call for Papers – NAJAKS Conference: Bridging Japan and Korea (Stichtag: 10.03.2010)
Call for Papers – BAJS Conference (Stichtag: 15.03.2010)
Call for Papers – National Asia Research Program (Stichtag: 31.03.2010)
Call for Papers – Sustainable Asia: Challenges... (Stichtag: 01.05.2010)
Call for Papers – Association for Asian Studies - Conference (Stichtag: 14.05.2010)
Call for Papers – Dt. Japanforschung: Bilanz und Perspektive (Stichtag: 17.05.2010)

3.3 NEUERSCHEINUNGEN
Neuerscheinungen – Bildung und Erziehung
Neuerscheinungen – Kultur und Medien
Neuerscheinungen – Politik
Neuerscheinungen – Soziologie und Sozialanthropologie
Neuerscheinungen – Stadt- und Regionalforschung
Neuerscheinungen – Wirtschaft
Neuerscheinungen – Geschlechterforschung
Artikel von VSJF-Mitgliedern
Neuerscheinungen – Sonstiges

3.4 PROJEKTE (FORSCHUNG ODER LEHRE)
Neues Forschungsprojekt an der Universität Hamburg
Neue weltweit einzige Ausbildung zum Konferenzdolmetscher Japanisch-Deutsch an der Universität Heidelberg

3.5 RESSOURCEN
Stipendien – Canon Foundation
Stipendien – DFG-Graduiertenkolleg 1613 "Risk and East Asia"
Stipendien – JSPS-Forschungsstipendium für Postdoktoranden
Stipendien – Monbukagakusho
Stipendien – Stipendium zur Förderung der japanbezogenen Forschung
Stipendien – Toshiba International Foundation Fellowship

4. NACHWUCHS
4.1 BACHELOR-, MASTER-, MAGISTER- UND DIPLOMARBEITEN
Magisterarbeiten – Berlin
Magisterarbeiten – Frankfurt
Magisterarbeit – Hamburg
Magisterarbeit – Heidelberg
Abschlussarbeiten – Leipzig
Staatsexamensarbeit – Trier
Abschlussarbeiten – Wien

4.2 DOKTORARBEITEN
Doktorarbeit – Freiburg
Doktorarbeit – Düsseldorf
Doktorarbeit – Halle
Laufendes Dissertationsprojekt – Berlin

5. ANHANG

1. EDITORIAL - Grüße aus der Redaktion
Liebe Leserinnen und Leser,

zum 44. Newsletter im Februar 2010 begrüßen wir Sie herzlich mit den besten Wünschen für das bereits fortgeschrittene Jahr. Passend zum Jahreswechsel ist über Neuerungen zu berichten, die Sie dem Newsletter anmerken werden.

Ab dieser Ausgabe erfolgt eine thematische Gliederung der Tagungsankündigungen und Neuerscheinungen in der Rubrik „Aktuelles weltweit“ nach den Schwerpunkten der Fachgruppen. Die Rubrik „Meldungen von Mitgliedern“ entfällt damit, da diese in die anderen Rubriken integriert werden. Außerdem gliedern wir nun die Abschlussarbeiten des „Nachwuchses“ nach Universitäten. Wir hoffen, Ihnen mit dieser neuen Struktur eine bessere Übersicht über die weltweiten Neuigkeiten unseres Faches ermöglichen zu können.

Neues gibt es außerdem bei der Zusammensetzung des VSJF-Vorstandes, welcher auf der Mitgliederversammlung im Rahmen der letzten Jahrestagung gewählt wurde. Dies schlägt sich im Grußwort des frisch gewählten 1. Vorsitzenden Herrn PD Dr. Brumann nieder. Wir möchten an dieser Stelle sowohl ihm als auch den anderen Gewählten zu ihren neuen Posten gratulieren und Ihnen in unser aller Sinne ein früchtetragendes Engagement wünschen.

Hier ist auch der Schwerpunkt dieses Newsletters abzulesen. Er liegt auf den Ergebnissen der VSJF-Jahrestagung, die Ende November unter dem Titel „Risk and East Asia“ stattfand. Für alle, die es nicht nach Berlin schaffen konnten, geben die Berichte der Fachgruppen Auskunft.

Geändert hat sich ebenso turnusgemäß bei der Jahrestagung das Redaktionsteam. Näheres dazu können Sie im Bericht des Redaktionsworkshops erfahren. Für die nächsten beiden Ausgaben hoffen wir, Ihnen interessante Inhalte zu präsentieren. Diese Gelegenheit möchten wir außerdem nutzen, um uns sowohl bei Alice Buschmeier als auch bei denjenigen zu bedanken, die uns Beiträge geliefert und damit den Newsletter ermöglicht haben!

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Redaktionsteam!

Eveline Hanke (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
Sebastian Heindel (Universität Leipzig)
Hannah Eirene Janz (Freie Universität Berlin)
Johannes Kiener (Universität Wien)
Niels Kobschätzki (Freie Universität Berlin)
Lisa Rodyk (Universität Trier)

Redaktionsleitung: Alice Buschmeier, M.A.


Editorial vom Vorsitzenden der VSJF
Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der VSJF,

am 10. Dezember 2009 wurde das japanische Fernsehpublikum Zeuge eines kuriosen Rituals. Nicht weniger als 143 Parlamentsabgeordnete des spektakulären Wahlsiegers, der Demokratischen Partei Japans, reihten sich ein, um für jeweils drei Sekunden und zwei Erinnerungsfotos die Hand des Staatspräsidenten der Volksrepublik China, Hu Jintao, schütteln zu dürfen. Sie gehörten zu einer mehr als 600 Köpfe starken Delegation, die in fünf Flugzeugen den DPJ-kuromaku Ozawa Ichirô nach Beijing begleitet hatte und dort von der Primetime-Berichterstattung bis hin zur Stretchlimousine für den bloßen Parteifunktionär Ozawa das freundlichste Willkommen erhielt. Nicht weniger wohlwollend reagierte die chinesische Presse nur ein paar Tage später auf die kaiserliche Audienz für den Favoriten auf Hus Nachfolge, Xi Jinping, die sehr zum Ärger des kaiserlichen Hofamts von der neuen japanischen Regierung ungewöhnlich kurzfristig anberaumt worden war. Im neuen Jahr kursieren nun diplomatische Gerüchte, die noch spektakulärere Gesten in Aussicht stellen: Premierminister Hatoyama Yukio soll demnach im Juni nicht nur die Expo in Shanghai, sondern auch Nanjing besuchen und sich dort für das japanische Massaker entschuldigen, worauf dann Präsident Hu im August bei den Gedenkfeiern in Hiroshima Chinas Verzicht auf den atomaren Erstschlag und die nukleare Weiterverbreitung bekräftigen würde. Beidseitige Dementis erfolgten umgehend, doch ist offenkundig, dass im Verhältnis der ostasiatischen Führungsländer gerade eine neue Seite aufgeschlagen wird und der Wunsch spürbar ist, es nicht länger durch die Geister der Vergangenheit bestimmen zu lassen.

Auch bei der gerade beendeten Berliner Jahrestagung der VSJF über „Risk and East Asia“ war Japans großer Nachbar ein Thema. In Kooperation mit dem National Institute of Chinese Studies des britischen White Rose East Asia Centre hatte Karen Shire als Organisatorin auch Beiträge eingeworben, die sich mit Sicherheitsstrategien arbeitsloser Arbeiterinnen, reformgesinnter Lokalregierungen oder mobiler Familienunternehmen in China befassten und vergleichende Perspektiven auf die in den anderen Vorträgen betrachteten japanischen Verhältnisse erlaubten. Ich halte dies für fruchtbar, denn allzu oft ist in der Betrachtung beider Länder der (nicht selten übergeneralisierte) „Westen“ der einzige explizite oder implizite Maßstab. Doch versteht man das Funktionieren sozialer Netzwerke in Japan sicherlich besser, wenn man die Literatur über guanxi in China kennt, und auch die gegenwärtigen Entwicklungen im chinesischen Schul- und Prüfungssystem wiederholen vieles, was für Japan bereits analysiert worden ist. Für zwei Länder mit so vielen geteilten oder direkt aufeinander ausgeübten historischen Einflüssen ist dies auch wenig überraschend.

Jenseits des heuristischen Nutzens als Vergleichsfall scheint es aber auch angezeigt, die japanisch-chinesischen Beziehungen als solche stärker in den Blick zu nehmen. Der Fluss von Waren, Menschen, Bildern und Ideen über das Japanische Meer ist so umfangreich wie nie, und seine Strukturen verlangen nach sozialwissenschaftlicher Analyse. Ob nun die alte China-Connection Tanaka Kakueis und seiner Schützlinge, die Ausbeutung chinesischer „Praktikanten“ in der japanischen Agrarindustrie, die Aneignung Kyotos durch chinesische und die Xi'ans durch japanische Touristen oder die überzeitlichen Kontinuitäten zwischen der DPJ-Reise und den japanischen Regierungsmissionen an die Sui- und Tang-Kaiserhöfe – hier warten viele lohnende Themen! Wo diese doppelte sprachliche und landeskundliche Kompetenzen erfordern, bergen sie sicher spezielle Herausforderungen, doch ist hier die Zusammenarbeit mit China-Spezialisten denkbar.

Die VSJF sollte sich weiterhin diesem Thema stellen. Der Call for Papers der Jahrestagung 2010 zum Thema „Cultural Power Japan“ nennt den Strom japanischer Populärkultur nach China und Taiwan als einen zu betrachtenden Aspekt, und auch beim für 2011 vorgesehenen Thema „Ethik“ lässt sich z. B. fragen, wie in China tätige japanische Unternehmen mit korrupten Funktionären oder mit den geringeren Umwelt- und arbeitsrechtlichen Auflagen umgehen. Auch eine ganz auf das Thema „Japan in China/China in Japan“ fokussierte Jahrestagung wäre reizvoll, die dann erneut mit chinawissenschaftlichen Kollegen durchgeführt werden könnte. Interessebekundungen von dieser Seite gibt es bereits.

Der neu gewählte Vorstand hat seine Arbeit aufgenommen. Erstmals haben wir uns nach der Mitgliederversammlung getroffen und dabei die Aufgaben verteilt. Von den drei wiedergewählten Mitgliedern behält nur Iris Wieczorek ihren Posten als Herausgeberin des Japan Jahrbuchs, Annette Schad-Seifert ist jetzt zweite Vorsitzende und Ansprechpartnerin für die Jahrestagungen, und ich selbst habe den ersten Vorsitz übernommen. Von den „Neuen“ ist David Chiavacci neben seiner Mitherausgeberschaft des Japan Jahrbuchs der neue Leiter der Geschäftsstelle, Christian Tagsold führt das Schatzmeisteramt, Gabriele Vogt betreut Newsletter und Homepage, und Frank Rövekamp hat zusätzlich zu den internationalen Kontakten die Co-Organisation der Jahrestagung 2011 zugesagt. Viele Aufgaben erfordern ohnehin den E-Mail-Austausch aller Vorstandsmitglieder, und im Frühjahr treffen wir uns zu unserer nächsten nicht-virtuellen Sitzung. Wir hoffen auf Ihre Fragen, Anregungen und Kritik, um diese Aufgaben so zu erfüllen, dass die VSJF ein lebendiges und inspirierendes Forum bleibt!

Viel Spaß bei der Lektüre des Newsletters und alles Gute für das Jahr des Tigers 2010 wünscht Ihnen

Christoph Brumann
1. Vorsitzender


2. NEUES AUS DER VEREINIGUNG
In dieser Rubrik finden Sie das Protokoll der Mitgliederversammlung 2009, die Berichte der Jahrestagung sowie der Treffen der Fachgruppen. Außerdem bekommen Sie einen Einblick in die parallel abgehaltenen Workshops zu Geschlechterforschung, Publikation und den Redaktionsworkshop des VSJF-Newsletters. Auch erste Informationen über die Jahrestagung 2010 sind bereits verfügbar.

Protokoll – VSJF-Mitgliederversammlung 2009
Ort: Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin
Zeit: 21. November 2009, 20:00 bis 21:40

Beschlussfähigkeit und Quorum:
Der Vorstand bestimmt das Mitglied Karsten Helmholz zum Protokollanten.
Versammlungsleiter ist der 1. Vorsitzende der Vereinigung, Wolfram Manzenreiter.
Der 1. Vorsitzende, Wolfram Manzenreiter, stellt fest: Zu Beginn der Versammlung sind 46 von 215 stimmberechtigten Mitgliedern der Vereinigung anwesend. Damit ist die Versammlung nach § 9, Abs. 9 der Satzung beschlussfähig und das notwendige Quorum von 15 % der Gesamtmitgliederschaft erreicht.

Einladung:
Der 1. Vorsitzende stellt fest: Eine ordentliche Einladung wurde an alle Mitglieder zusammen mit dem Newsletter im August verschickt; die Tagesordnung wurde an alle Mitglieder ordnungsgemäß mehr als einen Monat vor der Versammlung versandt. Damit sind die Fristen nach § 9, Abs. 2 der Satzung gewahrt.

Tagesordnung:
Es liegen keine Änderungs- und Ergänzungsanträge zur Tagesordnung vor. Die Tagesordnung gilt damit als genehmigt.

TOP 1: Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung 2008
Es liegen keine Änderungs- und Ergänzungsanträge zum Protokoll der letzten Mitgliederversammlung 2008 vor. Das Protokoll wird von der Mitgliederversammlung einstimmig genehmigt.

TOP 2: Bericht des Vorstandes
Der 1. Vorsitzende gibt einen kurzen Überblick über die Arbeit des Vorstandes im vergangenen Jahr. Seit der Mitgliederversammlung 2008 wurde die Arbeit ausschließlich per E-Mail durchgeführt, es gab keine Vorstandstreffen.
Der 1. Vorsitzende berichtet kurz vom Stand der Vorbereitungen für die Jahrestagung 2010, die in Frankfurt am Main stattfinden wird und von Lisette Gebhardt und Cosima Wagner organisiert wird. Weitere Einzelheiten folgen unter TOP 5 der Tagesordnung.
Der Vorstand nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass das Institut für Asienstudien in Hamburg Ende 2008 seine Zeitschrift "Japan Aktuell" eingestellt hat.
Der 1. Vorsitzende berichtet von einem Treffen zweier Mitglieder des Vorstandes der VSJF mit Mitgliedern des Vorstandes der GJF am Rande des Japanologentages 2009 in Halle. Von der VSJF nahmen an dem Treffen Verena Blechinger-Talcott und Wolfram Manzenreiter teil. Es wurde vereinbart, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Die VSJF beteiligt sich an der Suche nach einem Keynote Speaker für die Sektion Gesellschaft bei einer Konferenz, die die GJF 2011 in Tokyo organisiert, und schlug dafür Frau Prof. Dr. Ilse Lenz vor. Aus der GJF kam die Anfrage nach Unterstützung bei der Realisierung eines Zeitschriftenprojektes. Einzelheiten dazu folgen unter TOP 5 der Tagesordnung. Des weiteren sprach sich der Vorstand der GJF für eine stärkere Verknüpfung zwischen den Vorständen der VSJF und der GJF aus. Beide Anfragen hat der Vorstand der VSJF zur Kenntnis genommen, hat aber im Hinblick auf die Neuwahl des VSJF-Vorstandes keine Absprachen getroffen und übergibt diese Aufgabe an den neuen Vorstand.
Auf Anfrage aus dem Gender-Workshop hat der Vorstand beschlossen, diesen ab 2010 ähnlich wie die Fachgruppen finanziell zu unterstützen, da er einen gleichermaßen integralen Beitrag zu den Aktivitäten der Vereinigung leistet.
Der 1. Vorsitzende berichtet, dass die Tagungsbeiträge der Jahrestagung 2005 unter dem Titel „Urban Spaces in Japan“ bei der Nissan Institute of Japanese Studies/Routledge Book Series zur Begutachtung eingereicht sind. Die Beiträge der Tagung von 2007 zu „Security and Insecurity“ liegen vor, im Laufe des Januars wird ein Book Proposal an Routledge geschickt. Die Beiträge der Tagung „Demographic Change in Japan and the EU“ von 2008 werden bei der Düsseldorf University Press erscheinen.
Der Leiter der Geschäftsstelle, Christoph Brumann, berichtet über die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Seit der letzten Mitgliederversammlung gab es 12 Austritte und 1 Ausschluss, denen jedoch 26 Beitritte gegenüberstehen. Zur Zeit sind 215 Mitglieder in der Datenbank. Ab 1.1.2010 werden es voraussichtlich 216 sein. Mögliche Ursachen für die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen könnte das Japan Jahrbuch sein, das die Mitglieder kostenlos erhalten. Als eine andere Erklärung vermutet der Leiter den Ausbau des Mittelbaus an den Universitäten, besonders bei Dissertations- und Postdoc-Stellen. Entgegen der Erwartung hatten die reduzierten Beiträge für die kombinierte Mitgliedschaft in VSJF und GJF keinen Einfluss auf die Mitgliederzahlen. Im vergangenen Jahr ist nur eine neue Doppelmitgliedschaft hinzugekommen.
Der Leiter der Geschäftsstelle bittet die Mitglieder, ihre Daten in der Mitgliederdatenbank ggf. zu aktualisieren. Zur Zeit ergeben 55 E-Mail-Adressen Rückläufer. Mitglieder, die ihre Login-Daten verlegt haben, können sich an die Geschäftsstelle wenden.
Die koordinierende Herausgeberin Iris Wieczorek berichtet über die Arbeit am Japan-Jahrbuch 2009. Zum ersten Mal war David Chiavacci als Mitherausgeber daran beteiligt. Das Jahrbuch ist veröffentlicht und wurde den bei der Tagung anwesenden Mitgliedern ausgehändigt. Auf den Call for Papers wurden 23 Abstracts eingereicht, aus denen der Vorstand einige Beiträge auswählte. Diese gingen an die Gutachter aus dem Kreis der Mitglieder der VSJF. Das Feedback zu diesem Prozess war positiv und brachte für die bereits guten Ausgangsbeiträge eine zusätzliche Qualitätssteigerung. Die Herausgeber danken Jörg Joswiak (Administration und Versand), Rainer Stobbe (Manuskriptbearbeitung) und Gabriel Lieberum (Satz und Umschlag). Die Jahrbücher werden in den nächsten Wochen an alle Mitglieder verschickt. Die Beiträge des Jahrbuchs 2007 werden wie bereits angekündigt in Kürze auf der Homepage der VSJF zum Download bereitgestellt. Der Call for Papers für 2010 erfolgt in Kürze.
Der 1. Vorsitzende berichtet, dass die VSJF einen Preis für den besten deutschsprachigen Artikel zur sozialwissenschaftlichen Forschung eines Kalenderjahres ausschreiben wird. Mit der Ausarbeitung der Details wird der neue Vorstand der VSJF betraut.
Die Redaktionsleiterin des VSJF Newsletters, Alice Buschmeier, berichtet vom erfolgreichen Workshop für die neuen Mitglieder der Redaktion, die die nächsten zwei Ausgaben des Newsletters betreuen werden.
Verena Blechinger-Talcott und Sabine Frühstück als Leiterinnen des Publikationsworkshops berichten von dessem erfolgreichen Verlauf vor der Tagung. 14 Manuskripte für Beiträge wurden mit eingeladenen Kommentatoren diskutiert.
Schatzmeisterin Karen Shire berichtet über die Entwicklung der Finanzen. Die finanzielle Lage der Vereinigung hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert, weil keine Reisekosten für eine Vorstandssitzung anfielen und der Redaktionsworkshop parallel zur Tagung stattfand. Auch das Japan Jahrbuch hat dazu beigetragen. Den Fachgruppen steht im Rahmen der Durchführung der Jahrestagung auch in diesem Jahr ein Betrag von jeweils 200 EUR zur Verfügung, über dessen Verwendung sie selbst entscheiden können. Die Schatzmeisterin bittet um Vorlage entsprechender Quittungen.

TOP 3: Entlastung des Vorstands
Die Kassenprüferin, Karin Klose, berichtet, dass sie bei der Prüfung der Abrechnung der Schatzmeisterin keine Mängel festgestellt hat, und empfiehlt den Mitgliedern die Entlastung des Vorstands. Die anwesenden Mitglieder entlasten den bisherigen Vorstand und danken für die geleistete Arbeit. Der 1. Vorsitzende dankt allen Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit. Mitglieder des alten Vorstandes überreichen den nicht zur Wiederwahl zur Verfügung stehenden Vorständen im Namen der Vereinigung Geschenke.

TOP 4: Wahl des Vorstandes
Christoph Brumann erläutert das Verfahren zur Wahl des Vorstandes der VSJF. Die Wahlunterlagen sind fristgerecht verschickt worden. Einige Mitglieder haben von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht. Die Mitglieder bestimmen die Mitglieder Carolin Funck, Evelyn Schulz und Wilhelm Vosse als Wahlleiter. Es stehen insgesamt neun KandidatInnen für die sieben Sitze im Vorstand zur Wahl. Ein schriftliches Kurzporträt der einzelnen KandidatInnen war den Mitgliedern ausgehändigt worden. Die eingegangenen Wahlbriefe werden der Wahlleitung übergeben und erst von dieser geöffnet. Alle Mitglieder, die sich nicht an der Briefwahl beteiligt haben, werden zur Stimmabgabe aufgefordert. Nach Ende des Wahlvorgangs zieht sich der Wahlvorstand zur Auszählung der Stimmen zurück.
Während des Wahlgangs und der Auszählung wird die Sitzung vom Leiter der Geschäftsstelle, Christoph Brumann, kommissarisch weitergeführt (s. unten, Fortsetzung TOP 4).

TOP 5: Jahrestagungen 2010 und 2011
Die VSJF-Jahrestagung 2010 wird, wie im Newsletter Nr. 43 angekündigt, vom 26.-28.11.2010 in Frankfurt am Main stattfinden und von Prof. Dr. Lisette Gebhardt und Dr. des Cosima Wagner organisiert. Cosima Wagner berichtet über den Stand der Organisation. Die Tagung wird in den Räumen des Casinos der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt a. M. stattfinden. Anträge auf Förderung durch DFG, Japan Foundation und weitere Träger sind in Vorbereitung. Der Call for Papers und die Themen der Panels werden in Kürze auf der Homepage der VSJF und im Newsletter veröffentlicht.
Christoph Brumann fordert die Mitglieder auf, Ideen und Vorschläge für die Jahrestagung 2011 vorzutragen. Dem alten Vorstand lagen bis zur Sitzung keine Vorschläge vor. Aus dem Plenum kommen folgende Vorschläge: Ein Thema aus dem Bereich Wirtschaft, mit der Begründung, dass dieser Bereich im Laufe der letzten Jahre in der VSJF weniger präsent war. Ein Thema, das Japan und China in Beziehung setzt, mit der Begründung, dass die diesjährige, erstmalige Öffnung der Jahrestagung für sinologische Beiträge erfolgreich war. Ein Thema „Ethik“, mit der Begründung, dass es als Oberthema von allen in der VSJF vertretenen Fachrichtungen aus beleuchtet werden kann. Die Mitglieder beauftragen den noch zu wählenden neuen Vorstand mit der Verfolgung der vorgetragenen Ideen.

TOP 6: Verschiedenes
Ursula Flache und Matthias Kaun von der Staatsbibliothek Berlin berichten zum Stand der Entwicklung bei CrossAsia. Sie weisen darauf hin, dass das Projekt auf lange Sicht möglicherweise nicht ausreichend finanziell abgesichert ist und fordern die Mitglieder der VSJF auf, Ideen und Anregungen, wie ein langfristiger Erhalt des Projektes erreicht werden könnte, einzubringen. Der chinesischsprachige Bereich von CrossAsia ist bereits sehr gut ausgelastet, das japanischsprachige Angebot im Bereich der Datenbanken zieht langsam nach.
Günther Distelrath berichtet als einer der beiden Vorsitzenden der GJF von einem Zeitschriftenprojekt, dass die GJF plant und wofür sie Mittel bei der DFG beantragt hat. Unter der Bedingung, dass „die gesamte Japanforschung das Projekt unterstützt“, kann mit der Bewilligung der Mittel gerechnet werden. Der Vorstand der GJF bittet die VSJF, den Antrag gemeinsam mit der DFG einzureichen. Geplant ist eine referierte Online-Zeitschrift. Mitglieder der VSJF könnten sich im Editorial Board oder als Gutachter beteiligen. Die VSJF hätte nach gegenwärtiger Planung keine redaktionellen Aufgaben. Die anwesenden Mitglieder der VSJF beauftragen den neu zu wählenden Vorstand mit der Prüfung des Vorschlages.

TOP 4 (Fortsetzung): Wahl des Vorstands
63 gültige Wahlzettel wurden abgegeben (keine ungültigen Stimmzettel). Es entfielen auf die Kandidierenden folgende Stimmenzahlen:
PD Dr. Christoph Brumann: 52
Dr. David Chiavacci: 52
PD Dr. Günther Distelrath: 24
Uwe Holtschneider, Dipl.-Regionalwiss.: 21
Prof. Dr. Frank Rövekamp: 25
Prof. Dr. Annette Schad-Seifert: 50
Dr. Christian Tagsold: 31
Prof. Dr. Gabriele Vogt: 53
Dr. Iris Wieczorek: 54

Demnach wurden PD Dr. Christoph Brumann, Dr. phil. David Chiavacci, Prof. Dr. Frank Rövekamp, Prof. Dr. Annette Schad-Seifert, Dr. Christian Tagsold, Prof. Dr. Gabriele Vogt und Dr. Iris Wieczorek zum neuen Vorstand gewählt, die diese Wahl auch ohne Ausnahme annahmen.

Der neue Vorstand schließt die Sitzung um 21.40 Uhr.

Karsten Helmholz, M.A. Protokollant

Bericht – Jahrestagung 2009 (20.-22. November 2009, Berlin)
Das Thema der VSJF Jahrestagung 2009 lautete „Risk and East Asia“.
Sie fand vom 20.11.2009 bis 22.11.2009 im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) statt.
Organisiert wurde die Tagung von Karen Shire (Universität Duisburg-Essen). Erstmals wurde die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem National Center of Chinese Studies – White Rose East Asia Center ausgerichtet, so dass die Perspektive über Japan hinaus, auf China und Korea erweitert wurde.
Unterstützt wurde die VSJF-Jahresversammlung 2009 vom Profilschwerpunkt „Wandel von Gegenwartsgesellschaften“ der soziologischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, der DFG Research Training Group 1613 „Risk and East Asia“ des In-East der Universität Duisburg-Essen, dem JSPS Global Center of Excellence „Gender Equality and Multicultural Conviviality“ der University of Tokyo und Tohoku University, sowie dem JSPS Global Center of Excellence „Social Stratification and Inequality“ der Tohoku University.
Im Rahmen des Programmes stellten 14 Redner aus Japan, China, Korea, Deutschland, Dänemark und den USA in vier Sessions ihre Forschung zum Thema „Risk and East Asia“ vor. Mehr als 120 Personen formten die internationale Zuhörerschaft. Im Vorfeld der Tagung wurde zum wiederholten Mal der Gender-Workshop und zum ersten Mal ein Workshop zum Thema „Publish or Perish“ abgehalten.

Die Tagung wurde durch Grußworte der JDZB Generalsekretärin Frederike Bosse, des Präsidenten der VSJF Wolfgang Manzenreiter und des Direktors des National Center of Chinese Studies Flemming Christiansen eröffnet. Anschließend brachte Karen Shire als Organisatorin der Jahrestagung, dem Publikum das Programm der nächsten Tage näher.

In der ersten Session zum Thema „Reflexive Modernisation in East Asia“ legten vier Wissenschaftler aus Japan und Korea, die Rezeption von Ulrich Beck’s Arbeit im ostasiatischen Raum dar.
In dem Vortrag von Suzuki Munenori (Hosei University) und Ito Midori (Otsuma Women’s University) zum Thema der „Reception of Ulrich Beck’s Sociology in Japan: from Environmental Risk to Individualization“, wurde deutlich, welchen Weg die Wahrnehmung von Beck’s Arbeit in Japan genommen hat. Dabei galt lange Zeit der Fokus der environmental sociology, bevor seine Arbeit relativ spät auch in den Wahrnehmungsbereich der Sozialtheoretiker gelang. Die Grundlage für diese Entwicklung sehen Suzuki und Ito vor allen Dingen im Zuwachs gesellschaftlichen Unsicherheitsempfindens. Da auf Nachfrage aus dem Publikum erläutert wurde, dass es kaum vergleichbare Alternativtheorien gibt, wurde die Stellung von Ulrich Beck’s Theorie als eine „Big Theory in Times of no Big Theories“ betont.

Der zweite Vortrag der Session wurde von Han Sang-Jin (Seoul National University) gehalten und befasste sich mit der Legitimität des Begriffs der second modernity. Hierbei wurden von Han zahlreiche Bereiche und Fragen berührt, die im Zusammenhang mit dieser Theorie bisher noch nicht ausreichend beantwortet scheinen. Etwa die Abgrenzung von second modernity zu multiple modernities. Han betonte in seinem Vortrag die Bedeutung von Global Risks als Triebfeder der reflexiven Moderne, mahnte jedoch auch zu einer kritischen Betrachtung der Individualisierung als eben solche Triebfeder in Ostasien.

Ebenso wie Han unternahm Yui Kiyomitsu (Kobe University) in seinem Vortrag zu „Multiple Reflexive Modernities under Glocalization“ den Versuch, zwischen reflexiver Moderne in westlichen Gesellschaften und ostasiatischen Gesellschaften zu unterscheiden. Dabei konzentrierte er sich auf die Veränderungsprozesse auf individual, intermediate group und Staatsebene und griff ebenfalls die Frage nach second modernity und/oder multiple modernities auf, um zu dem Schluss zu kommen, dass sich im Westen, in Asien und den USA spezifische und unterschiedliche second modernities ausgeprägt haben. Es sollte also von multiple second modernities gesprochen werden.

Nach den drei Vorträgen zur Rezeption von Ulrich Beck’s Arbeit im ostasiatischen Raum, nutzte Ulrich Beck seine Key Note Speech zur „World Risk Society: The ‚Cosmopolitan Turn‘“ um seine eigene Wahrnehmung der internationalen Bedeutung seiner Risk Society zu erläutern. Er machte sich dabei im Rahmen seiner Ausführungen zum Cosmopolitan Turn für ein Überwinden des dominanten nationalen Fokus in der Wissenschaft stark. Der versuchte Schritt, von einer Gesellschaft zu der Gesellschaft, sei hierbei essentiell und leider noch nicht vollzogen. Um diesen adäquat zu vollziehen sei eine Betrachtung von „außen“ auf Gesellschaften unabdingbar. Im Zuge seiner Ausführungen zum methodischen Nationalismus, griff er ebenfalls den Gedankenstrang der unterschiedlichen second modernities auf. Das Timing der drei Triebfedern der second modernity sei hierbei in unterschiedlichen Gesellschaften verschieden und führe deshalb zu anderen Varianten der second modernity. Diesem Gedanken folgend, würden Staaten und Institutionen in unterschiedlichen Ländern verschiedene Formen der Individualisierung schaffen. Abschließend warf Beck noch den Gedanken einer imagined global risk community, als neuen und möglicherweise besseren Fokus bei der Analyse von globalen Risiken, in die Diskussion und stimulierte damit eine angeregte Debatte zu Möglichkeiten, Chancen und Risiken einer solchen Perspektive.

Diese Idee war dann auch einer von zahlreichen Gedankensträngen, der auf die Key Note Speech folgenden Podiumsdiskussion der Referenten der ersten Session. Die Diskussion wurde von Soziologin Anja Weiß (Universität Duisburg-Essen) geleitet und griff unter anderem das oftmals kritisch hinterfragten Verhältnis von Individualisierung und Konfuzianismus im ostasiatischen Raum auf. Die Podiumsdiskussion endete mit einem Ruf nach neuen Institutionen, die mit den radikalisierten Risiken heutiger Gesellschaften umgehen können.

Der zweite Tag der Jahrestagung begann mit der Session zum Thema „Social Risks and Inequalities – Livelihoods, Families and (Un)employment“, die von Anna Skarpelis (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung) moderiert wurde.

Den Beginn dieser Session machte Osawa Mari (University of Tokyo), die in ihrem Vortrag die Auswirkungen der Krise auf die Unterhaltssicherheit in Japan analysierte. Dabei unterschied sie drei Formen von Unterhaltssicherungssystemen. Das male breadwinner Modell, sowie ein work-life-balance orientiertes und eine marktorientiertes Modell. Der Einfluss der Sozial- und Steuerpolitik in Japan hat im Hinblick auf die Unterhaltssicherungssysteme ambivalente Auswirkungen. Osawa zeigte jedoch, dass insbesondere Kinder und Frauen unter den Mängeln der Politik in Krisenzeiten leiden. Im Rahmen des seniority based wage systems, komme es des Weiteren zu einer hohen Rate von working poor in Japan.

Als zweite Referentin befasste sich Liu Jieyu (Leeds University) mit dem Umgang von Arbeiterinnen in China mit dem Thema Arbeitslosigkeit. Als Datengrundlage diente ihr hierfür eine Fallstudie aus Nanjing, in der sie sich explizit mit den coping Strategien dieser Frauen befasste, die sich von den formellen Sicherungssystemen im Stich gelassen fühlten. Dem starken Gefühl der Überflüssigkeit und die unbefriedigenden Alternativen drängten dabei einen Großteil der Frauen in den informellen Beschäftigungssektor. Am Ende des Vortrages und der Studie stand dementsprechend eine „bumpy road to reemployment for female workers“.

In ihrem Vortrag zu „Blurred boundary families in postwar Japan“, nahm Jane Bachnik (Sophia University) Bezug auf eine 30 Jahre umfassende Fallstudie einer japanischen Familie. Dabei verdeutlichte sie äußerst anschaulich, die schwierige Gemengelage aus den ie Wurzeln der japanischen Familie und den Problematiken der modernen Kernfamilien, die eigentlich viel mehr sind, als abgeschottete Kernfamilien. Die Problemlage, der sich viele Familien in Japan (und nicht nur dort) gegenübersehen, geht dabei über bloßen demographischen Wandel hinaus und führt die Individuen in ganz alltägliche und umso dramatischere Entscheidungsdilemmata im Spannungsfeld aus Familie und Karriereplanung.

In allen drei Vorträgen der zweiten Session, wurde die Bedeutung zunehmender Radikalisierung und Privatisierung von Risiken auf der Individualebene deutlich. Damit schlug die Session eine Brücke zu den am Vorabend dargelegten theoretischen Grundgedanken zum Risikobegriff in Ostasien.

In der anschließenden, von Kawai Norifumi (Universität Duisburg-Essen) geleiteten, Podiumsdiskussion zum Thema „Regional Mechanisms in East Asia: A Meaningful Response to the Financial Crisis?“, wanderte der Fokus zu einer ökonomisch dominierten Betrachtung von Risiken. Hierzu befassten sich Werner Pascha (Universität Duisburg-Essen), Hanns Günther Hilpert (Stiftung Wissenschaft und Politik) und Frank Rövekamp (Fachhochschule Ludwigshafen) zunächst mit der Frage der Bedeutung der Finanzkrise für den ostasiatischen Raum und ostasiatische Märkte, um sich anschließend der Fragen nach der Umsetzbarkeit, den Risiken und den Chancen einer einheitlichen ostasiatischen Wirtschaftspolitik zu widmen. Nachdem Pascha einen detaillierten Vergleich der japanischen Krise mit der aktuellen Weltwirtschaftskrise anstellte, Kommentierte Hilpert die Maßnahmen des ostasiatischen Raumes im Hinblick auf die Krise sowie deren Einbeziehung in die G20. Rövekamp behandelte insbesondere die Auswirkungen der Krise auf die Handelsebene der ostasiatischen Nationen und wies dabei insbesondere auf die Probleme der kleinen und mittelständischen Unternehmen hin.

Die dritte Session, die von Imai Jun (Tohoku University) moderiert wurde, befasste sich mit der governance Ebene von Risiko. Der erste Redner, Christian Göbel (Lund University) untersuchte unterschiedliche governance Instrumente und Strategien in China und ihre Risiken und Chancen am Beispiel der Politik zur „Peasant burden“. Sein Analysefokus lag hierbei auf dem Zusammenspiel von Hierarchie und Wettbewerb sowie auf den beiden entscheidenden Akteurstypen der Pioniere und Widerständler. Er verdeutlichte in seinem Vortrag die Schwierigkeiten einer auf regionaler Ebene implementierten Politik, mit zahlreichen partizipierenden Akteuren.

Ogawa Akihiro (Universität Duisburg-Essen) schilderte am Beispiel der politischen Debatte zum Thema lebenslanges Lernen, welchen Weg die Diskussion genommen hat, sowie die unterschiedlichen Schritte der Implementierungsversuche von Maßnahmen zur Unterstützung lebenslangen Lernens in Japan. Während der Staat lebenslanges Lernen zunehmend unterstützt, werde es doch als Aufgabe für Individuen und Kommunen begriffen. Ogawa schilderte in seinem Vortrag die Schwierigkeiten, die bei Versuchen auftreten, dieses Ebenen zusammenzuführen.

Als letzte Rednerin der Session befasste sich Takeda Hiroko (Sheffield University) mit „The Gouverning of Family Risks in Contemporary Japan“. Sie führte dabei detailliert aus, welches Bild von Familie sich in den letzten 20-30 Jahren in der Debatte zur Familie in der japanischen Politik herauskristallisiert hat und welche Maßnahmen zur Implementierung dieses Familienbildes führen sollen. Die neoliberale Familie, die dem Staat als Ideal dient, stellt hierbei ein fast tragisch-komisches Leitbild dar, welches in seiner überhöhten Ausprägung an der Realität scheitern muss. Takeda analysierte zahlreiche Quellen und setzte diese in den Kontext realer Problematiken japanischer Familien, mit dem Ergebnis, einer enormen Diskrepanz zwischen der realen japanischen Familie und der Idealfamilie der politischen Debatte.

Die abschließende Session am Sonntagmorgen zum Thema „Rural Transformations in East Asia: Economic, Social and Political Risks“ wurde von Winfried Flüchter (Universität Duisburg-Essen) geleitet und beinhaltete die bereits zu Beginn der Jahrestagung genannten drei Ebenen, auf denen sich Risiken manifestieren – der individual, der intermediate group und der staatlichen Ebene.
Heather Xiaoquan Zhang untersuchte in ihrem Fallbeispiel eines Unternehmers in China, dessen Umgang mit Risiken und die Bedeutung von Information und Desinformation zum Thema Versicherungen und Sicherheitsmaßnahmen im Hinblick auf die individuelle Risikominderung. Ein Fazit ihres Vortrages war, dass Informationen (etwa über Versicherungen) zum einen essentiell für die Minderung individuellen Risikos sind und zum anderen in zahlreichen Fällen nur ungenügend vermittelt werden.

Cornelia Reiher (Universität Leipzig) befasste sich in ihrem Vortrag mit den Risiken, denen sich eine Region (Arita) und ihre traditionelle Keramik Industrie ausgesetzt sieht. Hierbei wurden die Revitalisierungsstrategien auf kommunaler Ebene geschildert. Die Versuche, die regionale Industrie durch Aktivitäten in den Bereichen Tourismus und Esskultur zu unterstützen, wirkten jedoch allesamt eher unbeholfen und wirkungslos im Hinblick auf die globalen Zusammenhänge der Krisensituation. In dem von Cornelia Reiher dargestellten Fallbeispiel, der Keramik Industrie in Arita, wurde das Spannungsfeld aus der Eröffnung neuer Märkte und Strategien und dem Beibehalt traditioneller Techniken und Strukturen deutlich, das sich so oder ähnlich in vielen Regionen in Ost und West wiederfindet.
Als letzter Redner der vierten Session schilderte Flemming Christiansen (University of Leeds), das Dilemma der Nahrungsversorgung in China, welches als eines der kommenden Hauptprobleme Chinas gilt. Hierbei stellte Flemming Christiansen eine Differenzierung nach unterschiedlichen Problemlagen an. Zum einen stellte er die sichere Nahrungsversorgung dem ökonomischen Wachstum gegenüber, zum anderen die Produktivität dem Risiko. Der Diskurs zur sicheren Nahrungsversorgung ist demzufolge eine Risikodebatte auf unterschiedlichen Ebenen und trifft auch auf unterschiedlichen Ebenen auf gesellschaftliche Institutionen.
Die abschließende Podiumsdiskussion wurde von Iris Wieczorek (DFG) moderiert. Die Gruppe setzte sich zusammen aus Karen Shire (Universität Duisburg-Essen), Frank Rövekamp (Fachhochschule Ludwigshafen), Wolfram Manzenreiter (Universität Wien), Flemming Christiansen (University of Leeds) und Jane Bachnik (Sophia University). Bereits bei der Beantwortung der ersten Frage, ob Risiko von Gesellschaft zu Gesellschaft wandert, waren sich alle Redner einig. Ein Nationen übergreifender Risikobegriff ist aufgrund des globalen Charakters vieler Risiken notwendig. Eine Analyse über nationale Grenzen hinaus unabdingbar. Auch eine Analyse der Rolle von Institutionen verlangt diese offene Perspektive und benötigt eine Wissenschaft, die diesem Anspruch folgt. Der Schritt, über nationale und disziplinäre Grenzen hinweg, der mit dieser Jahrestagung getan wurde, wurde von allen Beteiligten als sehr positiv bewertet.

David Georgi (Universität Duisburg-Essen)

Ankündigung – Jahrestagung 2010 (26.-28. November 2010, Frankfurt am Main)
Cultural Power Japan – Impact and Intellectual Dimensions

Die VSJF-Jahrestagung 2010 wird mit dem Thema "Cultural Power Japan – Impact and Intellectual Dimensions“ vom 26. bis 28. November, ausgerichtet von der Japanologie am Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften, voraussichtlich in englischer Sprache an der Johann Wolfgang Goethe- Universität im Casino/IG Farbenhaus auf dem Campus Westend in Frankfurt stattfinden.


“Cultural Power Japan – Impact and Intellectual Dimensions“
Der globale Erfolg japanischer kultureller Produkte und die weltweite Präsenz von J-Lifestyles wird als Phänomen „Cool Japan“ adressiert. Der Boom des „großen J“ ist seit geraumer Zeit auch ein aktuelles Thema der internationalen Japanforschung und wurde zuletzt auf Konferenzen in Paris, Berlin und Tokyo erörtert. Zur Klärung der Frage, wie sich Japans Ruf als „kulturelle Supermacht“ deuten ließe, haben Diskutanten wie Iwabuchi Kôichi und Ann Allison beigetragen. Vollständig gelöst wurde das Rätsel jedoch noch nicht.
Bislang zu vermissen bleibt vor allem die Analyse der japanischen Metatheorien zur landeseigenen Populärkultur, deren Berücksichtung es erlauben würde, jenseits der anglophonen Bezeichnung japanischer Populärkultur als „sublunary“ oder „polymorphous perversity“ (Allison) und jenseits schillernder Etiketten wie „japanische Postmoderne“ oder „Techno-Animismus“ differenzierte Betrachtungen anzustellen. Die „Kulturmacht Japan“ verständigt sich spätestens seit den 1990er Jahren intensiv in intellektuellen Debatten über die politische Instrumentalisierung von Subkultur und die Auflösung vorgeblich subkultureller Inhalte in den Mainstream der Konsumkultur. Zu diskutieren sind in diesem Zusammenhang die einschlägigen Beiträge etwa von Ôtsuka Eiji, Azuma Hiroki oder Miyadai Shinji.
Ein Problem angesichts der Vielschichtigkeit und des Facettenreichtums dessen, was unter den Termini „Cool Japan“, „J-Lifestyle“, „J-Pop“ und „Kulturmacht Japan“ zu analysieren wäre, ist die adäquate Fokussierung der Fragestellungen. Selbst bei einer Begrenzung der Untersuchung auf die Genres Manga und Anime, wie dies viele Konferenzen und Studien tun, ist die Erschließung des Kontextes kein einfaches Unterfangen. Gegenwärtig liegen auch noch kaum übergreifende Studien zum Einfluss der aktuellen japanischen Populärkultur auf eine (neue?) weltweite Sichtweise auf das Land als „Kulturmacht“ vor.

Während auf der geplanten Konferenz zum einen die Kommentare der japanischen Kritiker, Kulturphilosophen und Makrosoziologen im Hinblick auf eine Beschreibung japanischer Modelle des Lebens in der Konsum- und Medienkultur des 21. Jahrhunderts behandelt werden sollten, gilt es auch den Einfluß von japanischen Werbefirmen, Copywritern und Lifestyledesignern auf die japanische postindustrielle Konsumentengesellschaft sowie auf die globale Kundschaft der Lebensstil-Supermacht Japan zu untersuchen. Dies kann im Rahmen der Jahrestagung 2010 auf der Basis sozioökonomischer, soziokultureller oder soziologisch-politologischer Beobachtungen ebenso erfolgen wie auf kulturwissenschaftlicher oder philosophischer Grundlage.

Die Tagung wird sich in Plenumssektionen und parallel tagenden Arbeitsgruppen insbesondere mit folgenden Themen befassen:
- Metatheorien: der Diskurs um die Kulturmacht Japan
- Ideologische und wirtschaftliche Dimensionen
- Vergangenheit und Gegenwart von Japans kultureller Hegemonie im Spiegel der Populärkultur in Südostasien, China und Taiwan
- Manga in Europa: empirische Befunde und ihre Interpretation
Weiterhin ist ein eigenes Panel zum Thema „Reading Manga, studying Japanese Studies“ mit Beiträgen von Studierenden geplant.

Vorschläge für Beiträge zur Tagung werden bis zum 15. März 2010 an die Organisatorinnen erbeten.

Organisatiorinnen:
Cosima Wagner und Lisette Gebhardt

Kontakt zu den Organisatorinnen der Tagung:
Prof. Dr. Lisette Gebhardt
E-Mail: l.gebhardt@em.uni-frankfurt.de

Dr. des. Cosima Wagner
E-Mail: c.wagner@em.uni-frankfurt.de

Johann Wolfgang Goethe-Universität
FB 09 Sprach- und Kulturwissenschaften
Japanologie, Sekretariat
Senckenberganlage 31
60325 Frankfurt am Main

Telefon (Sekretariat) : 069/798-23287
Fax : 069/798-22173

Homepage: Japanologie Frankfurt am Main ››


Bericht – Fachgruppe Bildung und Erziehung
Bericht zum Treffen der Fachgruppe "Bildung und Erziehung" bei der Jahrestagung 2009 der Vereiningung für sozialwissenschaftlichen Japanforschung

Die Fachgruppe Bildung und Erziehung traf sich am 21.11.2009 von 16.30 bis 18.00 Uhr im Rahmen der Jahrestagung der VSJF. Eröffnet wurde die Sitzung durch die Grußworte des Fachgruppenleiters Karsten Helmholz (Universität Hamburg).
Für das Programm waren zwei Vorträge und eine Diskussion aktueller Fragestellungen aus dem Bereich der Bildung und Erziehung in Japan vorgesehen. Da der Vortrag der Fachgruppenleiterin Stephanie Osawa (Universität Düsseldorf) „Rückgang des Normbewusstseins japanischer Jugendlicher? Zur Pluralisierung der Jugend aus Sicht der Devianzforschung“ krankheitsbedingt leider entfiel, erklärte sich die zweite Referentin in der Fachgruppe, Sabine Meise (Universitäten Hildesheim und München), dazu bereit, ihr Thema ausführlicher darzustellen.
Sabine Meise stellte der Fachgruppe in ihrem Beitrag ihre Promotionsprojekt zu dem Thema „Vielfalt in der japanischen Schule – eine empirische Untersuchung zur Integration und Differenzierung“ vor. Besonders erfreulich ist hierbei, dass durch den Beitrag der Wunsch der Fachgruppe nach mehr Interdisziplinarität in Erfüllung ging, da die Referentin Erziehungswissenschaftlerin ist.
Das Projekt geht der Frage nach, inwiefern und in welcher Weise in Japan Schüler mit speziellem Unterstützungsbedarf (tokubetsu shien) in japanischen Schulen gefördert werden. Die Referentin ging bei ihrem Vortrag nicht nur auf die von ihr aufgestellten Forschungsfragen ein, sondern gab eine sehr fundierte Einführung in den Themenbereich der Sonderschulpädagogik in Japan. Den Vortrag unterstützten zahlreiche Videobeispiele aus japanischen Klassenzimmern, die die Referentin im Zuge Ihrer Feldforschung aufgezeichnet hatte.
Im Verlauf des Vortrages boten sich zahlreiche Gelegenheiten, Detailfragen zum Thema oder zur Herangehensweise des Projektes in der Fachgruppe kritisch zu diskutieren und der Referentin Feedback zu ihrer Arbeit zu geben.
Im Anschluss an den Vortrag besuchten einige Mitglieder der Fachgruppe den Vortrag „Kriegsspiele: Zur Militarisierung der Kindheit im zwanzigsten Jahrhundert“ von Sabine Frühstück (University of California, Santa Barbara) in der Fachgruppe Kultur und Medien.

SprecherIn der Fachgruppe Bildung und Erziehung:

Karsten Helmholz (Universität Hamburg)
Stephanie Osawa (Heinrich-Heine-Universitaet Duesseldorf)

E-Mail: education@vsjf.net

Karsten Helmholz (Universität Hamburg)

Bericht – Fachgruppe Kultur und Medien
Bericht zum Treffen der Fachgruppe „Kultur und Medien“ bei der Jahrestagung 2009 der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung

Auf der Sitzung der Fachgruppe „Kultur und Medien“ wurden sechs sich teils noch in Arbeit befindliche, teils bereits abgeschlossene Dissertationen und Magisterarbeiten zu den folgenden Themen vorgestellt und diskutiert: "Fujoshi - Nutzen und Gratifikation bei Boys‘ Love Manga in Japan und Deutschland" (Björn-Ole Kamm, Universität Leipzig), „Konsum als Heilung: Die Takarazuka Revue oder Geschlecht zwischen Disziplin(ierung) und Vermarktung“ (Maria Grăjdian, Universität Heidelberg), „Zwischen hinkon bijinesu und conspicuous non-consumption: Zu den Konsumpräferenzen der jüngeren Working Poor in Japan“ (Julia Obinger, LMU München), „Moderne Architektur für ein modernes Kaiserreich“ (Mathias Hamp, LMU München), „Ganbare, Ore-tachi!‘ Die Inszenierung japanischer Comedy als Wettkampf am Beispiel des Manzai-Wettbewerbs M-1 Grandprix“ (Till Weingärtner, FU Berlin) und „Kriegspiele: Zur Militarisierung der Kindheit im zwanzigsten Jahrhundert“ (Sabine Frühstück, University of California, Santa Barbara).

Björn-Ole Kamms Vortrag "Fujoshi - Nutzen und Gratifikation bei Boys‘ Love Manga in Japan und Deutschland" basierte auf seiner im April 2008 eingereichten Magisterarbeit mit gleichnamigen Titel und gab einen groben Überblick über das Ziel, die Forschungsfragen und die Ergebnisse der Arbeit.
Fujoshi (腐女子), das ein Wortspiel mit dem homonymen Begriff für ‚Dame‘ (婦女子) darstellt, bedeutet wörtlich ‚verdorbene Mädchen‘ und ist die selbst gewählte und zugleich selbstironische Bezeichnung für die Leserinnen männlich-homosexueller Manga und Romane, die als Boys' Love (BL) oder yaoi bekannt sind. Seit den späten 1980er Jahren blüht in Japan der Diskurs über diese Frauen, insbesondere wenn es um die Frage geht, warum Frauen Geschichten lesen, in denen Beziehungen zwischen Männern dargestellt werden, jedoch keine einzige weibliche Hauptfigur auftaucht.
Die kennzeichnenden Elemente für den fujoshi-Diskurs waren Essentialisierungen, pathologisierende Erklärungen auf Grundlage der Textanalyse einiger weniger Titel und ein Bild der Frau als Negativum, demzufolge sie nur als Partnerin eines Mannes oder nach solch einer Partnerschaft strebend denkbar war. Der jüngste, massenmediale fujoshi-Boom ab 2006 bietet jedoch eine neue Diskursposition, die vor allem von jungen Wissenschaftlerinnen und BL-Praktikerinnen vertreten wird, eine andere Perspektive, die tayōsei (多様性), also Vielfalt betont – die Vielfalt des Genres selbst wie auch seiner Leser/innen. Dabei wird auf die Frage des ‚Wie?‘ fokussiert, anstatt auf das problematische ‚Warum?‘.
Dieser neue Blick auf das Genre spiegelt dabei Entwicklungen wider, wie sie die Mediennutzungsforschung in den 1970er Jahren erfuhr. Kern dieser Entwicklungen war eine Perspektive, die dem symbolischen Interaktionismus folgte, das Publikum somit als aktiv begriff und dementsprechend das Forschen ausgehend vom Rezipienten verlangte. Auf diesem Anspruch basierend wurden für die vorliegende Arbeit mehrere qualitative Interviews in Japan und Deutschland durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet, um die Vielfalt der BL-Nutzung und der daraus gewonnen Gratifikationen aufzuzeigen.
Auf Grundlage der Interviewanalysen konnten mehrere Nutzertypen gebildet werden – ein einziger, die Nutzungsmuster aller fujoshi (und männlicher fudanshi, 婦男子) inkludierender Typ hingegen war nicht möglich, zu sehr divergieren die Art und Weise der Nutzung. Die Vielfalt der gesuchten Gratifikationen wurde mithilfe von Maslows Bedürfnishierarchie systematisiert. BL (jedoch nicht jedes einzelne Werk) befriedigt eine große Spannbreite an Bedürfnissen: Vom Sicherheitsbedürfnis bis hin zur Selbstverwirklichung (z.B. durch eigene Autorenschaft). Insbesondere die Anschlusskommunikation (Bindungsbedürfnis) und kognitive Bedürfnisse konnten als häufig gesuchte Elemente identifiziert werden.
Ein weiteres Ziel der Arbeit lag darin, einen Referenzrahmen anzubieten, mit dem die BL-Nutzung mit der Aneignung anderer Medien in Bezug gesetzt werden kann. Bezogen auf die Selbstverwirklichung und die Einfachheit der Aneignung konnten Überschneidungen mit der Nutzung von Weblogs aufgezeigt werden.

Das Ziel des Vortrags „Konsum als Heilung: Die Takarazuka Revue oder das Geschlecht zwischen Disziplin(ierung) und Vermarktung“ von Maria Grăjdian war es, nachzuweisen, auf welche Weise Geschlecht als ästhetisch-ideologische Schnittstelle soziokultureller Phänomene im Licht von Konsumpraktiken und Disziplinierungsdiskursen anhand der Takarazuka Revue entsteht. Die Takarazuka Revue ist eine japanische Form des musikalischen Unterhaltungstheaters und wird als eine Umkehrung des männlichen Kabuki bezeichnet, denn auf ihrer Bühne treten ausschließlich Schauspielerinnen auf.
Bei dieser Analyse der Geschlechterinszenierung auf der Takarazuka Revue-Bühne liegt der Fokus auf der durch die Takarasiennes – die Takarazuka Revue-Schauspielerinnen – verbildlichten Shôjo-Gestalt. Kern der Präsentation war ein Videobeispiel mit der Schlussparade aus der Aufführung „Dancing For You“ des Himmel-Ensembles aus dem Jahr 2008, die wohl die ultimative Anerkennung der diskursiven Zerstörbarkeit 'natürlicher' Gegebenheiten und die Verflüssigung historisch-sozialer Praktiken bedeutet. Die Auslöschung der Geschlechtergrenzen sowie die Erkenntnis der diskursiven Zerstörbarkeit 'natürlicher' Geschlechter ermöglicht die Erkenntnis, genauso wie Geschlecht sei auch Identität ein mehrdeutiges Spiel mit flüssigen Grenzen. Dadurch verwandelt sich die Takarasienne in eine selbstbewusste und zuverlässige Vermittlerin der erzkonservativen Tradition, die jedoch modifiziert überliefert wird, indem ihr der Keim der Modernität eingeschrieben wird.

„Zwischen hinkon bijinesu und conspicuous non-consumption: Zu den Konsumpräferenzen der jüngeren Working Poor in Japan“ lautete der Titel von Julia Obingers Vortrag. Auch in Japan wird seit Jahren eine zunehmende Vergelegentlichung von Arbeitsverhältnissen bei mangelhafter sozialer Sicherung und der damit verknüpften Prekarisierung von Lebensverhältnissen auf breiter Ebene beobachtet. Diese wachsende neue „Unterschicht“, zu der auch die so genannten Working Poor (kinrōhinkon) zählen, kann, aufgrund ihres sehr geringen Einkommens und den damit äußerst begrenzten Konsummöglichkeiten, dem Anspruch des konventionellen japanischen Wohlstandskonzepts, das Reichtum und Zufriedenheit ausschließlich in materiellen Dimensionen definiert, nicht oder nur teilweise nachkommen. Daraus ergeben sich für viele Working Poor auch geringere Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe, wobei es jedoch ebenso Hinweise darauf gibt, dass sich viele der Working Poor mit ihrer wirtschaftlich vergleichsweise schwachen Situation arrangieren und alternative Lebensentwürfe an Attraktivität gewinnen.
Im vorgestellten Projekt soll jenseits einer einseitigen Problematisierung und Zuteilung von Opferrollen festgestellt werden, in welcher Weise die vorhandenen Konsumbedürfnisse trotz materiell prekärer Lebensumstände befriedigt werden können, welche Konsumentscheidungen getroffen werden und welche generellen Konsumpräferenzen und -muster erkennbar sind. Anhand dieser Erkenntnisse sollen Rückschlüsse auf den Lebensstil dieser Gruppe gezogen und festgestellt werden, ob sich mit den Working Poor eine neue „Schicht“ oder „Subkultur“ mit eigenen Wertvorstellungen und einem alternativen Verständnis von Konsum herausbildet und hier möglicherweise sogar von einer Umdeutung des Begriffs „Luxus“ gesprochen werden kann. Die damit verknüpften kulturellen Präferenzen sowie die veränderten Konsum- und Infrastrukturbedürfnisse sollen ebenso untersucht werden wie die Frage, inwieweit einkommensschwache Japaner als neue Zielgruppe wahrgenommen und angesprochen werden und welche Kräfteverhältnisse sich hierbei herausbilden.

Entlang einer genauen Betrachtung der Umstände der Modernisierung urbaner Lebensräume in der frühen Meiji-Zeit verdeutlichte der Vortrag von Mathias Hamp mit dem Titel „Moderne Architektur für ein modernes Kaiserreich“, in welcher Weise der Aufbau des imperialen Tokyo sowie die Umgestaltung anderer regionaler Zentren auch als ein Vehikel für die mediale Vermittlung nationalstaatlicher Identität zu verstehen ist.
Im Zuge des gesellschaftspolitischen Wandels des 19. Jahrhunderts engagierte sich die neue Führung des Meiji-Staates im Um- und Aufbau der urbanen Zentren Japans. Dies wurde insbesondere in der Umgestaltung der östlichen Hauptstadt Tokyo, aber auch in vielen regionalen Zentren deutlich. Wichtige Impulse zu diesen Restrukturierungsmaßnahmen gaben dabei nicht nur die Fachleute, die zu diesem Zweck aus dem Ausland eingeladen wurden. Auch die Niederlassungen, welche in den neu gegründeten Überseehäfen wie Yokohama oder Kobe entstanden, können als Erprobungsstätte im Umgang mit neuen Baupraktiken und Materialien wie Zement, Glas und Stahl angesehen werden. Der Erprobungscharakter wurde in diesem Beginn einer modernen japanischen Architektur besonders angesichts der wiederholten Fehlkonzeptionen und Missstände in historischen Bauvorhaben deutlich. Little London, das zum zukünftigen Geschäftsviertel der neuen imperialen Hauptstadt avancieren sollte, konnte zum Beispiel wegen mangelnder Belüftungsmöglichkeiten und den daraus resultierenden Folgen kaum Benutzer auf sich ziehen. Die Statik größerer Bauten war, im Unterschied zu traditionelleren Bauformen, Erdbeben kaum gewachsen. Angesichts der erzwungenen Öffnung der Vertragshäfen, dem Versuch einer außenpolitischen Selbstbehauptung, scheint die Übernahme fremder Baupraxis in Japan vor dem Hintergrund dieser Mängel mehr als paradox. Im Unterschied zu weitgehend etablierten Lehrmeinungen vertrat Hamp in seinem Vortrag die These, der städtebauliche Wandel ab der Meiji-Zeit habe keineswegs ausschließlich pragmatischen Vorgaben gefolgt. Im Gegenteil, Architektur – im weitesten Wortsinn – wurde unter den Meiji-Führern unter dezidiert sendungsbewussten Gesichtspunkten instrumentalisiert, um ihren Anspruch auf ein modernes Kaiserreich zu untermauern. Dieser wichtige Teilaspekt der Entstehung des modernen japanischen Kaiserreichs blieb, abgesehen von einigen wenigen erhalten repräsentativen Zeugnissen, angesichts rascher Bauzyklen kaum beachtet. So wird der meijizeitlichen „Städteschau“ nur unter betont praktischer Hinsicht als Beginn einer japanischen Architekturmoderne gedacht, ohne aber der Rekonzeption zentraler Orte unter ästhetischen Aspekten Rechnung zu tragen.

In seinem Vortrag „Ganbare, Ore-tachi!‘ Die Inszenierung japanischer Comedy als Wettkampf am Beispiel des Manzai-Wettbewerbs M-1 Grandprix“ beschäftigte sich Till Weingärtner mit dem in Japan immer populärer werdenden Medienformat der Comedy-Wettbewerbe und erläuterte seine Beobachtungen anhand einiger Beispiele aus der Fernsehsendung „M-1 Grandprix“. Der „M-1 Grandprix“ ist ein seit 2001 jährlich veranstalteter Manzai-Wettbewerb, der professionellen Komikern ebenso offen steht wie Amateuren und Jahr für Jahr mehrere Tausend Teilnehmer anlockt. Die Popularität dieses Wettbewerbs hat entscheidend zum aktuell anhaltenden „Comedy Boom“ in Japan beigetragen.
Till Weingärtner wies in seiner Analyse der medialen Aufbereitung des Finales des „M-1 Grandprix“ im Besonderen auf die Ähnlichkeiten mit der Übertragung von Sportereignissen hin. In beiden Fälle dienen Einspielungen von Hintergrundberichten, Expertenkommentare zu den Darbietungen, musikalische Untermalung oder Voraussagen über mögliche Gewinner und Favoriten u.ä. dem Aufbau zusätzlicher Spannung. Ein Comedy-Wettbewerb wie der „M-1 Grandprix“ bedient sich darüber hinaus weiterer Elemente des Sports, etwa in der bildlichen Präsentation der Teilnehmer als zum Kampf bereitstehende Boxer, aber auch auf sprachlicher Ebene: Schon der Begriff „M-1“ orientiert sich an Bezeichnungen wie „F-1“ oder K-1“, die für sportliche Großereignisse stehen. Finalteilnehmer werden in eingespielten Videos oder von den Moderatoren häufig als „Kämpfer“ bezeichnet.
Eine solche Inszenierung von Comedy führt zu einer veränderten Rezeption durch die Zuschauer, die sich z.B. durch Einträge in Fan-Blogs ablesen lässt. Im Mittelpunkt des Interesses steht kaum noch das Material des einzelnen Komikers, sondern verstärkt die Frage, wie sich die Akteure im Gesamtkonzept Wettbewerb schlagen. Die narrative Ebene des Wettbewerbs überlagert somit die eigentliche Comedy. Auch die Texte der Komiker selbst verändern sich: Sie werden kürzer, längere Auftritte werden verstärkt zu einer Kombination verschiedener kürzerer „wettbewerbsgeeigneter“ Materialien.

„Kriegspiele: Zur Militarisierung der Kindheit im zwanzigsten Jahrhundert“ war das Thema von Sabine Frühstück, die mit ihrem Vortrag Einblick in laufende Forschungsarbeiten gab. Den Kern ihrer transkulturellen, historischen Analyse, die vor allem Japan, Deutschland und die USA (und Cyberspace) ins Auge fasst, bildete das Argument, dass sich im zwanzigsten Jahrhundert die Beziehungen zwischen den verschiedenen Modi der Militarisierung und den Konzeptionen von Kindheit dramatisch verändert haben.
Philippe Ariès, der in „L'Enfant et la vie familiale sous l'ancien régime“ (1960) das achtzehnte Jahrhundert als das Jahrhundert der Entdeckung der Kindheit in Europa beschrieben hat, konstatierte, dass zur damaligen Zeit Spiele als beste physische Ertüchtigung und Ausdrucksort von Patriotismus „erkannt” wurden. Französische Regierungsmitglieder hatten in einem Traktat zu „Gymnastique de la Jeunesse“ geschrieben, dass „militärischer Drill, der von jeher die Basis der Gymnastik darstelle,” im Sinne der französischen Verfassung auf die Verteidigung der Nation ausgerichtet zu sein habe, zumal „unsere Kinder Soldaten sind schon bevor sie geboren sind.” Eine ähnliche Sichtweise wie Ariès‘ lässt sich in Yanagita Kunios „Meiji Taishôshi sesôhen“ (1957) auch für das Japan des frühen 20. Jahrhunderts feststellen.
Laut Frühstück erhoffen sich am Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts nun Militärrekruter in Japan und anderswo, dass digitale Kriegsspiele, die typischerweise als Koproduktionen von militärischen Organisationen und der Unterhaltungsindustrie entwickelt werden, Kinder und Jugendliche mit dem Krieg vertraut machen und ins Militär ziehen. Während die Referentin für den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts noch eine massive Beeinflussung deutscher militärischer Praktiken auf jene anderer Staaten sieht, darunter auch Japan, konstatiert sie für die Gegenwart hingegen die Dominanz japanischer digitaler Technologien auf Kriegsspiele in der ganzen Welt.
In ihrem Vortrag ging Sabine Frühstück Veränderungen wie diesen nach, indem sie sich mit der Frage auseinandersetzte, wie Kinder Krieg spielen und wie militärische Organisationen und/oder die Staatsapparate, mit denen sie verbunden sind, versuchen, Kinder in Kriegsspiele einzubeziehen.

Sprecherinnen der Fachgruppe Kultur und Medien:

Prof. Dr. Hilaria Gössmann (Universität Trier)
Prof. Dr. Annette Schad-Seifert (Universität Düsseldorf)
Prof. Dr. Evelyn Schulz (Universität München)
Cosima Wagner, M.A. (Universität Frankfurt/Main)

E-Mail: culture_media@vsjf.net

Prof. Dr. Hilaria Gössmann (Universität Trier)

Bericht – Fachgruppe Politik
Bericht zum Treffen der Fachgruppe „Politik“ bei der Tagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung in Berlin am 21. November 2009

Das Treffen der Fachgruppe Politik war mit ca. 30 Teilnehmern sehr gut besucht. Auf dem Programm standen zunächst drei Vorträge, in denen eine kurz vor dem Abschluss stehende Magisterarbeit sowie zwei laufende Promotionsprojekte vorgestellt und intensiv diskutiert wurden. Ebenso wurden die japanischen Unterhauswahlen vom September 2009 diskutiert, in denen die langjährige Regierungspartei LDP eine dramatische Niederlage erlitten hatte und von der Demokratischen Partei Japans abgelöst wurde.

Die Fachgruppensitzung wurde geleitet von Gabriele Vogt (Universität Hamburg) und Verena Blechinger-Talcott (Freie Universität Berlin).

Im ersten Vortrag stellte Heiko Lang (Ludwig-Maximilians-Universität München) seine Vorüberlegungen für sein Dissertationsprojekt „Das Erbe der Großostasiatischen Wohlstandsphäre: Ideologische Kontinuitäten im außenpolitischen Diskurs Japans“ vor. Er ging dabei der Frage nach, inwieweit Konzepte und Ideen aus der Vorkriegs- und Kriegszeit, insbesondere im Kontext des Konzepts einer Großostasiatischen Wohlstandssphäre, für den heutigen konservativen außenpolitischen Diskurs in Japan und damit auch für die intraregionalen Beziehungen in Asien noch relevant sind. Seine Arbeitsthese lautete, dass die ideologischen Bausteine, die in den 1930er/1940er Jahren in Japan zu dem Projekt der „Großostasiatischen Wohlstandssphäre“ führten, im gegenwärtigen regionalpolitischen Diskurs noch immer eine Rolle spielen. In der Vorkriegs‐ und Kriegszeit dienten Normen des Asianismus, aber auch bestimmte Rollenbilder, die Japan als Modernisierer, Befreier oder ökonomischer Integrator sahen, zur ideologischen Rechtfertigung für den regionalen Führungsanspruch Japans in Südostasien. Lang argumentierte, dass Begründungsmuster für einen regionalen Führungsanspruch Japans heute - wenn auch mit einer anderen Zielsetzung - auf ähnliche Argumente zurückgreifen wie in den 1930er und 1940er Jahren. Er verwies dabei auf Denkstrukturen, die die ökonomische Integration in Asien in den Kontext des bereits in den 1930er Jahren entwickelten "Fluggänse-Modells" stellten sowie auf die Bemühungen Japans, sich als "Anwalt" oder "Sprecher" Asiens auf internationaler Ebene darzustellen.

Im zweiten Vortrag präsentierte Ruth Achenbach (Universität Hamburg) die Ergebnisse ihrer eben fertiggestellten Magisterarbeit mit dem Titel „Die japanische Taiwanpolitik von Satō bis Fukuda: Erste Schritte hin zu einer eigenständigen Außenpolitik?“. Ihr ging es darum, die Rolle und den Einfluss der USA auf die japanische Sicherheitspolitik zu hinterfragen. Dabei untersuchte sie Japans Verhalten in der China-Taiwan Frage mit dem methodischen Ansatz der "two-level games", bei dem es darum geht, dass die Entscheidungsträger und ihre Verpflichtung im Mittelpunkt stehen, internationale und nationale Forderungen zu vereinbaren. Beginnend mit Japans Dilemma, welches China es als legitime Vertreterin Gesamtchinas anerkennen sollte, spitzte sich die Frage der Ausrichtung der japanischen Chinapolitik in den 1970er Jahren zu. Japan hatte sich erst 1969 mit den USA auf die Anerkennung der Bedeutung Taiwans für die japanische Sicherheit und auf eine enge Absprache in der Chinapolitik geeinigt, als U.S.-Präsident Richard Nixon am 15. Juli 1971 überraschend einen Besuch in der VR China ankündigte. Japan war also gezwungen, sein Verhältnis zur VR China wie auch zu Taiwan zu überdenken, gleichzeitig verdeutlichte dieser sogenannte Nixon-Schock die außenpolitische Abhängigkeit Japans von den USA. Die Beziehungen Japans zu Taiwan wurden 1972 abgebrochen, 1978 schloss Japan einen Friedens- und Freundschaftsvertrag mit der Volksrepublik. Der Vortrag stellte zunächst die Rahmenbedingungen japanischer Außenpolitik gegenüber den USA wie auch gegenüber China und Taiwan vor und beleuchtet dann die jeweiligen innen- und außenpolitischen Diskussionen zur Chinafrage und ihre Rezeption in den Amtszeiten der Premierminister Satō, Tanaka, Miki und Fukuda. Es wurde deutlich, dass auch die diplomatischen Schritte Japans, die früher als entsprechende Entscheidungen in der amerikanischen Chinapolitik erfolgten, in Abstimmung mit den USA eingeleitet wurden, so dass letztlich von einer von den USA unabhängigen Außenpolitik Japans (noch) keine Rede sein konnte.

Im dritten Vortrag mit dem Titel „Der Weg zum Ziel: Einflussfaktoren bei der Implementierung von Gender Equality in den Präfekturen Nagasaki und Shiga“ stellte Phoebe Holdgrün (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) ihr Dissertationsprojekt sowie die Ergebnisse ihrer Feldforschung in Japan aus dem Jahr 2008 vor. Konkret ging es um die Umsetzung des Konzepts einer „Gesellschaft der gemeinsamen Partizipation von Männern und Frauen“, die als Zielsetzung im Basic Law for a Gender-equal Society (Danjo kyôdô sankaku shakai kihonhô) 1999 rechtlich verankert worden ist. Wie dieses Ziel konkret erreicht werden soll, ist von jeder der 47 Präfekturen in Japan eigenständig zu erarbeiten und umzusetzen. Auf den ersten Blick scheint es, dass sich die Programme der Präfekturen und deren Instrumente ähneln. Holdgrün zeigte jedoch, dass in jeder Präfektur unterschiedliche Rahmenbedingungen vorherrschen, die sich vor allem in verschiedenen Merkmalen der beteiligten politischen Akteure zeigen. Ihre Untersuchung ging der Frage nach, welchen Einflussfaktoren der Implementierungsprozess in den einzelnen Präfekturen ausgesetzt ist. Als Fallbeispiele dienten die Präfekturen Nagasaki und Shiga: Nagasaki mutet als konservative Männerdomäne an, wohingegen Shiga allein schon durch eine höhere weibliche Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen andere akteurspezifische Voraussetzungen für die Umsetzung von Gender Equality mitzubringen scheint.

Im letzten Teil des Fachgruppentreffens analysierte Patrick Köllner (Institut für Asien-Studien, GIGA, Hamburg) „Die Demokratische Partei Japans: Programmatik, Personal und Perspektiven“. Verena Blechinger-Talcott (Freie Universität Berlin) kommentierte den Vortrag. Köllner arbeitete im Vortrag zunächst die Gründe für das Scheitern der LDP bei den Unterhauswahlen 2009 in Japan heraus und stellte die Strategie und das Programm der Demokratischen Partei Japans im einzelnen vor. Ebenso zeigte er erste Entwicklungslinien für die nachfolgende Regierungspolitik auf und wies auf mögliche Konfliktfelder hin. In der folgenden, lebhaften Diskussion ging es insbesondere darum, ob die Wahl 2009 als Paradigmenwechsel in der japanischen Politik zu verstehen ist oder ob sich nun, knapp 15 Jahre nach der Änderung des Wahlsystems und der stärkeren Betonung der Mehrheitswahl durch die 300 in Einerwahlkreisen vergebenen Mandate, die Effekte der Wahlsystemreform niederschlagen und Japan von nun als von zwei, alternierend regierenden politischen Parteien geprägtes System zu verstehen ist.

Sprecherinnen der Fachgruppe Politik:

Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott (Freie Universität Berlin)
Dr. Kerstin Luckner (Universität Duisburg-Essen)
Prof. Dr. Gabriele Vogt (Universität Hamburg)

E-Mail: politics@vsjf.net

Verena Blechinger-Talcott (Freie Universität Berlin)

Bericht – Fachgruppe Soziologie und Sozialanthropologie
Bericht zum Treffen der Fachgruppe „Soziologie und Sozialanthropologie“ bei der Tagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung in Berlin am 21. November 2009

In Anschluss an die Begrüßung durch die Sprecher der Fachgruppe und einer kurzen Vorstellungsrunde wurden drei Forschungsprojekte präsentiert und diskutiert.

Im ersten Beitrag „Vom Sararîman zum unternehmerischen Selbst: Ein erwerbssoziologische Verortung von Ein-Personen-Unternehmer/innen in Japan“ berichtete Shizuka Jäger-Dresen (Universität Duisburg-Essen) über ihr Promotionsprojekt. Hierbei stehen neue Formen der Selbstständigkeit in Japan im Zentrum der Arbeit. Während in den OECD-Ländern eine starke Zunahme des Anteils von Selbstständigen in den letzten Jahren festzustellen ist, bilden Japan und Frankreich hierbei Ausnahmen. Jedoch ist auch in Japan parallel zur Zunahme von atypischer Beschäftigung ein signifikanter Wandel innerhalb der Gruppe der Selbstständigen aufgetreten. So können eine Zunahme von selbstständigen Männern im Vergleich zu Frauen und eine Zunahme der Selbstständigkeit im wissensintensiven Dienstleistungsbereich identifiziert werden. Dies wirft die Frage auf, ob es sich hierbei um einen neuen Typ von hochqualifizierten Selbstständigen oder nur eine Form der Prekarisierung, welche eben auch nicht vor solch hochqualifizierten Arbeitskräften Halt macht, handelt. Jäger-Dresen stellte als Ergebnis einer ersten Umfragerunde vier Typen vor, welche innerhalb der neuen Selbstständigkeit unterschieden werden können. In der Diskussion zum Vortrag wurden unter anderem auf einige grundlegende Probleme in den offiziellen Arbeitsmarktstatistiken in Japan hingewiesen und die ursprüngliche Definition einiger im Vortrag verwendeter Konzepte erörtert.

Nadine Vogel (Freie Universität Berlin) stellte im zweiten Beitrag ihr Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel „Wandel des Wohlfahrtsstaats durch Einbindung der Zivilgesellschaft? Chancen und Grenzen einer Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure in sozialpolitische Aufgabenbereiche im japanischen Wohlfahrtsstaat“ vor. Das Projekt beschäftigt sich mit der Zunahme von Non-Profit-Organisationen (NPO) im Zuge der neuen Gesetzgebung in den späten 1990er Jahren und deren Einbindung in die staatliche Sozialpolitik in Japan. Vogel präsentierte ihre aus der Literatur abgeleiteten Ausgangsthesen und ihren Zeitplan für die Umsetzung des Forschungsprojekts während eines bevorstehenden Japanaufenthaltes. In der anschließenden Diskussion wurde auf den unterschiedlichen Charakter von zivilgesellschaftlichen Akteuren in Japan hingewiesen und deswegen die Frage aufgeworfen, ob es sinnvoll ist, sich auf inkorporierte NPO zu konzentrieren. Auch kam der Hinweis, dass es angesichts der qualitativen Ausrichtung der empirischen Erhebung sinnvoll sein könnte, bereits in einem früheren Stadium des Japanaufenthalts mit den geplanten Interviews zu beginnen.

Im letzten Beitrag berichtete Martin Lieser von der Universität Bonn über sein Projekt für eine Magisterarbeit: „Among the sapôtâ: Fußballfankultur in Japan“. Lieser war als teilnehmender Beobachter während eines längeren Aufenthalts Mitglied bei einer Anhängergruppe der Kashiwa Reysol, eines Clubs der höchsten Division der J-League aus der Stadt Kashiwa (Präfektur Chiba). In seiner Arbeit greift Lieser verschiedene theoretische Konzepte aus der sozialwissenschaftlichen Sportforschung wie z.B. zu Idealtypen von Anhängern und zur gegenseitigen, transnationalen Beeinflussung der Fußballfankultur auf. Hierbei möchte er die Anwendbarkeit dieser Konzepte auf die Anhänger von Kashiwa Reysol in Japan als Fallbeispiel überprüfen. Neben anderen Punkten wurden in der Diskussion Fragen nach der Gewaltbereitschaft der Fans und dem Vorhandensein gewisser Tabus in der japanischen Fußballfankultur gestellt. Auch wurden der Integrationsgrad von Lieser und seine Stellung in der Gruppe bei seiner teilnehmenden Beobachtung thematisiert.

Sprecher der Fachgruppe Soziologie und Sozialanthropologie:

PD Dr. Christoph Brumann (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle)
Dr. David Chiavacci (Freie Universität Berlin)

E-Mail: sociology@vsjf.net

Christoph Brumann (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle)
David Chiavacci (Freie Universität Berlin)


Bericht – Fachgruppe Stadt- und Regionalforschung
Bericht zum Treffen der Fachgruppe „Stadt- und Regionalforschung“ bei der Tagung der Vereinigung für sozialwissenschaftliche Japanforschung in Berlin am 21. November 2009

Im Rahmen der Tagung begrüßte Thomas Feldhoff (UHI, Inverness) am Samstag, 21.11.2009, die Referenten und Teilnehmer der Fachgruppensitzung Stadt- und Regionalforschung. Die Fachgruppe ist im Bereich der Humangeographie angesiedelt (Wirtschafts-, Sozial-, Stadt-, Regionale Geographie), interdisziplinär jedoch offen. Willkommen sind daher immer auch ExpertInnen aus den Nachbarwissenschaften, unter anderem Stadt- und Regionalplanung, Ökonomie, Politologie und Soziologie, Umweltwissenschaften, Verkehr und Logistik, Architektur, Bauwesen, Jura.

Die Auswirkungen einer zunehmend neoliberal geprägten Stadtpolitik auf die sozialräumliche Struktur japanischer Großstädte waren das Thema des Vortrags „Vom Mittelschichtsymbol zu Armutsinseln? Zur veränderten sozialen Situation öffentlicher Wohnsiedlungen in Japan“ von Ralph Lützeler (Deutsches Institut für Japanstudien DIJ, Tokyo). Lützeler wies nach, dass sich der von David Harvey (1989) postulierte Übergang von einer verwaltenden zu einer unternehmerischen, das wirtschaftliche Wachstum einer Metropole in den Vordergrund rückenden Stadtpolitik auch in Japan spätestens seit der Koizumi-Ära vollzogen und unter anderem zu einer Verstärkung kleinräumiger Segregationstendenzen geführt hat. Auch die ehedem als Symbole der urbanen japanischen Mittelschichtgesellschaft geltenden öffentlichen Mehrfamilienhaus-Wohnsiedlungen (danchi) der 1950er bis 1980er Jahre haben sich unter anderem im Gefolge einer restriktiver gehandhabten Wohnungspolitik zunehmend zu Sammelbecken marginaler Bevölkerungsgruppen wie allein lebende alte Menschen oder Erwerbslose entwickelt, wodurch sie sich nun auch in sozialstruktureller Hinsicht klar von umliegenden Stadtvierteln unterscheiden. Nach einer Darstellung der aktuellen Lage in Siedlungen des kommunalen Wohnungsbaus in Tokyo (toei jūtaku) widmete sich Lützeler im zweiten Teil seiner Darlegungen Maßnahmen, die bisher seitens der Präfekturverwaltung von Tokyo zur Entschärfung der Situation bereits durchgeführt worden oder beabsichtigt sind. Hierbei zeigte sich, dass – anders als bei ähnlichen Projekten in Europa – weniger die gesellschaftliche Reintegration der betroffenen Bewohner im Vordergrund der Bemühungen steht, sondern die Strategien einseitig auf eine Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes orientiert sind, auch um die globale Attraktivität von Tokyo zu erhöhen. Damit ergänzen sie nationale Stadtentwicklungskonzepte, statt sie zu korrigieren.

In einem weiteren Beitrag berichtete Carolin Funck (Hiroshima University Graduate School of Integrated Arts and Sciences) über die „Restrukturierung von Massentourismus-Destinationen in Japan: Hida Takayama”. Massentourismus umfasst nicht nur Gruppenreisen und Reisen von Reiseveranstaltern, also „organisierte” Massentouristen, sondern auch „individuelle” Massentouristen, viele einzelne Touristen, die den gleichen Verhaltensmustern folgen. In den meisten Touristenorten mischen sich beide Gruppen. Nach dem Tourism Area Life Cycle, einem grundlegenden Konzept der Tourismusgeographie, das erstmals von Butler (1980) vorgestellt wurde, entwickeln sich Tourismusdestinationen genauso wie Produkte über mehrere Stufen; dabei besteht auch die Möglichkeit des Niedergangs oder des Rückzugs aus dem Tourismussektor. Dieser Gefahr begegnen Destinationen mit Strategien zur Restrukturierung, z.B. Erhalt oder Rekonstruktion von Landschaft und natürlichen Ressourcen, Erschließung spezieller Gästegruppen, PR-Kampagnen zur Änderung des Image, Kooperation mit anderen Destinationen zur Schaffung einer Tourismusregion, Verbesserung und Verbreiterung des Angebots an touristischen Ressourcen, Einrichtungen und Dienstleistungen oder Einrichtung eines Systems zur Qualitätsbewertung touristischer Ressourcen. Dieser Beitrag untersuchte am Beispiel der Stadt Hida Takayama (Gifu-Präfektur) in Japan, welche Faktoren die Entwicklung einer neuen Massentourismus-Destination in Gang setzen und welche Strategien erfolgreich zur Stabilisierung eingesetzt wurden. Im Fall von Hida Takayama stellte der konsequente Erhalt des historischen Stadtbilds die Basis für die Tourismusentwicklung dar. Darüber hinaus erwiesen sich besonders die Erschließung einer neuen Gästegruppe, nämlich ausländischer Touristen, und die Anpassung des touristischen Angebots an deren Bedürfnisse als sinnvoll. Die Integration umliegender Ortschaften, die durch die Gemeindereform Teil der Stadt Takayama geworden waren, in eine Tourismusregion ist dagegen noch wenig fortgeschritten.

Sollte Ihr Interesse an einer Mitwirkung in der VSJF-Fachgruppe Stadt- und Regionalforschung geweckt worden sein, wenden Sie sich bitte an die

Sprecher der Fachgruppe Stadt- und Regionalforschung:

PD Dr. Thomas Feldhoff (UHI, Inverness)
Prof. Dr. Winfried Flüchter (Universität Duisburg-Essen)

E-Mail: urban-regional_studies@vsjf.net

Thomas Feldhoff (UHI, Inverness)

Bericht – Workshop „Geschlechterforschung zu Japan“
Bericht vom 16. Gender-Workshop „Geschlechterforschung zu Japan“
19.-20. November 2009 in Berlin zum Thema „Intersektionalität – Arten von Differenzen“


Im Vorfeld der VSJF-Jahrestagung gab es auch in diesem Jahr wieder einen Gender-Workshop „Geschlechterforschung zu Japan“ – mittlerweile zum 16. Mal – der von Prof. Dr. Ilse Lenz (Universität Bochum) und Prof. Dr. Michiko Mae (Universität Düsseldorf) gemeinsam mit Dr. Ina Hein (Universität Düsseldorf) und Dr. des. Julia Schmitz (Universität Düsseldorf) organisiert wurde. Das Thema „Intersektionalität – Arten von Differenzen“ wurde in sechs Vorträgen aus kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive präsentiert und gemeinsam in einer Lesewerkstatt diskutiert.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Michiko Mae und einer Vorstellungsrunde aller WorkshopteilnehmerInnen leitete Ina Kerner (HU Berlin) mit ihrem Vortrag „Was ist Intersektionalität?“ in das Thema ein. Sie legte den Fokus auf die Hintergründe der aktuellen Intersektionalitätsforschung und charakterisierte Intersektionalität als einen offenen Begriff, der für das Zusammendenken verschiedener Formen von Ungleichheit steht. Kernkategorien sind Race, Class und Gender, die jedoch erweitert und ergänzt werden durch z.B. Alter und Behinderung.
In der „Lesewerkstatt zum Thema ‚Intersektionalität’“, organisiert von Ina Hein und Julia Schmitz, wurde der Aufsatz „‚Intersectionality’ – ein neues Paradigma feministischer Theorie? Zur transatlantischen Reise von ‚Race, Class, Gender’“ von Gudrun-Axeli Knapp intensiv diskutiert. Die SeminarteilnehmerInnen erarbeiteten in Kleingruppen abschnittsweise den Inhalt des Aufsatzes, präsentierten die wichtigsten Erkenntnisse auf einem Poster und erörterten in einer sich anschließenden Diskussion die Nutzbarkeit einer intersektionellen Herangehensweise für die eigene, auf Japan bezogene Forschung sowie damit verbundene Schwierigkeiten.
Den Tagesabschluss bildete Annette Schad-Seifert (Universität Düsseldorf), die in ihrem Vortrag „Männer als Verlierer, Frauen als Gewinner? – Geschlechtliche Polarisierung im Diskurs um Japans Konsum-Unterschichten“ die Begriffe Klasse und Geschlecht im Zusammenhang mit der Analyse des Diskurses über die so genannten „Konsum-Unterschichten“ untersuchte. Ausgehend von Miura Atsushi und Ueno Chizuko analysierte sie den Unterschichten-Diskurs unter Anwendung einer dekonstruktivistischen Sicht auf den scheinbar gender-neutralen Begriff der Klasse und diskutierte, dass durch die diskursive Produktion von Typologien und Zuschreibungen eine „Klassenformation“ erzeugt wird, die dazu beiträgt, Frauen und Männer sozial und kulturell neu zueinander zu verorten.

Der zweite Tag begann mit einem Vortrag von Stephanie Klasen (Universität Düsseldorf) mit dem Titel „Kulturelle und Gender-Differenzen in ‚Pacchigi Love & Peace’“. Sie behandelte darin exemplarisch für einen Bestandteil des Korea-Booms in Japan den Film „Pacchigi Love & Peace“, in dessen Zentrum ein japanisch-koreanisches Geschwisterpaar steht. Anhand dieser Figuren zeigte Klasen auf, wie sowohl geschlechtliche als auch ethnische Differenzen konstruiert werden und sich wechselseitig aufeinander beziehen.
Maria Grajdian (Universität Heidelberg) thematisierte in ihrem Vortrag „Japan schlägt zurück: Der Fall ‚Takarazuka Revue’ oder die intersektionelle Macht der Kultur“, inwieweit Geschlecht in dem musikalischen Unterhaltungstheater „Takarazuka Revue“ als dynamisches Universum inszeniert wird. Anhand einiger filmischer Ausschnitte konnte aufgezeigt werden, wie Geschlecht, Ethnie und soziale Schicht auf der Bühne konstruiert werden. Kultur wird in diesem Zusammenhang als intersektionelle Auseinandersetzung mit dem Selbst und mit dem Anderen verstanden.
„‚Der Herr Ehemann kommt zum Studium her und bringt seine Gattin mit, die dann jobben geht.’ Integrationsperspektiven für MigrantInnen in Beppu und Halle (Saale) aus der Sicht zivilgesellschaftlich Aktiver“, so lautete der Vortrag von Frauke Kempka (Universität Halle). Sie beschäftigte sich aus intersektioneller Perspektive mit der Integrationsförderung in Beppu, die sie exemplarisch anhand ihrer aus Interviews gewonnenen Daten analysierte. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie die Selektivität im Engagement von Japanerinnen für die gesellschaftliche Teilhabe von MigrantInnen erklärt werden kann, und von welchen Kategorien der Grenzziehungen diese bestimmt wird.
Im Mittelpunkt des Vortrags „Shokuiku im ‚trauten Kreis der Familie’ – Die Diskriminierung berufstätiger Frauen im Rahmengesetz zur Ernährungserziehung“ von Cornelia Reiher (Universität Leipzig) stand die Verbindung des dem Rahmengesetz zugrunde liegenden Familien- und Geschlechterbildes mit den Kategorien Berufstätigkeit und ökonomisches Kapital. Reiher hat am Beispiel Arita-chô herausgearbeitet, wie die Verantwortung für die Umsetzung des Rahmengesetzes ausschließlich den Frauen (als Mütter, Erzieherinnen etc.) auferlegt wird, und wie aber gleichzeitig berufstätige Mütter diskriminiert werden, da sie z.B. das im Gesetz formulierte Leitbild einer „um den Esstisch versammelten Familie“ nicht umsetzen können. Die Differenzziehung findet hier somit im Bereich Ernährung statt.
Der Workshop endete mit einer Abschlussdiskussion, in der die gewonnenen Erkenntnisse zur intersektionellen Herangehensweise reflektiert sowie offen gebliebene Fragen und Probleme thematisiert wurden.

Der nächste Workshop wird sich voraussichtlich an dem Themenschwerpunkt der VSJF-Jahrestagung (Cultural Power, Cool Japan, Japanische Popkultur im Ausland) orientieren. Ein entsprechender Call for Papers für den kommenden Workshop wird im Frühjahr 2010 erstellt und verschickt. Berichte und aktuelle Informationen zum Workshop können auch auf der Homepage ›› des Fachs Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf abgerufen werden.

Sprecherinnen des Workshops Geschlechterforschung zu Japan:

Prof. Dr. Ilse Lenz (Ruhr-Universität Bochum)
Prof. Dr. Michiko Mae (Heinrich-Heine-Universität)
Dr. des. Julia Schmitz (Heinrich-Heine-Universität)
Dr. Ina Hein (Heinrich-Heine-Universität)

E-Mail: gender_studies@vsjf.net

Julia Schmitz (Universität Düsseldorf)

Bericht – Publikationsworkshop
Bericht zum Publikationsworkshop "Publish (in English-Language Journals) or Perish" im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin vom 19.–20. November 2009

Die beiden VSJF-Vorstandsmitglieder Verena Blechinger-Talcott (Freie Universität Berlin) und Sabine Frühstück (University of California, Santa Barbara) organisierten im Vorfeld der VSJF-Jahrestagung 2009 einen Workshop zum Thema "Publish (in English-Language Journals) or Perish". Der Workshop wurde von der Freien Universität Berlin und von der VSJF finanziert und vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin logistisch unterstützt. Die Veranstaltung war als Diskussionsforum gestaltet, um Doktorandinnen und Doktoranden wie auch anderen jungen Wissenschaftlern Einsichten in die Konventionen englischsprachiger Fachzeitschriften zu geben. Neben den Organisatorinnen stellten die folgenden Sozialwissenschaftler und Japanexperten das Beraterteam: Angus Lockyer, tätig an der School of Oriental and African Studies, University of London, und senior editor von Japan Forum, der führenden sozialwissenschaftlichen Japanzeitschrift in Europa; Wilhelm Vosse, Professor für Politikwissenschaft und internationale Beziehungen an der International Christian University, Tokyo, und Mitglied des editorial boards von Japan Aktuell und des Journal of Current Japanese Affairs. Ebenso nahm David Chiavacci, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ostasiatischen Seminar der FU Berlin und Mitherausgeber des Japan-Jahrbuchs der VSJF, am Workshop als Berater teil.

Die Berater nahmen zwei Aufgaben wahr: Zum einen vermittelten sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in den Evaluierungs- und Publikationsprozess bei englischsprachigen Zeitschriften und behandelten dabei vor allem die folgenden Fragen: Wie findet man heraus, welches die richtige Zeitschrift für die Publikation der eigenen Arbeit ist? Wie funktioniert der peer review-Prozess? Wie reicht man ein Artikelmanuskript ein? Worauf muss man beim Schriftverkehr mit dem leitenden Redakteur einer Zeitschrift achten, welche Aspekte sollten im ersten Anschreiben auf jeden Fall erwähnt werden und warum? Wie liest man die Gutachten (readers’ reports)? Wie überarbeitet man einen Artikel aufgrund von kritischen Gutachten? Wie reicht man die überarbeitete Version ein, worauf ist beim Begleitschreiben zu achten? Was soll man tun, wenn die Zeitschrift ein Artikelmanuskript ablehnt?

Die zweite Aufgabe des Beraterteams war die ausführliche Besprechung und Kritik der von den Teilnehmern vorab eingereichten Manuskripte. Die Teilnehmer des Workshops waren verpflichtet worden, vorab einen Entwurf für einen Artikel im Kontext der eigenen Dissertation bzw. laufenden wissenschaftlichen Arbeit zu erstellen und diesen vorab nicht nur an die Berater, sondern auch an alle Teilnehmer zu versenden. Alle Teilnehmer und alle Berater hatten alle Manuskripte vorab ausführlich gelesen und Kommentare dazu erarbeitet. Beim Workshop wurden jeweils zwei Berater dazu eingeteilt, ein Manuskript zu präsentieren und aus ihrer Sicht die Stärken und Schwäche der jeweiligen Beiträge herauszuarbeiten und in Bezug auf inhaltliche, formale und methodische Fragen bzw. Probleme zu kommentieren. Danach wurde der jeweilige Artikel im Plenum diskutiert. Pro Beitrag war eine einstündige Diskussion vorgesehen, sodass genug Zeit für die Besprechung der Entwürfe, aber auch für Empfehlungen, bei welcher Zeitschrift ein Beitrag zuerst eingereicht werden könnte und was vorab gegebenenfalls verbessert werden könnte, zur Verfügung stand.

Die Teilnehmer aus drei Ländern (Frankreich, Österreich und Deutschland) und fünf Universitäten legten die folgenden Essays zur Diskussion vor: “Narrating Photography: The Construction of a History of Japanese Photography in early Shôwa” (Sandrine Dalban-Tabard, Centre for Japanese Studies, INALCO, France), “Cross-Sector Partnerships as an Instrument of Environmental Governance? Chances and Limits of the Contemporary Eco-Collaboration Boom in Japan” (Susanne Brucksch, Universität Halle-Wittenberg und Freie Universität Berlin), “Political Leadership in Textbook Talks: A Comparison of Germany and Japan” (Alexandra Sakaki, Universität Trier), “Constructing an Ally: The Officially Desired Reporting on Japan in National Socialist Press Instructions, 1933 to 1939” (Stefan Hübner, Jacobs University Bremen), “Global Consciousness of Japanese Interwar Pan-Asianism” (Julian Plenefisch, Freie Universität Berlin), “Aesthetic Recontextualizations of Vernacular Tradition: Cases from the Echigo-Tsumari Art Triennal” (Susanne Klien, Freie Universität Berlin), und “The Flipside of Deeper Integration? Trade Liberalization Imbalances within Japanese Comprehensive Economic Partnership Agreements” (Nadine Burgschweiger, Freie Universität Berlin).

In der Abschlussrunde des Workshops wie auch in der Kommunikation zwischen Teilnehmern und Organisatorinnen nach dem Workshop wurde von den Teilnehmern betont, dass die Vorstellung, der eigene Text werde in einer großen Runde offen und intensiv diskutiert und kritisiert, zwar zu Beginn mit einigen Hemmungen verbunden war, dass das offene und konstruktive Klima des Workshops jedoch sehr schnell dazu beigetragen habe, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschrieben den Workshop durchweg als sehr produktiv und hilfreich. Vor allem wurde hervorgehoben, dass diese Veranstaltung die seltene Gelegenheit bot, nicht nur von ein oder zwei Personen - in der Regel den Betreuern der eigenen Dissertation - Kommentare und Anregungen zu erhalten, sondern das jeweilige Manuskript mit einer aus erfahrenen und Nachwuchswissenschaftlern zusammengesetzten, interdisziplinären Runde zu diskutieren, die die Arbeit noch nicht kannten. Gerade die offene und produktive Kritik aus der Perspektive von Redakteuren bzw. Gutachtern und die Information über den Begutachtungs- und Publikationsprozess sowie dafür hilfreiche Strategien wurden als sehr hilfreich empfunden. Alle Teilnehmer regten an, den Workshop in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Auch die Zusammenstellung des internationalen Beraterteams aus Professorinnen, Redakteur und weit fortgeschrittenen Nachwuchswissenschaftlern wurde gelobt. Kritisch gesehen wurde die Zulassung von Zuhörern, die sich nicht mit einem eigenen Text beteiligt hatten. Hier wurde angeregt, in Zukunft auf Zuhörer ohne eigenen Textbeitrag zu verzichten.

Sprecherinnen des Publikationsworkshops Publish (in English-Language Journals) or Perish:

Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott
Ostasiatisches Seminar
Freie Universität Berlin
Ehrenbergstr. 26 - 28
14195 Berlin
vblechin@zedat.fu-berlin.de

Prof. Dr. Sabine Frühstück
Dept. of East Asian Languages and Cultural Studies
University of California at Santa Barbara
Humanities and Social Sciences Bldg. 2232
CA 93106-7075 Santa Barbara
USA
fruhstuck@eastasian.ucsb.edu

Verena Blechinger-Talcott und Sabine Frühstück

Bericht – Redaktionsworkshop VSJF-Newsletter
Parallel zur VSJF-Jahrestagung wurde Ende November 2009 der Redaktionsworkshop für den VSJF-Newsletter abgehalten, bei welchem dem neuen Team die Aufgaben vermittelt wurden.

Die Redaktionsleiterin, Alice Buschmeier, lud einen Tag vor der Einführung in die Arbeit zum Kennenlernen in ungezwungener Atmosphäre ins Café Luise in Berlin-Dahlem ein. Eine Mitarbeiterin der letzten beiden Ausgaben, Dorothea Mladenova, war netterweise ebenfalls anwesend. Im Laufe des Abends stellten wir im Gespräch fest, dass wir als Redaktionsteam aus ganz Deutschland und sogar Österreich kommen und uns aus den verschiedensten Fachbereichen zusammensetzen.

Der eigentliche Workshop fand am Samstag, den 21. November, statt. Freundlicherweise begrüßte uns der damalige Vorsitzende Professor Wolfram Manzenreiter persönlich und gab uns einen Überblick über die Entwicklung der Vereinigung. Danach übernahm Alice Buschmeier und führte in die Arbeit am Newsletter ein. Nachdem der Zeitplan besprochen und alle Aufgaben verteilt waren, fand der Workshop sein Ende. Anschließend konnten wir mit einem Mittagessen gestärkt an der Jahrestagung der VSJF teilnehmen. So hörten wir uns Vorträge an und gingen in die verschiedenen Fachgruppen.

Die Mitgliederversammlung am Abend, bei der das ganze Team durch Alice Buschmeier kurz vorgestellt wurde, war für uns ebenfalls eine spannende Erfahrung. Durch die Teilnahme an der Jahrestagung und dank zahlreicher Gespräche mit den Mitgliedern erhielten wir einen interessanten Einblick in die japanologische Forschungsarbeit, wofür wir sehr dankbar sind.

Wir hoffen, wir konnten einen informativen Newsletter zusammenstellen und freuen uns über Anregungen, die wir gerne in der nächsten Ausgabe, die wir ebenfalls gestalten werden, berücksichtigen.

Eveline Hanke und Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)

3. WISSENSCHAFTLICHE AKTIVITÄTEN
In dieser Rubrik finden Sie Tagungsankündigungen, Call for Papers und Neuerscheinungen, die einen Eindruck von aktuellen Trends in der internationalen Forschung zum modernen Japan vermitteln.

3.1 TAGUNGSANKÜNDIGUNGEN
Im Folgenden finden Sie internationale Tagungsankündigungen.

Ankündigung – Creating Cities: Culture, Space... (Februar 2010, München)
Vom 25.-27. Februar findet in München die Tagung Creating Cities: Culture, Space, and Sustainability - The Cities, Culture, and Society (CCS) Conference statt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage der LMU ››.
Die Anmeldefrist wurde netterweise um zwei Tage verlängert - Sie haben bis zum 17. Februar die Gelegenheit, sich für die Konferenz anzumelden.


The conference Creating Cities: Culture, Space and Sustainability investigates the forces that shape the conditions of urban development and the creation of cities in comparative and interdisciplinary perspective. In recent years, the notion of the „creative city“ has become a guiding framework for thinking about the present and future state of cities and their capability of coping with the impact and challenges of globalization. Cities are regarded as engines of regional, national and global economic growth because they are the key centres for cultural production and consumption and target areas for mobility and migration. They are also contested sites because of increasing cultural and social diversity. Simultaneously, cities use cultural diversity and even counter-cultures to display appealing images and representations of creativity and innovation. Many citizens aspire to live and work in the cosmopolitan global environments that only metropolitan centres seem to be able to provide, but cities also provide vital space for the challenged, homeless, and other socially disadvantaged groups. The resolution of social disparities is consequently becoming an urgent policy task. Environmental and social sustainability, urban revitalization and amenity are major keywords of our time.
The writings of Richard Florida and Charles Landry have laid the basis for a new urban agenda that focuses on innovation, cultural revitalization and the built environment, attaching great importance to the contribution of the arts and the cultural sector to the economy. To be creative, cities thus must offer a vibrant environment, cultural amenities and career choices for both men and women sufficient to attract groups with talent to build creative industries. In prominent examples of creative cities such as Berlin the marketing policy mainly focuses on the creative industry sector including tourism. But in fact, a multitude of prerequisites and preconditions is necessary for the creation of cities at all, thus laying the basis for any kind of urban development.
In this context, this conference focuses on the interactions among culture, sustainability, and space. We would like to emphasise inquiry into the dynamics of cultural creativity, industries and production, the risks and benefits of both cultural diversity and social inclusion or exclusion, the sustainability of efforts to plan and redesign the urban built environment to promote creativity, and the identity politics of representations of the city and creativity in the popular imagination as well as spaces of heritage and tourism. We recognise that there are many different groups and focal points related to creating cities, so one major purpose of this conference is to create a framework in which both practitioners and researchers of different disciplines can interact and share ideas about how urban environments are being transformed.

Introductory Session: Creating Cities & Creative Cities
Session 1: Creative Diversity, Socioscapes, and Cultural Politics
Session 2: City Marketing
Session 3: Mobility and Built Environment
Session 4: Networks

Alice Buschmeier (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Drittes Deutsch-Japanisches Verbraucherforum (März 2010, Tokyo)
Das Deutsch-Japanische Zentrum Berlin (JDZB) kündigt für den 03. und 04. März 2010 in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Verbraucherzentrale Bundesverband und dem National Liasion Committee of Consumer Organisations das dritte Deutsch-Japanische Verbraucherforum in Tokyo an. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des JDZB ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – European-Japanese Dialog on Non-Proliferation (März 2010, Tokyo)
Das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin (JDZB) kündigt im Vorfeld des Gipfeltreffens zur Nichtverbreitung im März 2010 und der Review Conference des Nichtverbreitungsvertrags im Frühjahr 2010 einen Workshop an. Dieser findet vom 08. bis 09. März 2010 in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin statt und richtet sich an politische Entscheidungsträger und Experten aus Japan und Europa. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des JDZB ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – MISHIMA! Worldwide Impact and Multi-Cultural Roots (März 2010, Berlin)
Die auf Englisch und Japanisch abgehaltene Tagung "MISHIMA! Worldwide Impact and Multi-Cultural Roots" wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Freien Universität Berlin und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin organisiert. Die Konferenz wird vom 18. bis 20. März 2010 in den Räumlichkeiten der beiden erstgenannten Organisatoren stattfinden. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch sollten Sie sich bis zum 28. Februar 2010 bei Herrn Reinowski vom JDZB (jreinowski@jdzb) mit einem Formular anmelden, das Sie bei der JDZB ›› finden. Weitere Informationen zur Konferenz sind ebenfalls auf der Website vom JDZB ›› angegeben.

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Symposium: Biodiversität (März 2010, Berlin)
In Kooperation mit der Universität Gießen und dem japanischem Umweltministerium veranstaltet das Deutsch-Japanische Zentrum Berlin (JDZB) ein Symposium zum Thema Biodiversität vom 29. bis 30. März in Berlin. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des JDZB ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – DIJ Forum: Policing obesity in Japan... (April 2010, Tokyo)
Am 01.04.2010 wird am Deutschen Institut für Japanstudien das regelmäßig stattfindende DIJ-Forum abgehalten. Diesmal wird Wolfram Manzenreiter, Professor an der Universität Wien, seine Forschung unter dem Titel: "Policing obesity in Japan. Health politics and Japanese-style risk society" vorstellen. Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung sowie zu dem monatlich stattfindenden DIJ Forum sind auf der Homepage des DIJ Tokyo ›› abrufbar.

This lecture focuses on the background and the repercussions of the new mandatory Special Health Checkup which has been popularized under the name of Metabo Health Checkup. I will place the Japanese government’s long-standing interest in surveying the national body and the recent shift towards mapping adipose bodies into the context of the sociological discussion on risk and reflexivity in modernity. In doing so, I focus on three major issues: the fabricated nature of risk in contemporary society; the political weight of experts and expert knowledge in contemporary forms of governance; and the changing relationships between individual, state and society. Hence I also ask to what degree the current debate on health and obesity in Japan has been tainted by neoliberal politics. Drawing on official sources, including minutes from diet sessions and parliamentary committee meetings, I will argue that the emerging “surveillance medicine” is dissolving established distinctions between ill and healthy people, and that experts are crucial in shaping as well as questioning a new kind of “bio-political correctness”. As responsibility and blame are shifted on insurers and municipalities and only indirectly towards hopefully “health-literate” citizens, Japan’s health policy is characterized as a corporatist version of neoliberal politics.
Wolfram Manzenreiter is associated with the Department of East Asian Studies at Vienna University. He is past president of the German Association of Social Science Research on Japan (VSJF). His research is mostly concerned with social anthropological aspects of sports, popular culture, and technology in a globalising world. Recent publications include Social Science Matters: Inquiries into the Current State of the Social Sciences in Japan (OUP 2008), The Sociology of Mega-Events (Blackwell 2006) and Football Goes East (Routledge 2004). Currently he is working on a new monograph on Sport and the Political Economy of the Body in Japan and a co-edited volume on The European Spectacle. Governance, Citizenship and the New European Football Championships.

Die Informationen wurden der Homepage des Deutschen Instituts für Japanstudien entnommen.

Lisa Rodyk (VSJF Redaktion)


Ankündigung – Reform der Hochschulen in Japan und Deutschland... (Mai 2010, Berlin)
Vom 17. bis 18. Mai 2010 veranstaltet das Deutsch-Japanische Zentrum Berlin (JDZB) mit der Hochschulrektorenkonferenz, dem Japan Commitee of Universities for International Exchanges und der Japan Association of National Universities in Berlin eine Konferenz zum Thema “Reform der Hochschulen in Japan und Deutschland – Chancen und Herausforderungen für Kooperation”. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des JDZB ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – 8th Crossroads in Cultural Studies Conference (Juni 2010, Hong Kong)
Ein Highlight des Jahres für die Cultural Studies Community ist die Tagung der Association for Cultural Studies, welche vom 17. bis 21. Juni 2010 an der Lingnan University in Hong Kong stattfindet. Erste Namen und Papers von eingeladenen Vortragenden, eine Liste der bisher bestätigten Panels sowie zahlreiche andere Informationen stehen auf der Homepage ›› zur Verfügung.

Started in 1996 in Tampere, Finland, the Crossroads Conferences were to fill what was felt to be a gap in the international cultural studies community. Since then it had become one of the most important international conferences in cultural studies where scholars from all five continents get together to exchange their scholarly insights as well as to get in touch with different cultures. Organized by the Association for Cultural Studies (ACS), Crossroads conference is now held every two years in different parts of the world: Birmingham in UK, Illinois in US, Istanbul in Turkey and Kingston in Jamaica.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Asian Studies Conference Japan (Juni 2010, Tokyo)
Die 14. „Asian Studies Conference Japan“ wird vom 19. bis 20. Juni 2010 an der Waseda University in Tokyo organisiert. Neben einem Roundtable zu „Medieval Japanese War Tales and their Reception“ werden 35 verschiedene Panels und fast 50 individuelle Vorträge auf dem Programm stehen. Diese und weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Tagung ››.

ASCJ emphasizes interdisciplinary scholarly exchange on Asia in English-language format to broaden communication among researchers of diverse disciplines and backgrounds who are based in Japan. The conference also welcomes scholars from other countries. ASCJ conducts a yearly conference. Everyone world-wide interested in Asian studies is invited to participate. The inaugural meeting of ASCJ was held in October 1997. ASCJ is an affiliate of the Association for Asian Studies.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Inter-Asia Popular Music... (Juni 2010, Hong Kong)
Die Inter-Asia Popular Music Studies Group weist auf ihrer Webseite auf die 2. Inter-Asia Popular Music Studies Conference 2010 in Hong Kong hin. Das Konferenzthema sind die aufkommenden verschiedenen Genres asiatischer Pop-Musik und wie diese sich mit den unterschiedlichen sozialen, kulturellen und politischen Bereichen überschneiden bzw. auf diese eingehen.
Die Konferenz findet vom 22. bis 23. Juni 2010 in Hong Kong statt. Die Registrierung muss bis zum 31.03.2010 erfolgen. Falls Anfragen bestehen, sollten diese an asianpopstudies@gmail.com bzw. den örtlichen Gastgeber Anthony Fung (anthonyfung@cuhk.edu.hk) gestellt werden.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite der Inter-Asia Popular Music Studies Group ››.


The studies on Asian popular music are still in its embryonic stage. There is no institution devoted to popular music studies within Asian universities, neither is there is a journal which specializes on Asian popular music. What we have now is an online based, transnational research portal, Inter-Asia Popular Music Studies Group in 2007 plus a rapidly growing research network that at the moment includes 80 scholars not only in Asia but also in Europe, America and Oceania. Although the organization has just taken its first steps, there is no doubt that the academic interest in Asia popular music is rising both inside and outside Asia. There is a growing feeling that Asian popular music has not received sufficient attention from international popular music studies and that the existing paradigms of popular music studies may not be that adequate for Asian popular music. This conference will be the unique event to engage with all the scholarly debates surrounding the emerging field of of Inter-Asia popular music studies.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Summer School: Japanisches Recht (Juli/August 2010, Frankfurt am Main)
Ende Juli/Anfang August 2010 bietet die Deutsch-Japanische Juristenvereinigung (DJJV) in Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für Ostasienstudien (IZO) an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main eine Summer School zum japanischen Recht an. Nähere Informationen finden Sie in Kürze auf der Homepage der DJJV ›› und beim Lehrstuhl für Japanisches Recht der Goethe-Universität ››.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Veranstaltung wird in kompakter Form in das japanische Recht einführen, Studienmöglichkeiten und Programme der Nachwuchsförderung vorstellen und Berufsperspektiven für Juristen mit Japaninteresse thematisieren.

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Japanisches Wirtschaftsrecht (September 2010, Frankfurt am Main)
Vom 1. bis zum 3. September 2010 richtet die Deutsch-Japanische Juristenvereinigung (DJJV) gemeinsam mit dem Interdisziplinären Zentrum für Ostasienstudien (IZO) an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main ein deutsch-japanisches Symposium aus.

Dort wird es zum einen um das Patent- und Markenrecht und zum anderen um das Unternehmens- und Arbeitsrecht gehen. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Das Programm und die organisatorischen Einzelheiten werden in Kürze auf der Homepage der DJJV ›› veröffentlicht. Die Veranstaltung wird durch die Kanzlei Sonderhoff & Einsel, Tokyo, aus Anlass ihres hundertjährigen Bestehens im Jahre 2010 gefördert.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Moritz Bälz, mbaelz@jura.uni-frankfurt.de

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)

Ankündigung – Intercultural Crossovers,... (September/Oktober 2010, Köln)
Das internationale Symposium „Intercultural Crossovers, Transcultural Flows: Manga/Comics“ findet vom 29. September bis 01. Oktober 2010 am Japanischen Kulturinstitut in Köln statt. Das Programm können Sie bereits hier ›› herunterladen.

Das Themenfeld „Cool Japan/Globalisierung japanischer Populärkultur“ bildet nach wie vor einen Schwerpunkt von Forschung und Lehre der Leipziger Japanologie. So haben mit deren Beteiligung 2007 und 2008 bereits zwei Workshops am Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin stattgefunden, über deren Inhalte man sich über die Homepage der Leipziger Japanologie ›› (Link "Cool Japan") bzw. des Japanisch-Deutschen Zentrums in Berlin ›› informieren kann.

Nun ist für den kommenden Herbst ein weiterer Höhepunkt geplant: Organisiert von Jaqueline Berndt (Kyoto Seika University), Franziska Ehmcke (University of Cologne), Bettina Kümmerling-Meibauer (University of Tübingen), und Steffi Richter (University of Leipzig), in Kooperation mit der Japan Foundation (Japanisches Kulturinstitut), dem Center for Intercultural and Transcultural Studies, University of Cologne und dem International Manga Research Center, Kyoto Seika University, ist unter dem o.g. Titel ein dreitägiges Symposium geplant, auf dem das „Phänomen Manga“ aus verschiedenen Perpektiven in den Blick genommen werden soll. Neben seiner historischen Betrachtung sollen vor allem Fragen danach untersucht werden, worin die Spezifik der weltweiten Perzeption „Japanischer Comics“ (Manga) seit dem Ende des 20. Jahrhundert besteht, was daran interkulturell, was transkulturell ist, bzw. in welchem Verhältnis beide Rezeptionsweisen stehen. Ein ganzer Tag soll „Naruto“ gewidmet werden: „Transculture“, „Transmedia“, "Transgenre“, „Transgender“ – was macht das Faszinierende dieses Manga aus, dass es Grenzen ganz verschiedener Art „flüssig“ werden läßt.

Nähere, stetig aktualisierte Informationen können der Homepage der o.g. Leipziger Japanologie (Link "Cool Japan, weiter: "Manga Studies") entnommen werden.

Steffi Richter (Universität Leipzig)

(Sebastian Heindel [VSJF-Redaktion])


Ankündigung – Life Course and Life Style in Comparison (Oktober 2010, Tokyo)
Die Deutsch-Japanische Gesellschaft für Sozialwissenschaften (DJGS) richtet vom 07. bis 09. Oktober 2010 ihr 11. Treffen an der Hosei University in Tokyo unter dem Motto "Life Course and Life Style in Comparison" aus. Gleichzeitig kann die Gesellschaft dabei die Feierlichkeiten anlässlich ihrer Gründung vor 20 Jahren begehen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage der Hosei University ››

Original, unpublished contributions are solicited in all aspects of social life from different disciplinary perspectives, especially focused on the contemporary situation of Germany and Japan. Topics include, but are not limited to: Aspects of life course and aspects of life style.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)

3.2 CALL FOR PAPERS
Im Folgenden erhalten Sie Hinweise auf internationale Call for Papers.

Call for Papers – The Nexus of Migration and Masculinity... (Stichtag: 19.02.2010)
Vom 15. bis 16. Juli 2010 findet an der National University of Singapore ein Workshop zum Thema “The Nexus of Migration and Masculinity in the Asian Context” statt. Ausgerichtet wird dieser vom Asia Research Institute der National University of Singapore. Stichtag für den Call for Papers ist der 19. Februar 2010 und die Kurzzusammenfassung sollte 500 Wörter umfassen. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Veranstalters ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Modern Sports in Asia: Cultural Perspectives (Stichtag: 22.02.2010)
Das Asia Research Institute und die National University of Singapore richten vom 29. bis 30. April 2010 in Singapur einen Workshop mit dem Thema “Modern Sports in Asia: Cultural Perspectives”. Die Veranstalter rufen aus diesem Grund zu einem Call for Papers auf. Die Kurzdarstellung sollte 300 - 500 Wörter lang sein und bis zum 22. Februar 2010 eingereicht werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Veranstalters ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Transnational Labour Migration... (Stichtag: 26.02.2010)
Vom 27. bis 28. Juli findet in Singapur ein internationaler Workshop zum Thema “Transnational Labour Migration, Remittances and Changing Family Structures and Relations in Asia” statt. Im Rahmen dessen rufen die Veranstalter, das Asia Research Institute und das Asian MetaCentres CHAMPSEA project team, zu einem Call for Papers auf. Stichtag ist der 26.02.2010. Detaillierte Informationen finden sich auf der Webseite des Veranstalters ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Cultural Typhoon 2010 (Stichtag: 28.02.2010)
Der Wind des 8. Cultural Typhoon wird vom 02. bis 04. Juli 2010 über den Campus der Komazawa University in Tokyo wehen. Auch dieses Jahr werden drei Tage lang die Cultural Studies im Mittelpunkt stehen. Neben den mehrsprachigen wissenschaftlichen Vorträgen ist auch das kulturelle Rahmenprogramm beachtenswert. Anmeldungen für Panels sind noch bis zum 28.02.2010 möglich. Informationen bietet die offizielle Homepage der Konferenz ››.

Cultural Typhoon 2010 will be held at Komazawa University, Fukazawa Campus, which is located just adjacent to Komazawa Olympic Park, a monument which harks back to the high economic growth period of post-war Japan. This year's main theme will be 'Liaisoning the Public Sphere and Asia Through the Screen'. The 'screen' here refers not only to cinematic films, but also to new sites of visual-media expression, as well as to the sites of dialogue for analyzing the socio-cultural situation of contemporary Asia, which, it may be said, is composed of many 'screens'.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Asian Diversity in a Global Context (Stichtag: 01.03.2010)
Vom 11.-13. November 2010 findet in Kopenhagen, organisiert von der Asian Dynamics Initiative der Universität Kopenhagen, eine Koferenz mit dem Titel “Asian Diversity in a Global Context” statt. Darauf folgt vom 14.-15. November 2010 ein zweitägiger PhD-Kurs.
Der Veranstalter ruft daher zu einem Call for Papers auf. Stichtag ist der 01. März 2010. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Veranstalters ››.


The opening day of the conference is allocated to a big public event with
invited keynote speakers. The following two days will be made up of 10-12 parallel panels and workshops under the common theme "Asian Diversity in a Global Context". The goal is to generate deeper and fuller insights into the political, social, cultural and economic changes facing Asia in the 21st century. Finally, PhD students will have the opportunity to participate in an intensive PhD course over two days.

The conference welcomes papers relating to one of the themes of the conference panels and workshops. Call for papers and instructions on submission of abstracts can be found on the individual panel/workshop subsites ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Fatherhood in the 21st Century Asia... (Stichtag: 01.03.2010)
Vom 17. bis 18. Juni 2010 findet in Singapur eine internationale Konferenz zum Thema “Fatherhood in the 21st Century Asia: Research, Interventions, and Policies” statt. Das Asia Research Institute und der Changing Family in Asia Cluster der National University of Singapore rufen daher zu einem Call for Papers auf. Stichtag für eine Kurzdarstellung von 250 Wörtern ist der 01. März 2010. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite der Veranstalter ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Conference on Ecological Discourse Taiwan (Stichtag: 09.03.2010)
In Taipei findet vom 16. bis 18. Dezember 2010 die 5. International Conference on Ecological Discourse Taiwan statt. Ausgerichtet wird diese von der Tamkang University. Der Call for Papers widmet sich der Thematik “Ecocriticism in Asia: Reorienting Modernity, Reclaiming Nature?”. Die rund 200 Wörter umfassende Kurzdarstellung soll bis zum 09. März 2010 eingereicht werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Veranstalters ››.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – NAJAKS Conference: Bridging Japan and Korea (Stichtag: 10.03.2010)
In Helsinki findet vom 19. bis 21. August 2010 "The 8th NAJAKS Conference: Bridging Japan and Korea" statt. Organisator ist die NAJAKS, Thema soll der Brückenbau zwischen Japan und Korea sein. Abstracts können bis zum 10. März 2010 eingereicht werden. Weitere Informationen auf der Homepage der NIAS ››.

The 8th Nordic Association of Japanese and Korean Studies (NAJAKS) conference will be held on August 19-21, 2010 in Helsinki, Finland.
 The theme is Bridging Japan and Korea, and keynote speaker is Professor Seungsook Moon, Vassar College, USA. Deadline for abstract: March 10th, 2010.

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – BAJS Conference (Stichtag: 15.03.2010)
Die British Association for Japanese Studies veranstaltet ihre jährliche Konferenz vom 09. bis zum 10. September 2010 in London, um aktuelle Projekte und Forschungsstände zu präsentieren. Der Call for Papers läuft noch bis zum 15.03.2010. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage der BAJS ››.

The BAJS Conference in 2010 will be held at SOAS in London on 9-10 September. The Conference is open to non-members who share an interest in Japanese Studies.
Papers are presented in a variety of specialist areas and offer an opportunity to keep abreast of current scholarly thought and research in Japanese Studies. In addition, there is a plenary session to which the Association, with the support of sponsors, invites well-known academics and public intellectuals. Some of the papers presented at the conference are published in the Association's publication, Japan Forum ››.

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – National Asia Research Program (Stichtag: 31.03.2010)
Das National Asia Research Program ruft einen internationalen Call for Papers aus. Stichtag ist der 31.03.2010, die Paper sollten dem Forschungsschwerpunkt des NARPs ›› entsprechen. Mehr Information über das National Asia Research Program (NARP) finden Sie unter dem folgenden Link ››

As part of the National Asia Research Program (NARP), The National Bureau of Asian Research (NBR) and the Woodrow Wilson International Center for Scholars announce an international call for paper proposals on subjects that fall within the NARP's 2010-2011 research agenda. Experts whose papers are chosen will be invited to present their research at the NARP's Asia Policy Assembly to be held on June 17-18, 2010, in Washington, D.C.

All paper proposals must be received by March 31, 2010 for consideration. Please follow the links provided below to review the submission guidelines. Please note that the international call for papers is distinct from the nomination solicitation for NARP Research Associates and Fellows currently underway. The deadline for fellowship nominations is January 31, 2010.
For more information on the international call for papers, the nomination solicitation, or on the NARP in general, please visit the National Asia Research Program website or contact Ms. Stephanie Renzi at srenzi@nbr.org.

International Call for Papers Submission Guidelines:
http://www.nbr.org/research/activity.aspx?id=68 ››

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Sustainable Asia: Challenges... (Stichtag: 01.05.2010)
Die Mid-Atlantic Region Association for Asian Studies Conference findet vom 22. bis 24. Oktober 2010 in Pennsylvania statt. Zum Thema “Sustainable Asia: Challenges and Opportunities” wurde ein Call for Papers ausgerufen. Stichtag ist der 01. Mai 2010. Weitere Informationen finden Sie auf der Konferenzwebseite ››.

39th Annual Mid-Atlantic Region Association for Asian Studies Conference
To propose a panel or an individual paper, please send a completed proposal form along with a one-page abstract for each proposed paper by May 1, 2010 to David Kenley, the MAR/AAS 2010 Program Chair, as indicated below.  Inquiries are also welcome. Proposals may be submitted by mail, fax or e-mail (as an attachment). Acceptance notices will be sent to you by June 1, 2010.

In order to submit a proposal for the 2010 meeting, you should be a 2010 MAR/AAS member or submit a membership application. Annual membership is $10.00. To obtain MAR/AAS membership information, go to www.maraas.org ››.

We welcome participation from faculty, graduate students, undergraduate students, independent scholars, and professionals, and especially encourage panels with innovative combinations of individuals and fields. Some travel assistance is available on a competitive basis for graduate students and international scholars. Include your request for travel funding with your paper proposal.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Association for Asian Studies - Conference (Stichtag: 14.05.2010)
Die University of Vermont ist der Gastgeber der diesjährigen New England Conference of the Association for Asian Studies am 06.11.2010 in Vermont. Sie ruft daher zu einem Call for Papers auf. Stichtag ist der 14.05.2010. Detailliertere Informationen entnehmen Sie bitte der Veranstaltungswebseite ››

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Call for Papers – Dt. Japanforschung: Bilanz und Perspektive (Stichtag: 17.05.2010)
Vom 18. bis 20. März 2011 findet die Konferenz Deutsche Japanforschung: Bilanz und Perspektive an der Meiji-Universität in Tokyo statt.
Nachstehend finden Sie den Call for Papers. Stichtag ist der 17. Mai 2010.


Als Beitrag zum 150-jährigen Jubiläum der deutsch-japanischen Beziehungen wird die OAG Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasien im März 2011 gemeinsam mit der Gesellschaft für Japanforschung (GJF), in Zusammenarbeit mit der Meiji-Universität Tokyo und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) eine Konferenz der deutschsprachigen Japanforschung ausrichten.

Ziel der Tagung ist eine kritische Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Forschung zu Japan, ihre umfassende Vorstellung in Japan und der Dialog mit japanischen Wissenschaftlern. Da die Geisteswissenschaften weiterhin unter Rechtfertigungsdruck stehen und die Umstrukturierung der Universitäten in Deutschland wie in Japan unsere Wissenschaften vor Probleme stellt, wollen wir deshalb gemeinsam mit japanischen Spezialisten, die von den Veranstaltern eingeladen werden, über die gesellschaftliche Relevanz unserer Arbeit nachdenken.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Japanisch. Die Plenarvorträge werden simultan gedolmetscht, die Vorträge in den einzelnen Sektionen nicht. In Einzelfällen kann aber auch bei den Diskussionen geholfen werden.

Damit alle Wissenschaftler, die über Japan arbeiten (also nicht nur Japanologen im engeren Sinne), ihre Forschungen vorstellen können, werden ausdrücklich keine Themen für die einzelnen Sektionen vorgegeben. Es wird aber erwartet, dass jeder auch die Relevanz seiner Arbeit reflektiert und explizit Stellung bezieht.

Das weite Feld der japanbezüglichen Forschung wird in nur vier Sektionen gegliedert, um eine zu enge Konzentration auf Spezialdisziplinen zu vermeiden.

Sektion 1: Literaturwissenschaft/Linguistik
Sektion 2: Geschichte/Sozialwissenschaften
Sektion 3: Wirtschaft/Recht/Politik
Sektion 4: Kunst/Religion

Wenn Sie in einer der Sektionen einen Vortrag halten möchten, senden Sie uns bitte Ihren Vorschlag bis zum 17. Mai 2010 per E-Mail an das Konferenzbüro (konferenz@oag.jp), Betreff: Japanforschung, Sektion x. (Hinweis: Bitte benennen Sie im Betreff die von Ihnen gewählte Sektion). Dazu geben Sie bitte je eine einseitige Zusammenfassung in deutscher und in japanischer Sprache als Word-Dokument in folgender Form:

DIN A 4
Name und Titel, Affiliation (Times New Roman, 12 point)
Sektion (Times New Roman, 12 point)
Thema (Times New Roman, 12 point)
Zusammenfassung (15 Zeilen, Times New Roman, 12 point))
題名 (japanisch, 明朝 10,5 point)
レジュメ (japanisch, 15 Zeilen, 明朝 10,5 point)

Alice Buschmeier (VSJF-Redaktion)

3.3 NEUERSCHEINUNGEN
In dieser Rubrik stellen wir Ihnen Neuerscheinungen vor, die angelehnt an die Fachgruppen thematisch gegliedert sind. Zudem können VSJF-Mitglieder unter "Artikel von VJSF-Mitgliedern" auf eigene Artikel hinweisen.

Buchempfehlungen nehmen wir gerne entgegen. Schreiben Sie an newsletter@vsjf.net.

Neuerscheinungen – Bildung und Erziehung
CAVE, Peter: Primary School in Japan

Dieses Buch von Peter Cave ist im Mai 2009 im Routledge Verlag neu aufgelegt worden. Der Autor untersucht die Balance von individueller Freiheit und sozialer Abhängigkeit in zwei japanischen Grundschulen. Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie auf der Webseite des Verlags ››.

CAVE, Peter: Primary School in Japan. Self, Individuality and Learning in Elementary Education. London, New York: Routledge 2009.

The balance between individual independence and social interdependence is a perennial debate in Japan. A series of educational reforms since 1990, including the implementation of a new curriculum in 2002, has been a source of fierce controversy. This book, based on an extended, detailed study of two primary schools in the Kinki district of Japan, discusses these debates, shows how reforms have been implemented at the school level, and explores how the balance between individuality and social interdependence is managed in practice. It discusses these complex issues in relation to personal identity within the class and within the school, in relation to gender issues, and in relation to the teaching of specific subjects, including language, literature and mathematics. The book concludes that, although recent reforms have tended to stress individuality and independence, teachers in primary schools continue to balance the encouragement of individuality and self-direction with the development of interdependence and empathy.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


NOZAKI, Yoshiko: War Memory, Nationalism and Education in Postwar Japan

Dieses Buch von Nozaki Yoshiko wurde mit dem Outstanding Book Award der American Educational Research Association ausgezeichnet und ist im Mai 2009 als Neuauflage im Routledge Verlag erschienen. Thema des Buches ist die Kontroverse über die Darstellung der Aggressionen Japans im Zweiten Weltkrieg in japanischen Schulbüchern und welche Auswirkungen diese auf die Gegenwart hat. Auf der Webseite des Verlags ›› finden Sie ausführlichere Informationen zu dem Buch.

NOZAKI, Yoshiko: War Memory, Nationalism and Education in Postwar Japan. The Japanese History Textbook Controversy and Ienaga Saburo's Court Challenges. London, New York: Routledge 2009.

The controversy over official state-approved history textbooks in Japan, which omit or play down many episodes of Japan’s occupation of neighbouring countries during the Asia-Pacific War (1931-1945), and which have been challenged by critics who favour more critical, peace and justice perspectives, goes to the heart of Japan’s sense of itself as a nation. The degree to which Japan is willing to confront its past is not just about history, but also about how Japan defines itself at present, and going forward. This book examines the history textbook controversy in Japan. It sets the controversy in the context of debates about memory, and education, and in relation to evolving politics both within Japan, and in Japan’s relations with its neighbours and former colonies and countries it invaded. It discusses in particular the struggles of Ienaga Saburo, who has made crucial contributions, including through three epic lawsuits, in challenging the official government position.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


POOLE, Gregory S.; CHEN, Ya-Chen (Hg.): Higher Education in East Asia

Zehn Autoren analysieren in diesem Sammelband die akademischen Traditionen in Ostasien. Hierbei wird zunächst der Wandel des Arbeitsmarkts beleuchtet. Danach richtet sich die Analyse darauf, welche Auswirkungen dieser auf die akademische Arbeit und Wissenschaft hat. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite von Sense Publishers ››.

POOLE, Gregory S.; CHEN, Ya-Chen (Hg.): Higher Education in East Asia. Neoliberalism and the Professoriate. Sense Publishers 2009.

Although scholars in various academic fields have a keen interest in the social institutions that reproduce the university system, generally their gaze has been averted from a close analysis of the professors themselves. This volume aims to initiate a project of describing academic traditions at universities in East Asia. The present neoliberal discourses of university reform amplify the need for just such an ethnographic study of the professoriate. How does change toward institutional models resembling the Western university affect the traditional, local cultures of the professoriate in Asia? The ten authors first document changes to both the workplace and workers and then analyze how these reforms have affected the very nature of academic work and scholarship in East Asia. This volume is of special interest to scholars in the fields of comparative education, Asian Studies, and sociocultural anthropology as well as academic and administrative staff employed at universities in Asia.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Neuerscheinungen – Kultur und Medien
AZUMA, Hiroki: Otaku. Japan's Database Animals

Das im Jahre 2001 veröffentlichte Buch „Dōbutsuka suru Postmodern. Otaku kara mita Nihonshakai" wurde von Jonathan E. Abel und Kono Shion ins Englische übersetzt und ist im April 2009 im Verlag der University of Minnesota erschienen. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Verlags ››.

AZUMA, Hiroki: Otaku. Japan's Database Animals. Minneapolis: University of Minnesota Press 2009.

In Japan, obsessive adult fans and collectors of manga and anime are known as otaku. When the underground otaku subculture first emerged in the 1970s, participants were looked down on by mainstream Japanese society as strange, antisocial loners. Today otaku have had a huge impact on popular culture not only in Japan but also throughout Asia, Europe, and the United States.
Hiroki Azuma’s Otaku offers a critical, philosophical, and historical inquiry into the characteristics and consequences of this consumer subculture. For Azuma, one of Japan’s leading public intellectuals, otaku culture mirrors the transformations of postwar Japanese society and the nature of human behavior in the postmodern era. He traces otaku’s ascendancy to the distorted conditions created in Japan by the country’s phenomenal postwar modernization, its inability to come to terms with its defeat in the Second World War, and America’s subsequent cultural invasion. More broadly, Azuma argues that the consumption behavior of otaku is representative of the postmodern consumption of culture in general, which sacrifices the search for greater significance to almost animalistic instant gratification. In this context, culture becomes simply a database of plots and characters and its consumers mere “database animals.” A vital non-Western intervention in postmodern culture and theory, Otaku is also an appealing and perceptive account of Japanese popular culture.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


KO, Mika: Japanese Cinema and Otherness

Das im Dezember 2009 erschienene Buch von Ko Mika, einer Lektorin der School of East-Asian Studies der University of Sheffield, beschäftigt sich mit der Darstellung von ethnischen Minderheiten im japanischen Film. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verlags ››.

KO, Mika: Japanese Cinema and Otherness. Nationalism, Multiculturalism and the Problem of Japaneseness. Sheffield: Routledge 2009.

Over the last 20 years, ethnic minority groups have been increasingly featured in Japanese Films. However, the way these groups are presented has not been a subject of investigation. This study examines the representation of so-called Others – foreigners, ethnic minorities, and Okinawans – in Japanese cinema. By combining textual and contextual analysis, this book analyses the narrative and visual style of films of contemporary Japanese cinema in relation to their social and historical context of production and reception.
Mika Ko considers the ways in which ‘multicultural’ sentiments have emerged in contemporary Japanese cinema. In this respect, Japanese films may be seen not simply to have ‘reflected’ more general trends within Japanese society but to have played an active role in constructing and communicating different versions of multiculturalism. In particular, the book is concerned with how representations of ‘otherness’ in contemporary Japanese cinema may be identified as reinforcing or subverting dominant discourses of ‘Japaneseness’. The author book also illuminates the ways in which Japanese films have engaged in the dramatisation and elaboration of ideas and attitudes surrounding contemporary Japanese nationalism and multiculturalism.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


KOLTERMANN, Till Ph.: Der Untergang des Dritten Reiches im Spiegel der deutsch-japanischen Kulturbegegnung 1933-1945

Till Koltermann betrachtet im folgenden Buch die deutsch-japanische Kulturbegegnung zur Zeit des Dritten Reichs. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Verlags ››.

KOLTERMANN, Till Ph.: Der Untergang des Dritten Reiches im Spiegel der deutsch-japanischen Kulturbegegnung 1933-1945. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2009.

In der Studie werden die Fragen nach dem historischen Ort der deutsch-japanischen Kulturbegegnung 1933-1945 gestellt und Traditionen, Brüche und Kontinuitäten der deutschen Japan-Wahrnehmung beleuchtet, die bis in die heutige Zeit fortwirken. Zwischen 1933 und 1945 intensivierte das Deutsche Reich neben den politisch-militärischen Beziehungen vor allem auch den Kulturaustausch mit Japan. Das Augenmerk der Arbeit gilt dieser bislang vernachlässigten Kulturbegegnung, die auf eine ausgeprägte deutsche Affinität für Asiens Geisteskulturen und das wachsende Interesse für japanische Spiritualität (Shintô, Zen-Buddhismus, Bushidô) zurückgreifen konnte. Anhand von Meinungsäußerungen und Maßnahmen Hitlers, Berichten des Sicherheitsdienstes der SS, Tagebuchaufzeichnungen Goebbels’ und Berichten der NS-Presse werden die Haltung von Führung und Bevölkerung des Dritten Reiches zu seinem fernöstlichen Verbündeten untersucht. Dabei liegt der Fokus auf Hitlers Japanbild. Diesem deutschen „Verständnis“ Japans wird die selbstbewusste und oft kritische japanische Sichtweise auf das Dritte Reich gegenübergestellt. Repräsentative erstmals übersetzte Nachrufe auf Hitlers Tod und Kommentare zur deutschen Kapitulation 1945 spiegeln die japanische Perspektive auf den Untergang des Dritten Reiches wider und tragen dazu bei eine Gesamtbilanz der deutsch-japanischen Kulturbegegnung 1933-1945 zu ziehen.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


LAMARRE, Thomas: The Anime Machine

Im nachstehenden Buch betrachtet der US-amerikanische Kommunikationswissenschaftler Thomas Lamarre Technologien und grundlegende Werke der Anime, um Verbindungen zwischen den Animatoren, den Charakteren, Zuschauern und der Technologie zu beleuchten. Auf der Webseite des Verlags ›› können Sie sich näher zum Buch informieren.

LAMARRE, Thomas: The Anime Machine. A Media Theory of Animation. Minneapolis: University of Minnesota Press 2009.

Despite the longevity of animation and its significance within the history of cinema, film theorists have focused on live-action motion pictures and largely ignored hand-drawn and computer-generated movies. Thomas Lamarre contends that the history, techniques, and complex visual language of animation, particularly Japanese animation, demands serious and sustained engagement, and in The Anime Machine he lays the foundation for a new critical theory for reading Japanese animation, showing how anime fundamentally differs from other visual media.
The Anime Machine defines the visual characteristics of anime and the meanings generated by those specifically “animetic” effects—the multiplanar image, the distributive field of vision, exploded projection, modulation, and other techniques of character animation—through close analysis of major films and television series, studios, animators, and directors, as well as Japanese theories of animation. Lamarre first addresses the technology of anime: the cells on which the images are drawn, the animation stand at which the animator works, the layers of drawings in a frame, the techniques of drawing and blurring lines, how characters are made to move. He then examines foundational works of anime, including the films and television series of Miyazaki Hayao and Anno Hideaki, the multimedia art of Murakami Takashi, and CLAMP’s manga and anime adaptations, to illuminate the profound connections between animators, characters, spectators, and technology.
Working at the intersection of the philosophy of technology and the history of thought, Lamarre explores how anime and its related media entail material orientations and demonstrates concretely how the “animetic machine” encourages a specific approach to thinking about technology and opens new ways for understanding our place in the technologized world around us.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


LUNNING, Frenchy (Hg.): Mechademia 4. War/Time

In Form von Essays wird im folgenden Buch die Verbindung zwischen Krieg und dem politischen, kulturellen und technologischen Kontinuum dargestellt. Darauf aufbauend wird analysiert, in welcher Form sich dies im Alltagsleben oder in Manga, Anime und anderen Arten japanischer Populärkultur niederschlägt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Verlags ››.

LUNNING, Frenchy (Hg.): Mechademia 4. War/Time. Minneapolis: University of Minnesota Press 2009.

The themes of war and time are intertwined in unique ways in Japanese culture, freighted as that nation is with the multiple legacies of World War II: the country’s militarization, its victories and defeats, Hiroshima and Nagasaki, and the uneasy pacifism imposed by the victors. Delving into topics ranging from the production of wartime propaganda to the multimedia adaptations of romance narrative, contributors to the fourth volume in the Mechademia series address the political, cultural, and technological continuum between war and the everyday time of orderly social productivity that is reflected, confronted, and changed in manga, anime, and other forms of Japanese popular culture.
Grouped thematically, the essays in this volume explore the relationship between national sovereignty and war (from the militarization of children as critically exposed in Grave of the Fireflies to reworkings of Japanese patriotism in The Place Promised in Our Early Days), the intersection of war and the technologies of social control (as observed in the films of Oshii Mamoru and the apocalyptic vision of Neon Genesis Evangelion), history and memory as in manga artists working through the trauma of Japan’s defeat in World War II and the new modalities of storytelling represented by Final Fantasy X), and the renewal and hybridization of militaristic genres as a means of subverting conventions (in Yamada Futaro’s ninja fiction and Miuchi Suzue’s girl knight manga).

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


MACHOTKA, Ewa: Visual Genesis of Japanese National Identity

Die Publikation der polnischen Kunsthistorikerin Ewa Machotka hat den Ukiyo-e Vertreter Hokusai zum Gegegenstand. Die Konstruktion von Nation, Japanizität und nationaler Identität eröffnen in diesem Zusammenhang eine neue Perspektive. Das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe der Einleitung stehen auf der Internetseite des Verlags ›› zum Download bereit.

MACHOTKA, Ewa: Visual Genesis of Japanese National Identity. Hokusai's Hyakunin isshu. Brüssel (u.a.): Peter Lang 2009.

Visual Genesis of Japanese National Identity offers an entirely new perspective on the concept of constructing nation-states. The book explores the nature of national identity constructs produced in pre-modern Japan by examining two aspects of its cultural production, the sphere of fine arts and the sphere of literature intertwined with a genre of poetry pictorialization.
The discussion is centered on the artistic practice of Katsushika Hokusai (1760-1849) and contextualizes his woodblock print series entitled Hyakunin isshu uba ga etoki in a wider perspective of Japanese historical, political, social, cultural and artistic phenomena emerging prior to the birth of the modern Japanese nation. Hokusai's work, oscillating between the domain of text and the domain of image, transposes the classical Japanese poetry into late Edo period (1603-1868) popular culture. Machotka argues that in the process of text/image translation Hokusai projected a new image of „Japaneseness“, thereby contributing to the development of national identity prior to the emergence of Japan as a modern nation-state.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)


SORENSEN, Lars-Martin: Censorship of Japanese Films During the U.S. Occupation of Japan

In seinem neuen Buch beleuchtet der dänische Filmwissenschaftler Lars-Martin Sorenson die Besatzungszeit in Japan und welche Auswirkungen diese auf das Kino hatten. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Verlags ›› zu finden.

SORENSEN, Lars-Martin: Censorship of Japanese Films During the U.S. Occupation of Japan: The Cases of Yasujiro Ozu and Akira Kurosawa. Edwin Mellen Press 2009.

Very few English-language books have focused exclusively upon the occupation period and its effects on cinema. This book investigates how Japanese fiction films produced during the American occupation 1945-1952 subverted occupation film censorship. It is based on extensive archival research and the primary focus is on the films of Yasujiro Ozu and Akira Kurosawa.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Neuerscheinungen – Politik
FRERICHS, Frerich: Demografischer Wandel und Arbeitsmarktpolitik für ältere Arbeitnehmer/innen

In dieser Studie wird der britische, japanische und deutsche Wohlfahrtsstaat analysiert und in Bezug zum demografischen Wandel gesetzt. Dabei wird insbesondere auf die Zugänglichkeit des Arbeitsmarkts für ältere Arbeitnehmer eingegangen. Weitere Informationen sind Ihnen über die Internetseite des Verlags ›› zugänglich.

FRERICHS, Frerich: Demografischer Wandel und Arbeitsmarktpolitik für ältere Arbeitnehmer/innen: Das Vereinigte Königreich, Japan und Deutschland im Wohlfahrtsstaatsvergleich. Berlin (u.a.): LIT Verlag 2009.

Die Studie zeigt die Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik für ältere Arbeitnehmer in Großbritannien, Japan und Deutschland auf und vergleicht auf Basis von kontrastiven Fallstudien die wohlfahrtsstaatlichen Leistungsprofile. Es wird die Spannbreite der arbeitsmarktpolitischen Antworten auf die aktuellen demografischen Herausforderungen dargestellt und gleichzeitig verdeutlicht, mit welchen je spezifischen Chancen und Risiken für ältere Arbeitnehmer diese einhergehen. Im Ergebnis zeigt sich, dass in keinem der analysierten Wohlfahrtsstaaten das Maßnahmespektrum für eine produktive Integration in das Erwerbsleben ausreicht und der Übertragbarkeit von singulären positiven Ansätzen enge Grenzen gesetzt sind.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


KIDO, Eiichi: Die Remilitarisierung Japans nach 1945

Eiichi Kido greift in seinem Buch, welches im Semptember 2009 erschienen ist, die schleichende Militarisierung in Zusammenhang mit der politischen Identitätsfrage Japans seit 1945 auf. Qua Thema ist sein machtstruktureller Ansatz politisch links einzuordnen und erinnert in seinem Pragmatismus an Kiyoshi Inoue. Weitere Informationen finden Sie beim Verlag ››.

KIDO, Eiichi: Die Remilitarisierung Japans nach 1945. Rückkehr zu einem militanten Nationalismus? Bonn: Pahl-Rugenstein 2009.

Eiichi Kido zeigt in seiner minutiösen Analyse, wie die japanische (Rüstungs-)Politik nach dem 2. Weltkrieg in kleinen, aber immer weiter reichenden Schritten von ihrem »Verfassungsschwur« (Art. 9) des dauerhaften Verzichts auf militärische Mittel in der Politik abgerückt ist und ihre - als »Selbstverteidigungskräfte« schöngeredete - Rüstung in enger Anlehnung an die USA wieder aufgebaut hat. Die wissenschaftliche und politische Bedeutung der Kidoschen Analysen besteht in der Lückenlosigkeit, mit der er diesen Doppelprozess herausgearbeitet hat: die Unterwerfung Japans unter die US-amerikanischen Hegemonialinteressen im ostasiatischen geopolitischen Aktionsbereich und die fortschreitende Demontage der japanischen Friedenspolitik, die den Japanern nach 1945 vom Sieger abverlangt worden war. Wenn man die militärischen Hilfsleistungen Japans für die US-amerikanische Irak-Okkupation hinzunimmt, wird deutlich, dass die Remilitarisierung Japans als willfähriger Bündnispartner der USA als ein Kernelement der US-amerikanischen Strategie im fernen Osten gesehen werden muss sowie gleichzeitig als wesentlichster Faktor für die Vereitelung einer strikt friedenspolitischen Neuordnung der japanischen Politik. Die Arbeit Kidos erweist sich damit als ein wichtiger Beitrag zur globalen Postfaschismus-Analyse wie auch zur Imperialismus-Analyse nach dem 2. Weltkrieg.

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)


KOSUGE, Nobuko; DOBSON, Hugo (Hg.): Japan and Britain at War and Peace

Dieser von Kosuge Nobuko und Hugo Dobson im Juni 2009 herausgegebene Sammelband untersucht den Wandel der Beziehung zwischen Japan und Großbritannien - von einer erbitterten Feindschaft zu einem friedlichen Bündnis. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verlags ››.

KOSUGE, Nobuko; DOBSON, Hugo (Hg.): Japan and Britain at War and Peace. London: Routledge 2009.

Since the events of the Second World War the relationship between Japan and Britain has undergone an extraordinary transformation, from bitter conflict to peaceful alliance. Japan and Britain at War and Peace is a multilayered examination of this bilateral relationship with an emphasis on the issue of reconciliation.
Reconciliation is explored in a broad sense and in a number of areas from economic cooperation and conflict, common concerns in the international system, public and media perceptions of each country, and the efforts of individuals, non-governmental organizations and governments to promote mutual understanding and find strategies to deal with dilemmas.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


LE BLANC, Robin M.: The Art of the Gut: Manhood, Power, and Ethics in Japanese Politics

In diesem Werk werden die Kategorien Männlichkeit, Macht und Ethik in Bezug zur Politik gesetzt. Das Ergebnis ist ein aktuelles Bild der japanischen Politik, die von Männern dominiert wird und zwischen Geschlechteridentität und ethischen Belangen schwankt. Bei Interesse können Sie sich auf der Verlagswebseite ›› näher informieren.

LE BLANC, Robin M.: The Art of the Gut: Manhood, Power, and Ethics in Japanese Politics. Berkeley (u.a.): University of California Press 2009.

This beautifully written ethnography follows the lives of two very different Japanese men entering political life in two very different communities. One is the rural leader of a citizens' referendum movement, while the other hopes to succeed his father in a Tokyo ward assembly. Fast-paced and engrossing, The Art of the Gut puts the reader behind the scenes to hear speeches, attend campaign functions, and eavesdrop on late-night strategy sessions and one-on-one conversations. In her groundbreaking analysis, Robin M. Le Blanc explores the the two men's differing notions of what is expected of a "good" man and demonstrates how the fundamental desire to be good men constrains their political choices even as it encourages both to become ethical agents. The result is a vibrant and up-to-date picture of politics in Japan today that also addresses masculine gender expectations in a male-dominated political world, the connection between gendered identity and ethical being, and the process by which men who are neither dominant nor marginal to their communities assert themselves both with and against power.

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)


MAZAL, Wolfgang; MURANAKA, Takashi (Hg.): Österreich - Japan. Gesellschaft und Recht im Wandel

Das Buch ist als Kondensat mehrerer Symposien entstanden und beinhaltet Texte zum Thema der zur Verfügung stehenden rechtlichen Mechanismen, mit denen man dem gesellschaftlichen Wandel begegnen kann. Das Inhaltsverzeichnis ist Ihnen über die Internetseite des Verlags ›› zugänglich.


MAZAL, Wolfgang; MURANAKA, Takashi (Hg.): Österreich - Japan. Gesellschaft und Recht im Wandel: Bestandsaufnahme. Wien: Neuer Wissenschaftlicher Verlag GmbH Nfg KG 2009.

Mehrere Symposien an der Universität Wien und der Universität Kyoto befassten sich mit der Frage, wie die postindustriellen Gesellschaften den sozialen und demographischen Wandel bewältigen, dem sie ausgesetzt sind. Ziel des Projekts war es, zu erörtern, ob die rechtlichen Mechanismen geeignet sind, den dadurch wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Der Band enthält die Manuskripte der wichtigsten Vorträge und ermöglicht auf diese Weise eine Bestandsaufnahme der Entwicklungen der Realität und der Veränderungen in den Normensystemen.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


SWALE, Alistair D.: The Meiji Restoration

In seiner neuen Monographie betrachtet der Autor die Meiji-Restauration aus dem Blickwinkel des politischen Konservatismus. Dabei arbeitet er die Rolle und Entwicklung einer modernen politischen Kultur heraus. Das Inhaltsverzeichnis, die Einführung sowie der Index des Buches können auf der Homepage des Verlags ›› heruntergeladen werden.

SWALE, Alistair D.: The Meiji Restoration: Monarchism, Mass Communication and Conservative Revolution. Basingstoke (u.a.): Palgrave Macmillan 2009.

This book re-evaluates the Meiji Restoration of 1868 from the perspective of political conservatism, a category which is largely neglected in the scholarship on Japan's political development in the nineteenth century. It also critiques the persistent tendency to frame the explanation of the events of that period in terms of the precedents of Western experience - the spread of Enlightenment ideals, popular revolution, and 'modernization'. Approaching the event from the context of the Western encroachments on East Asia in the 1840s the book highlights the first conservative responses to that threat and how they evolved into a distinctly modern political force in both the government and the world of letters. The Restoration of 1868 itself is characterized as but one stage in a more protracted struggle to redefine the polity and the nature of public space with the primary aim of national preservation rather than 'Westernization'. Within this context indigenous expressions of reaction and conservatism are analyzed in their evolution into mass-media oriented ideological movements and are highlighted as being by far the most substantial and decisive forces in the development of Japan's modern political culture.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)


UYEHARA, Cecil H.: The Subversive Activities Prevention Law of Japan

Cecil Uyehara veröffentlicht mit dem nachstehenden Buch die erste englisch-sprachige Analyse, wie das Subversive Activities Prevention Law entworfen und debattiert wurde. Das Gesetz sollte das zentrale Stück für die interne Sicherheit des japanischen Staates nach der Besatzungszeit sein, hat sich aber als ein äußerst kontroverses Gesetz herausgestellt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Verlagswebseite ››.

UYEHARA, Cecil H.: The Subversive Activities Prevention Law of Japan. It's Creation, 1951-52. Brill: Leiden 2010.

The Subversive Activities Prevention Law (SAPL) was the last major controversial law to be drafted at the end of the Allied Occupation of Japan (1945-1952) which was managed and controlled by General Headquarters (GHQ) under U.S. General MacArthur and was enacted into law after Japan had regained its formal independence in 1952. Soon after the Occupation began, prewar Japanese internal security laws were ordered abolished by the Occupation. Now that Japan would be re-gaining its independence in 1952, there was urgency to creating a new integrated national internal security law to fill the vacuum created by the Occupation, 1945-1952. The Subversive Activities Prevention Law was to be the centerpiece for maintaining internal security in the new independent Japan. It turned out to be an extremely controversial law that was vociferously opposed by the political opposition in and out of the Diet in light of the prewar history, surrounding how such internal security laws were implemented by the state security apparatus. The demonstrations in 1951-52 against the proposed law, organized by the labor unions, were the largest, loudest and most determined since the end of the war.
This publication is the first analysis in English on how this law was drafted and debated, supported and opposed, using the 20+ drafts of the law, and the subsequent deliberations concerning the proposed law in the Houses of Representatives and Councillors. A short epilogue - since over 50 years have elapsed since the law was initially enacted in 1952 - analyzes the implementation of the law during these years.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Neuerscheinungen – Soziologie und Sozialanthropologie
BRUMANN, Christoph; COX, Rupert A. (Hg.): Making Japanese Heritage

Ein anthropologischer Sammelband, der von Christoph Brumann und Rupert A. Cox im September letzten Jahres herausgegeben wurde. In ihm werden die sozialen, wirtschaftlichen und globalen politischen Dimensionen kultureller Herkunft anhand von ethnographischen und historischen Fallstudien analysiert.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite des Verlags ››.


BRUMANN, Christoph; COX, Rupert A. (Hg.): Making Japanese Heritage. Abingdon, UK: Routledge 2009.

This book examines the making of heritage in contemporary Japan, investigating the ways in which particular objects, practices and institutions are ascribed public recognition and political significance. Through detailed ethnographic and historical case studies, it analyses the social, economic, and even global political dimensions of cultural heritage. It shows how claims to heritage status in Japan stress different material qualities of objects, places and people - based upon their ages, originality and usage. Following on an introduction that thoroughly assesses the field, the ethnographic and historiographic case studies range from geisha; noh masks; and the tea ceremony; urban architecture; automata; a utopian commune and the sites of Mitsubishi company history. They examine how their heritage value is made and re-made, and appraise the construction of heritage in cases where the heritage value resides in the very substance of the object’s material composition - for example, in architecture, landscapes and designs - and show how the heritage industry adds values to existing assets: such as sacredness, urban charm or architectural and ethnic distinctiveness. The book questions the interpretation of material heritage as an enduring expression of social relations, aesthetic values and authenticity which, once conferred, undergoes no subsequent change, and standard dismissals of heritage as merely a tool for enshrining the nation; supporting the powerful; fostering nostalgic escapism; or advancing capitalist exploitation. Finally, it considers the role of people as agents of heritage production, and analyses the complexity of the relationships between people and objects. This book is a rigorous assessment of how conceptions of Japanese heritage have been forged, and provides a wealth of evidence that questions established assumptions on the nature and social roles of heritage.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


CHAPLIN, Sarah: Japanese Love Hotels

Dieses Buch von Sarah Chaplin ist im April 2009 neu aufgelegt worden und im Routledge Verlag erschienen. Es behandelt das japanische Love Hotel als Indikator für den sozialen und kulturellen Wandel im Japan der Nachkriegszeit. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verlags ››.

CHAPLIN, Sarah: Japanese Love Hotels. A Cultural History. London, New York: Routledge 2009.

Drawing on theories of place, consumption and identity, Sarah Chaplin details the evolution of the love hotel in urban Japan since the 1950s. Love hotels emerged in the late 1950s following a ban of licensed prostitution, then were extremely popular in the 1970s, were then legislated against in the 1980s and are now perceived as ‘leisure’, ‘fashion’ or ‘boutique’ hotels.
Representing a timely opportunity to capture and evaluate the dying manifestations of an important era in Japanese social and cultural history, this book provides a critical account of the love hotel as a unique typology. It considers its spatial, aesthetic, semiotic, and locational denotations and connotations, which results in a richly nuanced cultural reading.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


COULMAS, Florian: Die Illusion vom Glück. Japan und der Westen

Das Buch befasst sich mit der Frage, warum die Menschen in einer industriellen Gesellschaft nicht zwangsweise glücklicher sind als die in weniger entwickelten Gesellschaften. Zusätzliche Informationen hält der Verlag auf seiner Homepage ›› bereit.

COULMAS, Florian: Die Illusion vom Glück. Japan und der Westen. Darmstadt, Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung, Primus Verlag 2009.

Der Konsumkapitalismus westlicher Prägung verbindet "Glück" vor allem mit materiellem Reichtum. Wie kein anderes Land der östlichen Welt hat sich Japan diese Glücksverheißung des Kapitalismus zu eigen gemacht, wie kein anderes Land hat es das Klassenziel Wohlstand erreicht - und doch sind die Menschen hier nicht glücklich. Warum? Florian Coulmas hinterfragt unsere Glücksvorstellungen vor dem Hintergrund westlicher und östlicher Ideale und liefert eine kluge Analyse mit überraschenden Einsichten.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


FOLJANTY-​JOST, Gesine; HETTLING, Manfred; SPROTTE, Maik Hendrik (Hg.): "Formenwandel der Bürgergesellschaft" - Arbeitspapiere des Internationalen Graduiertenkollegs Halle Tôkyô

Seit September 2009 hat das Graduiertenkolleg Halle Tôkyô fünf Schriften auf seiner Homepage ›› veröffentlicht und bietet diese zum Download an. Oberbegriff ist der Formenwandel der Zivilgesellschaft, der sich beispielsweise in die Betrachtung des Bürgerbegriffs oder die Perspektivfindung für den deutsch-​japanischen Wissenschaftsaustausch zwischen den Graduiertenkollegs auffächert. Es liegen deutschsprachige, aber auch englischsprachige Arbeitspapiere vor, die nicht nur digital abrufbar, sondern auch in Druckfassung erhältlich sind.

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)


HENDRY, Joy; WONG, Heung Wah (Hg.): Dismantling the East-West Dichotomy

Der von Joy Hendry und Heung Wah Wong 2006 herausgegebene Sammelband erschien 2009 als erschwingliches Paperback. Aus verschiedensten Perspektiven, wie z.B. der theoretischen, ethnographischen oder historischen, wird hier ein Überblick über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Anthropologie in Bezug auf Japan gegeben. Auf der Homepage des Verlags ›› finden Sie weitere Informationen, auch zur Hardcover-Variante.

HENDRY, Joy; WONG, Heung Wah (Hg.): Dismantling the East-West Dichotomy: Essays in Honour of Jan van Bremen. London: Routledge 2009.

Top scholars in the field of Japan anthropology examine, challenge and attempt to move beyond the notion of an East-West divide in the study of Japan anthropology. They discuss specific fieldwork and ethnographic issues, the place of the person within the context of the dichotomy, and regional perspectives on the issue. Articulating the influence of the East-West divide in other disciplines, including museum studies, religion, business and social ecology, the book attempts to look towards a new anthropology that transcends the limitations of a simplistic East-West opposition, taking into account the wealth of regional and global perspectives that are exhibited by contemporary scholarship on Japan anthropology. In concluding if the progress achieved in anthropological work on Japan can provide a model for good practice beyond this regional specialization, this timely and important book provides a valuable examination of the current state of the academic study of Japan anthropology.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)


ISHIDA, Hiroshi; SLATER, David H. (Hg.): Social Class in Contemporary Japan

Dieses Buch ist in Zusammenarbeit verschiedener Mitarbeiter aus Japan, Europa und den USA entstanden und führt in die Strukturen sozialer Klassen in der japanischen Gesellschaft ein. Einen Einblick ins Inhaltsverzeichnis können Sie beim Verlag ›› erhalten.

ISHIDA, Hiroshi; SLATER, David H. (Hg.): Social Class in Contemporary Japan. Structures, Sorting and Strategies. London, New York: Routledge 2010.

This book is the first single volume that traces the dynamics of social structure, institutional socialization and class culture through this turbulent period, all the way into the contemporary neoliberal moment. In an innovative multi-disciplinary approach that include top scholars working on quantitative class structure, policy development, and ethnographic analysis, this volume highlights the centrality of class formation to our understanding of the many levels of Japanese society. The chapters each address a different aspect of class formation and transformation which stand on their own. Taken together, they document the advantages of putting Japan in the broad comparative framework of class analysis and the enduring importance of social class to the analysis of industrial and post-industrial societies.

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)


IVRY, Tsipy: Embodying Culture

Die israelische Forscherin Tsipy Ivry betracht in ihrem nachstehenden Buch die Unterschiede zwischen Schwangerschaft in Israel und Japan im Rahmen der kulturellen Einstellung gegenüber dem Gebären von Kindern, regionale politische Maßnahmen diesbezüglich und medizinische Modelle zur Schwangerschaftsbetreuung. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Verlagswebseite ››.

IVRY, Tsipy: Embodying Culture. Pregnancy in Japan and Israel. Rutgers University Press 2009.

Embodying Culture is an ethnographically grounded exploration of pregnancy in two different cultures—Japan and Israel—both of which medicalize pregnancy. Tsipy Ivry focuses on “low-risk” or “normal” pregnancies, using cultural comparison to explore the complex relations among ethnic ideas about procreation, local reproductive politics, medical models of pregnancy care, and local modes of maternal agency.
The ethnography pieces together the voices of pregnant Japanese and Israeli women, their doctors, their partners, the literature they read, and depicts various clinical encounters such as ultrasound scans, explanatory classes for amniocentesis, birthing classes, and special pregnancy events.
The emergent pictures suggest that although experiences of pregnancy in Japan and Israel differ, pregnancy in both cultures is an energy-consuming project of meaning-making— suggesting that the sense of biomedical technologies are not only in the technologies themselves but are assigned by those who practice and experience them.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


KAWANISHI, Yuko: Mental Health Challenges Facing Contemporary Japanese Society

Yuko Kawanishi beschäftigt sich im folgendem Buch mit dem rasanten Anstieg von Persönlichkeitsstörungen in der modernen japanischen Gesellschaft und deren Auswirkungen wie z.B. Suizid durch Überarbeitung oder dem sozialen Rückzug. Weitere Informationen sind auf der Webseite des Verlags ››zu finden.

KAWANISHI, Yuko: Mental Health Challenges Facing Contemporary Japanese Society. The 'Lonely People'. Global Oriental 2009.

This book addresses the profound question of mental malaise in its many forms in contemporary Japanese society, focusing on three main areas: work, family and youth. The purpose is to provide an analytical, critical account of the social psychological state of the Japanese today, as well as to present possible measures that could contribute to positive outcomes.
Following the boom and bust years of the Japanese economy in the 1980s and 1990s, Japanese society was faced with the burden of rapid change and adjustment resulting in a significant increase in psychological and personality disorders at a level unknown in the past. These include karo-jisatsu (suicide by overwork), sekkusu-resu (sexless marriage), kateinai rikon (in-house divorce) and hikikomori (complete social withdrawal). This study will be widely welcomed by sociologists, psychologists and mental health professionals interested in the interconnectedness of culture and social structure, personality and psychopathology, and the historical development of these issues. It also offers valuable insight into questions relating to cross-cultural understanding.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


ROBERSON, James: Japanese Working Class Lives

Diese ethnographische Studie von James Roberson analysiert das Leben japanischer Arbeiter in kleinen Unternehmen, ihr Arbeitsleben sowie ihre Freizeit und Ausbildung. Bei Interesse können Sie auf der Webseite des Verlags ›› detaillierte Informationen erhalten.

ROBERSON, James: Japanese Working Class Lives. An Ethnographic Study of Factory Workers. London, New York: Routledge 2009.

This ethnographic study examines the lives of Japanese workers in small firms and analysis their experiences of working life, leisure and education. This unique case study of the Shintani Metals Company illustrates the ways in which employees lives extend beyond their work.
Japanese Working Class Lives provides a valuable alternative view of working life outside the large corporations. Roberson demonstrates that the Japanese working class is more diverse than Western stereotypes of be-suited salary-men would suggest.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


UENO, Chizuko: The Modern Family in Japan

Ueno Chizuko ist eine der führenden feministischen Denkerinnen Japans. In ihrer Publikation behandelt sie den Wandel der Familie, der sich in den letzten 100 Jahren vollzogen hat.


UENO, Chizuko: The Modern Family in Japan: Its Rise and Fall. Melbourne: Trans Pacific Press 2009.

This award-winning book brings together Chizuko Ueno's groundbreaking essays on the rise and fall of the modern family in Japan. Combining historical, sociological, anthropological, and journalistic methodologies, Ueno who is arguably the foremost feminist theoretician in Japan delineates in vivid detail how the family has been changing in form and function in the last hundred years. In each chapter, Ueno introduces the reader to a different facet of modern Japanese family life, ranging from children who fantasize about being orphans to the elderly who confront 'pre-senescence.' The central focus is on the housewife her history, her ever-changing responsibilities, her ways of surviving mid-life crisis. This is an indispensable book for students and scholars seeking to understand modern Japan.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)

Neuerscheinungen – Stadt- und Regionalforschung
CAO, Huhua (Hg.): Ethnic Minorities and Regional Development in Asia

Das Buch fokussiert neben Sri Lanka und Indien vor allem China in der Entwicklung von Minderheitenregionen sowie deren Urbanisierung. Über die Verlagshomepage ›› sind Ihnen weitere Informationen zugänglich.

CAO, Huhua (Hg.): Ethnic Minorities and Regional Development in Asia: Reality and Challenges. Amsterdam: Amsterdam University Press 2009.

The development experience in the world over the last century has shown that economic growth cannot be sustained without taking into consideration the social and political development of vulnerable populations, including greater recognition of minority rights. Within this context, the objective of this book is initially to support the interdisciplinary discussion that aims to join studies that surrounding the development of minorities in the Asia.

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)


HEIN, Carola; PELLETIER, Philippe (Hg.): Cities, Autonomy, and Decentralization in Japan

Dieses im Mai 2009 neu aufgelegte Buch behandelt das Thema Dezentralisierung aus der Perspektive der Stadtforschung und Stadtplanung. Es weist auf neue Trends seit dem Beginn der Wirtschaftskrise in den 1990ern hin und setzt diese in den Kontext des sozialpolitischen Systems Japans. Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie auch auf der Webseite des Verlags ››.

HEIN, Carola; PELLETIER, Philippe (Hg.): Cities, Autonomy, and Decentralization in Japan. London, New York: Routledge 2009.

Adding a new perspective to the current literature on decentralization in Japan, Cities, Autonomy and Decentralization in Japan, approaches the subject from an urban studies and planning approach. The essays in the collection present a cogent compilation of case studies focusing on the past, present and future of decentralization in Japan. These include small scale development in the fields such as citizen participation (machizukuri), urban form and architecture, disaster prevention and conservation of monuments.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


NAKAJIMA, Naoto: Toshi-bi undō

Dieses Buch erzählt die historische Entwicklung der Idee und der Umsetzung von Bewegung zur Stadtverschönerung in Japan. Der Wandel der Aktivitäten von Vereinen zur Stadtverschönerung, die noch immer Einfluss auf die heutige Stadtplanung haben, steht im Zentrum des Buches. Nakajima Naoto promovierte 2006 an der Universität Tokyo und ist heute Lehrbeauftragter an der Keiō Universität. Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie auf der Webseite des Verlags ››.

NAKAJIMA, Naoto: Toshi-bi undō. Shiwikku āto no toshi keikaku-shi (Bewegungen für die Schönheit der Städte. Die Geschichte der zivilen Kunst der Stadtplanung). Tokyo: Tōkyō daigaku shuppan-kai 2009.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


SCHMIDTPOTT, Katja: Nachbarschaft und Urbanisierung in Japan, 1890-1970.

Die vorliegende Veröffentlichung von Katja Schmidtpott vom Japan-Zentrum Marburg soll ein neues Licht auf die nachbarschaftlichen Verhältnisse der japanischen Großstädte werfen. Mehr Informationen auf der Seite des Iudicium-Verlags ››.

SCHMIDTPOTT, Katja: Nachbarschaft und Urbanisierung in Japan, 1890-1970. München: Iudicium 2009.

Sozialwissenschaftliche Forschungen zur Entwicklung der Nachbarschaftsbeziehungen im modernen Japan haben sich bislang auf die Stadtviertelvereinigungen (chōnaikai) konzentriert und dabei zumeist die „gemeinschaftlichen“ Züge des sozialen Zusammenlebens betont, die sich trotz der in den 1880er Jahren einsetzenden Verstädterung bis ins 20. Jahrhundert erhalten hätten. Entgegen dem daraus abgeleiteten Bild der japanischen Großstadt als Ansammlung dorfähnlicher Gemeinschaften zeigt die mikrohistorische Analyse von Nachbarschaftserfahrungen anhand von Selbstzeugnissen einzelner Stadtbewohner jedoch, daß die Intensität und die Funktionen formeller und informeller Nachbarschaftsbeziehungen stark von der sozialen Schichtzugehörigkeit bestimmt wurden. Das Verhältnis zu den unmittelbaren Nachbarn und zur Stadtviertelvereinigung wurde vor allem durch die wirtschaftliche Lage, die Wohnverhältnisse und die Privatheitsnormen beeinflußt, die jeweils kennzeichnend für die Angehörigen der fünf sozialen Gruppen waren, aus denen sich die moderne japanische Stadtgesellschaft zusammensetzte. Während die Stadtbewohner seit dem Ende des 19. Jahrhunderts stets „von oben“, d.h. vom Zentralstaat, von den Stadtverwaltungen oder von einzelnen Wohnungsbaugesellschaften zur Bildung kooperativer Gemeinschaften angeregt wurden, zeigt die Betrachtung „von unten“, daß sich die moderne Stadtgesellschaft demgegenüber durch Diversität und Konflikthaftigkeit auszeichnete. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der Nachbarschaftsbeziehungen in den Großwohnsiedlungen (danchi) der Nachkriegszeit, in denen sich die Nachbarschaftskultur der neuen Mittelschicht, die als typisch für die städtische Gesellschaft der Gegenwart gilt, bereits seit den 1950er Jahren entfalten konnte.

Hannah Eirene Janz (VSJF-Redaktion)


SORENSEN, André; FUNCK, Carolin (Hg.): Living Cities in Japan

Dieser Sammelband ist im Mai 2009 neu aufgelegt worden und im Routledge-Verlag erschienen. In mehreren Aufsätzen wird die Verbreitung und die Natur der machizukuri-Bewegung analysiert. Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie auf der Webseite des Verlags ››.

SORENSEN, André; FUNCK, Carolin (Hg.): Living Cities in Japan. Citizens' Movements, Machizukuri and Local Environments. London, New York: Routledge 2009.

Over the last fifteen years local citizens' movements have spread rapidly throughout Japan. Created with the aim of improving the quality of the local environment, and of environmental management processes, such activities are widely referred to as machizukuri, and represent an important development in local politics and urban management in Japan.
This volume examines the growth and nature of such civil society participation in local urban and environmental governance, raising important questions about the changing roles of and relations between central and local government, and between citizens and the state, in managing shared spaces. The machizukuri processes studied here can be seen as the focus of an important emerging trend toward increased civic participation in managing processes of urban change in Japan. The contributors provide a comprehensive overview of the machizukuri phenomenon through examination not only of theory and history, but also of case studies illustrating real changes in the institutions of place making and neighbourhood governance.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)

Neuerscheinungen – Wirtschaft
ANDERSON, Mark: Japan and the Specter of Imperialism

Mark Anderson betrachtet im nachstehenden Buch die diversen japanischen Reaktionen auf das späte Regime der ungleichen Verträge des späten 19. Jahrhunderts. Zudem wird thematisiert, wie diese gemeinsam mit rechtlichen Reformen die Logik des Marktkapitalismus veränderten und in die japanische Gesellschaftsordnung integriert wurden. Weitere Informationen zu dem Buch sind der Webseite des Verlags ›› zu entnehmen.

ANDERSON, Mark: Japan and the Specter of Imperialism. Houndsmills, Basingstoke, Hampshire: Palgrave-Macmillan 2009.

The book examines competing Japanese responses to the late nineteenth century unequal treaty regime as a confrontation with liberal imperialism, including the culture and gender politics of U.S. territorial expansion into the Pacific. The book examines how both the unequal treaties and Japanese legal reform served to impose and then incorporate the logic of market capitalism within a distinctly Japanese social order. It reveals that competing concepts of domesticity figured centrally in naturalizing capitalism in Japan and rationalizing Japan's own expansion. The unequal treaty regime is situated as a precursor of contemporary neoliberal practices such as economic development zones and U.S. status of forces agreements.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


BAREUTHER, Christian: Demographischer Wandel und Konsum in Japan

Dieses Buch behandelt ein in Japan hochaktuelles Thema - nämlich die Babyboomergeneration, die seit 2007 in Rente geht. Dies stellt das Land vor große Herausforderungen sowohl im Bereich der Wissensweitergabe als auch auf dem Silbermarkt, welchen es adäquat zu begegnen gilt.

BAREUTHER, Christian: Demographischer Wandel und Konsum in Japan: Die alternde Babyboomgeneration als wirtschaftlicher Faktor. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller 2009.

Die Gesellschaftsalterung von Industrienationen spielt in den Medien eine immer wichtigere Rolle. Der Druck auf die Sozialsysteme steigt und die Zukunft der jungen Generation ist ungewiss. Japan, einer der größten Wirtschaftmächte der Welt, zählt zu den ältesten Gesellschaften der Welt. Seit 2007 geht in Japan die so genannte 'Babyboomgeneration' in den Ruhestand. Die 'Babyboomer', die große Bevölkerungsgruppe, die nach dem zweiten Weltkrieg parallel zum japanischen Wirtschaftsaufschwung aufwuchs, haben auch heute noch großen Einfluss auf die japanische Wirtschaft. Ihr Eintritt in das Rentenalter führt zu enormen Veränderungen in der Gesellschaft und trägt zu einer entscheidenden
Transformation der japanischen Wirtschaft bei.
In diesem Buch wird die demographische Entwicklung Japans aufgezeigt. Lebensstile und Konsummuster verschiedener japanischer Generationen werden dargestellt. Es wird herausgearbeitet welche positiven Veränderungen durch den demographischen Wandel möglich sind und in wieweit der japanische Babyboomer aktiv zu einem wirtschaftlichen Aufschwung beitragen kann. Können diese gesellschaftlichen Veränderungen in Japan sogar ein Vorbild für den Westen sein?

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


HAGHIRIAN, Parissa (Hg.): Innovation and Change in Japanese Management

Das nachstehende Buch, welches von Parissa Haghirian herausgegeben wird, zeigt die Transformationsprozesse und Veränderungen auf, mit denen sich japanische Firmen nach der verlorenen Dekade konfrontiert sehen. Bei Interesse können Sie sich auf der Verlagswebseite ›› näher informieren.

HAGHIRIAN, Parissa (Hg.): Innovation and Change in Japanese Management. Palgrave-Macmillan 2010.

The mystic image of Japanese management changed during the recession of the 1990s. Japanese corporations had problems adapting to the restructuring measures. They were economic challenges and were slow in the implementing reforms and expected to develop more shareholder value and become more like their Western counterparts. Western observers and media criticized Japanese corporations and managers for being too consensus and harmony oriented and not being able to deal with crisis or rapid changes. But Japan and Japanese management did change.
In many cases these changes were not as radical or as spectacular as expected. Western suggestions and business models were not completely ignored, but many of them are not applicable in a Japanese context. Japan and Japanese management changed in its own way, in a Japanese Way. Innovation and Change in Japanese Management shows which transformation processes and changes can be observed in Japanese companies in reaction to the economic challenges of the past decade. The book presents new research results and investigates the variety of changes Japanese corporations and managers have experienced in recent years.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)


KATZNER, Donald W.: Culture and Economic Explanation

Dieses Buch von Donald W. Katzner ist im November 2009 neu aufgelegt worden und im Routledge Verlag erschienen. Es behandelt die Problematik der Anwendung von ökonomischen Theorien in verschiedenen Kulturräumen. Weitere Informationen zu diesem Buch finden Sie auf der Verlagswebseite ››.

KATZNER, Donald W.: Culture and Economic Explanation. Economics in the US and Japan. London, New York: Routledge 2009.

There is a common view among many economists that one model is capable of explaining a specific type of behaviour in all cultural environments. It is only necessary to make appropriate adjustments to bring the model in line with prevailing cultural conditions. This book argues that such an approach can lead to error, in particular to incorrect explanation and understanding of the phenomenon in question, and therefore may result in inappropriate policy recommendations.
Katzner’s fascinating book compares the two cultures of Japan and USA and provides insights into the economic workings and differences between the two nations. He shows that an understanding of the culture of a country is essential to the development of appropriate models of economic behaviour of economic agents in that country, and that the failure to understand cultural differences weakens the predictive (and prescriptive) power of economic models. The argument is made in a collection of essays supporting the following: (a) Thought processes are heavily dependent on cultural environments and (b) Because cultures vary widely from society to society, to explain economic behaviour in one society may require a model with a completely different structure from that in another. The book applies this argument to elucidate certain features of economic theorizing and to explain the so-called Japanese economic miracle.

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


KEVENHÖRSTER, Paul; PASCHA, Werner; SHIRE, Karen: Japan: Wirtschaft - Gesellschaft - Politik

Dieses Grundlagenwerk über Japan, welches Einblick in seine Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gibt, ist nun bereits in der 2. Auflage erschienen. Einen Einblick ins Inhaltsverzeichnis können Sie beim Verlag ›› erhalten.

KEVENHÖRSTER, Paul; PASCHA, Werner; SHIRE, Karen: Japan: Wirtschaft - Gesellschaft - Politik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010.

Dieses Buch vermittelt ein umfassendes und differenziertes Bild der Weltwirtschaftsmacht Japan aus einer modernen sozialwissenschaftlichen Perspektive. Es führt einerseits in die grundlegenden Strukturen und Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik ein und bietet somit die entscheidenden Grundinformationen zum Verständnis des Landes. Andererseits analysiert es den raschen Wandel und diskutiert die drängenden aktuellen Probleme, denen sich Japan in all diesen Bereichen gegenübersieht. Der moderne wirtschaftswissenschaftliche, politikwissenschaftliche und soziologische Zugang zwingt uns, unser traditionelles, manchmal auch exotisches Japanbild in Frage zu stellen. Auch in der zweiten Auflage bietet dieses Standardwerk somit die unentbehrliche Grundlage für Studium, Forschung und Beruf.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)

Neuerscheinungen – Geschlechterforschung
BARRACLOUGH, Ruth; FAISON, Elyssa (Hr.): Gender and Labour

Auch 2009 erschienen Monographien und Sammelbände, welche sich mit den „Sexarbeiterinnen“ beschäftigten. Dieser Sammelband versucht einen groß angelegten Überblick über das Thema innerhalb des 20. Jahrhunderts in Korea und Japan zu liefern. Angaben zu den Verfassern der Beiträge, das Inhaltsverzeichnis sowie einen ersten Blick in das Buch erhalten Sie auf der Homepage des Verlags ››.

BARRACLOUGH, Ruth; FAISON, Elyssa (Hr.): Gender and Labour in Korea and Japan: Sexing Class. London, New York: Routledge 2009.

Bringing together for the first time sexual and industrial labour as the means to understand gender, work and class in modern Japan and Korea, this book shows that a key feature of the industrialisation of these countries was the associated development of a modern sex labour industry. Tying industrial and sexual labour together, the book opens up a range of key questions: In what economy do we place the labour of the former "comfort women"? Why have sex workers not been part of the labour movements of Korea and Japan? Why is it difficult to be "working-class" and "feminine"? What sort of labour hierarchies operate in hostess clubs? How do financial crises translate into gender crises? This book explores how sexuality is inscribed in working-class identities and traces the ways in which sexual and labour relations have shaped the cultures of contemporary Japan and Korea. It addresses important historical episodes such as the Japanese colonial industrialisation of Korea, wartime labour mobilisation, women engaged in forced sex work for the Japanese army throughout the Asian continent, and issues of ethnicity and sex in the contemporary workplace. The case studies provide specific examples of the way gender and work have operated across a variety of contexts, including Korean shipyard unions, Japanese hostess clubs, and the autobiographical literature of Korean factory girls. Overall, this book provides a compelling account of the entanglement of sexual and industrial labour throughout the twentieth century, and shows clearly how ideas about gender have contributed in fundamental ways to conceptions of class and worker identities.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)


GAYLE, Curtis: Women's History and Local Community in Postwar Japan

Der Autor widmet sich in seinem Werk einem bisher vernachlässigten Teil in der eher männlich geprägten Historiographie Japans - der Geschichtsschreibung aus Sicht der Frauen. Hierbei fokussiert er sich auf die Periode nach dem zweiten Weltkrieg. Bis heute beeinflussen diese weiblichen Versionen der Geschichtsschreibung die historische Landschaft Japans. Genaueres ist über den Verlag Routledge ›› zu finden.

GAYLE, Curtis: Women's History and Local Community in Postwar Japan. London: Routledge 2009.

This timely look at a neglected corner of Japanese historiography spotlights the decade following the end of World War II, a time in which Japanese society was undergoing the transformation from imperial state to democratic nation. While in male writing the liberation of the body stood in first place, for certain working and middle-class women this time involved education and labor activism, so history-writing became a means to greater voice within the turbulent transition.
Women's History and Local Community in Postwar Japan examines the emergence of women’s history-writing groups in Tokyo, Nagoya and Ehime, using interviews conducted with founding members and analysis of primary documents and publications by each group. It demonstrates how women appropriated history-writing as a radical praxis geared less toward revolution and more toward the articulation of local imaginations, spaces and memories after World War II. By appropriating history as a praxis that did not need revolution for its success, these women used connections established by Marxist historians between history-writing and subjectivity, but did so in ways that broke rank from nationally-referenced renditions of history and memory. Under conditions in which some women saw history as a field of articulation that remained dominated by men, they put into practice their own de-centered versions of history-writing that continue to influence the historical landscape in contemporary Japan.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


SOH, C. Sarah: The Comfort Women: Sexual Violence and Postcolonial Memory

Das neue Buch von Sarah Soh beschäftigt sich mit dem Thema der "Trostfrauen" des Zweiten Weltkrieges. Einen Einblick in das Inhaltsverzeichnis dieses durchaus provokativen Werks können Sie beim Verlag ›› erhalten.

SOH, C. Sarah: The Comfort Women: Sexual Violence and Postcolonial Memory in Korea and Japan. Chicago: University of Chicago Press 2009.

In an era marked by atrocities perpetrated on a grand scale, the tragedy of the so-called comfort women - mostly Korean women forced into prostitution by the Japanese army - endures as one of the darkest events of World War II. These women have usually been labeled victims of a war crime, a simplistic view that makes it easy to pin blame on the policies of imperial Japan and therefore easier to consign the episode to a war-torn past. In this revelatory study, C. Sarah Soh provocatively disputes this master narrative. Soh reveals that the forces of Japanese colonialism and Korean patriarchy together determined the fate of Korean comfort women - a double bind made strikingly apparent in the cases of women cast into sexual slavery after fleeing abuse at home. Other victims were press-ganged into prostitution, sometimes with the help of Korean procurers. Drawing on historical research and interviews with survivors, Soh tells the stories of these women from girlhood through their subjugation and beyond to their efforts to overcome the traumas of their past. Finally, Soh examines the array of factors - from South Korean nationalist politics to the aims of the international women's human rights movement - that contributed to the incomplete view of the tragedy that still dominates today.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


SUZUKI, Michiko: Becoming Modern Women

Die Autorin ist Assistant Professor am Department of East Asian Languages and Cultures der Indiana University. In ihrer neuen Monographie untersucht sie „weibliche“ Liebes- und Identitätskonstruktionen der Vorkriegszeit. Das Inhaltsverzeichnis sowie das Vorwort stellt der Verlag auf seiner Homepage ›› bereit.

SUZUKI, Michiko: Becoming Modern Women: Love and Female Identity in Prewar Japanese Literature and Culture. Stanford: Stanford University Press 2010.

Presenting a fresh examination of women writers and prewar ideology, this book breaks new ground in its investigation of love as a critical aspect of Japanese culture during the early to mid-twentieth century. As a literary and cultural history of love and female identity, Becoming Modern Women focuses on same-sex love, love marriage, and maternal love - new terms at that time; in doing so, it shows how the idea of "woman," within the context of a vibrant print culture, was constructed through the modern experience of love. Author Michiko Suzuki's work complements current scholarship on female identities such as "Modern Girl" and "New Woman," and interprets women's fiction in conjunction with nonfiction from a range of media - early feminist writing, sexology books, newspapers, bestselling love treatises, native ethnology, and historiography. While illuminating the ways in which women used and challenged ideas about love, Suzuki explores the historical and ideological shifts of the period, underscoring the broader connections between gender, modernity, and nationhood.

Sebastian Heindel (VSJF-Redaktion)


TANAKA-NAJI, Hiromi: Japanische Frauennetzwerke und Geschlechterpolitik im Zeitalter der Globalisierung

In dieser Publikation untersucht die Autorin, wie japanische Netzwerke zur Geschlechtergleichstellung organisiert sind und inwiefern sie auch über die nationalen Grenzen hinausgehen. Damit macht sie auf eine interessante Schnittstelle zwischen dem Thema Gender und Globalisierung aufmerksam. Bezüglich weiterer Informationen werden Sie auf der Verlagshomepage ›› fündig.

TANAKA-NAJI, Hiromi: Japanische Frauennetzwerke und Geschlechterpolitik im Zeitalter der Globalisierung. München: Iudicium Verlag 2009.

Die Modernisierung von Geschlechterverhältnissen ist seit der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts, besonders seit den letzten drei Dekaden, weltweit zu beobachten. Von großer Bedeutung dabei ist die Globalisierung der Geschlechterpolitik, die den Akteuren, die sich für die Gleichstellung einsetzen, neue Chancen und Optionen eröffnete. In diesem Kontext haben sich Frauennetzwerke als eine zunehmend wichtige Form der Organisation für die Mobilisierung der Gleichstellungsakteure entwickelt. Diese Entwicklung betrifft auch die japanische Gesellschaft, wobei dies noch kaum systematisch untersucht worden ist.
Die vorliegende Arbeit untersucht politische und soziale Netzwerke der Gleichstellungsakteure, die zum großen Teil Frauen sind, und deren Mobilisierung im globalen und nationalen Kontext der Neustrukturierung der Geschlechterpolitik innerhalb sowie über die nationalen Grenzen gestaltet wird. Wie entwickeln sich die Netzwerke? Welche Charakteristiken haben sie dabei als eine Form der Organisation für die Gleichstellungsmobilisierung? Welche Möglichkeiten und Grenzen haben sie für die weitere Förderung der (Geschlechter)Demokratie? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Arbeit am Beispiel neuer international orientierter japanischer Frauennetzwerke seit den 1970ern und trägt damit zum besseren Verständnis zum tiefgreifenden sozialen Wandel bei, in dem Japan eingebettet ist.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)

Artikel von VSJF-Mitgliedern
DRIFTE, Reinhard (2009): The future of the Japanese-Chinese relationship - The case for a grand political bargain. In: Asia-Pacific Review Vol. 16 no 2, S. 55-74. (Japanische Version "Yomiuri Quarterly" Winter 2010, S. 1-10)

HÜSTEBECK, Momoyo (2009): Administrative und fiskalische Dezentralisierung in Japan - Instrumente zur Stärkung der japanischen lokalen Selbstverwaltung? In: FOLJANTY-JOST, Gesine (Hg.): Kommunalreform in Deutschland und Japan. Wiesbaden: VS-Verlag, S. 31-58.

MANZENREITER, Wolfram (2008): Sports, body control and national discipline in prewar and wartime Japan. Leidschrift 23/3, S. 63-83.

MANZENREITER, Wolfram (2009): Sport im Konsumkapitalismus: Phasen der Ökonomisierung. In: MARSCHIK, Matthias et al. (Hg.): Macht Bewegung. Einführung in kultur- und sozialwissenschaftliche Analysen des sportlichen Feldes. Wien: Facultas WUV, S. 112-125.

MANZENREITER, Wolfram (2009): Zum Ruhme des Sports und zur Ehre … unseres Landes: Österreichisch-japanische Botschaften aus dem Olympiajahr 1964. In: LINHART, Sepp Linhart; MANZENREITER, Wolfram (Hg.): Alltag und Freizeit in Tokyo und Wien, 1955-1975. Die Zeit des hohen Wirtschaftwachstums. Wien: Institut für Ostasienwissenschaften, Beiträge zur Japanologie Bd. 41, S. 121-147.

MANZENREITER, Wolfram (2008): Subaltern Olympics and the changing imagination of the Far East. In: Beijing Forum Organizing Committee (Hg.): Olympic Spirit and World Harmony. Beijing Forum 2008. Beijing: Beijing Forum Organizing Committee , S. 221-233.

MANZENREITER, Wolfram; LINHART, Sepp (Hg.) (2009): Alltag und Freizeit in Tokyo und Wien, 1955-1975. Die Zeit des hohen Wirtschaftwachstums. Wien: Institut für Ostasienwissenschaften, Beiträge zur Japanologie Bd. 41, S. 212.

Neuerscheinungen – Sonstiges
Großes japanisch-deutsches Wörterbuch

STALPH, Jürgen; HIJIYA-KIRSCHNEREIT, Irmela; SCHLECHT, Wolfgang; UEDA, Kōji (Hg.): Großes japanisch-deutsches Wörterbuch. Wadokudaijiten. Band 1: A–I. München: iudicium Verlag 2009.

• Über 45.000 Stichwörter der modernen japanischen Sprache (frühe Meiji-Zeit bis Gegenwart) mit zahllosen Zusammensetzungen und Anwendungsbeispielen
• Lateinumschrift aller Stichwörter und der Zusammensetzungen mit Kanji
• ca. 20.000 Satzbelege aus Zeitungen, Zeitschriften, Werbung, Wissenschaft und Literatur mit Quellenangaben
• Markierter Grund- und Aufbauwortschatz
• Historische und fachsprachliche Erläuterungen
• Herkunftsangaben und gesicherte Etymologien
• Sprichwörter und idiomatische Wendungen
• Fach- und Sondersprachen (Kinder- und Jugendsprache, Gaunersprache, Dialektismen)
• Auflösungen von Abkürzungen
• Fachvokabular u. a. aus den Bereichen Architektur • Astronomie • Biologie und Biochemie • Chemie • Computertechnologie • Elektrotechnik • Flora und Fauna (mit Angabe der wissenschaftlichen Nomenklatur) • Geowissenschaften • Linguistik • Mathematik • Medizin • Musik • Physik • Recht • Sport • Technik • Wirtschaft und Finanzen

Weitere Informationen sind unter wadokudaijiten ›› zu finden.

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)


Social Science Japan Journal

Das Social Science Japan Journal ist eine Zeitschrift, die in englischer Sprache vom Institute of Social Science der Universität Tokyo publiziert wird. Es werden Originalarbeiten, die in Bezug zum modernen Japan stehen, veröffentlicht - inklusive Arbeiten mit vergleichender Perspektive und Fokus auf internationale Beziehungen. Alle Disziplinen der Sozialwissenschaften sind im Social Science Japan Journal vertreten, darunter Anthropologie, Geographie, Wirtschaft, Geschichte, Politik und Soziologie.

Zum Download der aktuellen Ausgabe Vol.12 von November 2009 verwenden Sie bitte den folgenden Link: SSJJ ››

Zudem findet sich auf der Homepage eine Auflistung der aktuellen discussion paper series, die als PDF abrufbar sind: ISS Universität Tokyo ››

Lisa Rodyk (VSJF-Redaktion)

3.4 PROJEKTE (FORSCHUNG ODER LEHRE)
In dieser Rubrik veröffentlichen wir Hinweise auf neue Projekte in Forschung oder Lehre zu Themen, an denen auch die Mitglieder der Vereinigung arbeiten. Wenn Sie selbst einen solchen Hinweis geben möchten, wenden Sie sich bitte an die Redaktion unter: newsletter@vsjf.net

Neues Forschungsprojekt an der Universität Hamburg
Arbeitsmarkt und Zuwanderung. Japan in vergleichender Perspektive

Der demographische Wandel Japans brachte Anfang des neuen Jahrtausends die vor allem von Wirtschaftsvertretern geäußerte Forderung nach einer von den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gesteuerten Zuwanderung auf die politische Tagesordnung des Landes. Wie solle der durch Überalterung ausgelöste Verlust an Erwerbsbevölkerung kompensiert werden, so die Grundfrage. Neben fortschreitender Technologisierung und einer Erhöhung der Frauenerwerbsquote wird seither auch internationale Arbeitsmigration als Lösungsansatz diskutiert. Im Kontext der bisher zurückhaltend konservativ geprägten Zuwanderungspolitik Japans betrachtet, erscheinen manche der diskutierten Forderungen abenteuerlich: so zum Beispiel der Vorschlag des ehemaligen LDP-Generalsekretärs, Hidenao Nakagawa, durch gezieltes Anwerben von Fachkräften und berufliche Anreize für ausländische Studierende Japans Anteil an „Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“ von 1,7% im Jahr 2008 auf 10% im Jahr 2050 anzuheben. Unter der neuen Regierungspartei DPJ wurde kürzlich ein Gesetzesvorschlag eingebracht, der den dauerhaft in Japan residierenden Ausländern das lokale Wahlrecht zugestehen soll.

Das Forschungsprojekt „Arbeitsmarkt und Zuwanderung. Japan in vergleichender Perspektive“ befasst sich mit dem in jüngster Vergangenheit und gegenwärtig geführten öffentlichen wie politischen Diskurs um eine Revision des japanischen Zuwanderungsgesetzes. Seine Inhalte, die ihn treibenden Akteure ebenso wie seine realpolitischen Auswirkungen stehen im Mittelpunkt dieses an der Schnittstelle von Politikwissenschaft, Soziologie, Rechts- und Wirtschaftswissenschaft angesiedelten Forschungsprojekts. Einzelne Unterprojekte, die unter diesem Thema zusammengebracht werden, befassen sich beispielsweise mit der Pflegemigration nach Japan, mit den Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise auf ausländische Arbeitskräfte in Japan und mit Fragen irregulärer Migration nach Japan und damit verknüpften humanitären Aspekten. Die vergleichende Perspektive des Projekts stellt Japan zum einen in einen regionalen Kontext und vergleicht das Land mit anderen neuen Immigrationsländern Ostasiens. Zum anderen soll Japan ebenfalls in Bezug zu Deutschland gesetzt werden, um so migrationspolitische Ansätze der stark alternden Nation Japan auch für deutsche WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Gabriele Vogt, Professorin für Staat und Gesellschaft Japans im Asien-Afrika-Institut (AAI) der Universität Hamburg, initiierte dieses Forschungsprojekt zu „Arbeitsmarkt und Zuwanderung. Japan in vergleichender Perspektive“ im Januar 2010. Das Projekt stellt eine Weiterentwicklung des von Gabriele Vogt zwischen 2005 und 2009 am Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ) bearbeiteten Forschungsprojekts „Migration und Integration in Japan“ dar. Das Forschungsprojekt „Arbeitsmarkt und Zuwanderung. Japan in vergleichender Perspektive“ wird in Hamburg von Ruth Achenbach, M.A. und Dr. Jeannette Behaghel als wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen mitgestaltet. Weitere Informationen über das Forschungsprojekt bietet in Kürze die Homepage der Hamburger Japanologie ››

Prof. Dr. Gabriele Vogt (Universität Hamburg)

Neue weltweit einzige Ausbildung zum Konferenzdolmetscher Japanisch-Deutsch an der Universität Heidelberg
Das Seminar für Übersetzen und Dolmetschen startete zusammen mit dem Institut für Japanologie der Universität Heidelberg zum Wintersemester 2009/10 die weltweit einzige universitäre Ausbildung zum Konferenz­dolmetscher Japanisch-Deutsch. Bislang gab es ledig­lich Studienangebote für das Sprachenpaar Japanisch-Englisch, etwa in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien.

Die Absolventen der Heidelberger Dolmetscher-Studiengänge, die inhaltlich an den Vorgaben des Internationalen Verbandes der Konferenzdolmetscher AIIC ausgerichtet sind, dolmetschen in zwei Fremdsprachen und ihrer Muttersprache. Um das neue Angebot ver­wirklichen zu können, wurde ein bereits bestehender Master-Studiengang um die Sprachwahl Japanisch erweitert. Dafür wurde eine Anschubfinanzierung durch die Japan Foundation zugesagt.

Das Seminar für Übersetzen und Dolmetschen der Uni­versität Heidelberg gilt seit über 60 Jahren als eines der weltweit führenden Institute für die Ausbildung von Konferenzdolmetschern. Einer Studie des Dolmetscherdienstes der Europäischen Union zufolge hat ein Großteil der in Europa arbeitenden Dolmetscher sein Studium in Heidelberg absolviert. Das Seminar verfügt über drei hochmoderne Konferenzsäle zum Lehrbetrieb mit modernster Digitaltechnik. Innerhalb von zwei Jahren werden die Studierenden, die nach strengen Auswahlkriterien in den Master-Studiengang „Konferenzdolmetschen“ aufgenommen werden, zu Konferenzdolmetschern ausgebildet. Es können neben Deutsch auch Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Portugiesisch und jetzt auch Japanisch als Muttersprache oder als aktive und passive Fremdsprache belegt werden.

Weitere Informationen, auch über die Zulassungs- und Prüfungsordnung, finden sich beim Heidelberger Seminar für Übersetzen und Dolmetschen ››.

Bei Interesse am Studiengang kontaktieren Sie bitte:

Dr. Asa-Bettina Wuthenow
Fachstudienberatung Japanologie
Akademiestraße 4-8
69117 Heidelberg
Tel. 06221 54-7666
wuthenow@zo.uni-heidelberg.de

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)


3.5 RESSOURCEN
In dieser Rubrik veröffentlichen wir Hinweise auf Ressourcen aller Art zur Forschung über das moderne Japan. Das können Informationen über Forschungseinrichtungen, Datenbanken, Materialsammlungen, wissenschaftliche Zeitungen, aber auch wissenschaftliche Auszeichnungen, Stellenausschreibungen und Fördermittel sein. Hinweise auf solche Ressourcen nimmt die Redaktion gerne entgegen. Schreiben Sie bitte an: newsletter@vsjf.net

Stipendien – Canon Foundation
Die Canon Foundation in Europa vergibt jedes Jahr bis zu 15 Forschungsstipendien an hochqualifizierte europäische und japanische Forscher. Die Bewerbungsfrist für das Jahr 2011 endet am 15. September 2010. Weitere Informationen sind der Homepage der Canon Foundation ›› zu entnehmen.

Annually, the Canon Foundation in Europe grants up to 15 Fellowships to highly qualified European and Japanese researchers. European nationals should have permanent citizenship in the country.

The candidates hold a doctorate or at least a Master’s degree. They are eligible during the ten-year period following the successful completion of their PhD or MA degree. Extensions to the ten-year rule are possible in principle in case of exceptional circumstances which should be explained in the application and supporting documents are required. The European Fellowship holders pursue a period of research in Japan whereas the Japanese Fellows do their research at host institutions in Europe. The Fellowships are awarded for periods of minimum three months and maximum one year. The Fellowships are awarded regardless of discipline and existing employment positions.

Canon Fellows from Europe are free to choose their host institutes and hosts in Japan. The same freedom is given to Japanese Canon Fellows coming to Europe. Canon Foundation Research Fellowships may be applied for when an agreement on co-operation and on a research plan has been reached between the guest researcher and the proposed host institution.

Applications can also be submitted by members of commercial, industrial, governmental or professional organisations. It is strongly recommended that the candidates obtain the current issue of the application form from this website (download it here ››) or at the Secretariat of the Foundation, in Amstelveen - the Netherlands.

Contact:
Canon Foundation in Europe
P. O. Box 2262
1180 EG Amstelveen
The Netherlands
Tel. +31 20 545 8934
Fax. +31 20 712 8934
E-Mail: foundation@canon-europe.com

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)

Stipendien – DFG-Graduiertenkolleg 1613 "Risk and East Asia"
Five Doctoral Stipends DFG Research Training Group 1613 “Risk and East Asia”

Die Ausschreibung richtet sich an Kandidaten mit sehr guten Chinesisch- oder Japanisch-Kenntnissen und einem ausgezeichneten Hochschulabschluss in den Bereichen Wirtschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Geografie oder in sozialwissenschaftlichen ostasiatischen Regionalstudien. Die fünf Doktorstipendien sind zunächst auf ein Jahr befristet, können später jedoch auf drei Jahre ausgeweitet werden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. März 2010 für eine Bewilligung im selben Jahr.

The DFG Research Training Group (Graduierten Kolleg) 1613 Risk and East Asia at the Institute of East Asian Studies (IN-EAST), University Duisburg-Essen invites applications to its English-language doctoral program. IN-EAST is the largest institute of social scientific research on contemporary East Asia in continental Europe, offering international degree programs at the MA and doctoral levels in Chinese and Japanese Studies. IN-EAST is a member of EastAsiaNet, the European Research School Network of Contemporary East Asian Studies (www.eastasianet.eu ››). The Research Training Group cooperates closely with the White Rose East Asia Centre at the Universities of Leeds and Sheffield in the UK.

The research program of the Risk and East Asia group is aimed at understanding how large processes of economic, political and social institutional change play out in East Asian, as compared to European, national and regional contexts. Participating researchers examine the impact of market transformations, individualization, decentralization and transnationalization processes on shifts in the responsibility for and governance of risks from states to markets, public to private bodies, and collective to individual actors. Doctoral fellows develop their own projects within the research program and join the structured doctoral training curriculum.

Training measures are tailored to the research program and designed to support high quality social scientific and language-based regional studies scholarship. Doctoral fellows participate in a methods workshop in East Asia, hosted by the Institute of Social Sciences at the University of Tokyo and the School of Sociology and Population Studies at Renmin University of China, Beijing. Doctoral research projects are eligible for up to ten months of field research funding in China or Japan.

For detailed information on the application procedure please see our homepage ››.

Contact:
Prof. Karen Shire
Speaker DFG Research Training Group 1613 “Risk and East Asia”
Institute of East Asian Studies
University of Duisburg-Essen
47048 Duisburg
Germany

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)


Stipendien – JSPS-Forschungsstipendium für Postdoktoranden
Dieses Stipendium der Japan Society for the Promotion of Science richtet sich an Wissenschaftler, die zu einem selbstgewählten Thema in Japan Forschungen durchführen wollen. Vorraussetzung für dieses Stipendium ist, dass am zweiten April des Jahres, in dem das Stipendium das erste mal ausgezahlt wird, die Promotion nicht länger als sechs Jahre zurückliegt. Das Stipendium kann für 12 bis 24 Monate beantragt werden, beträgt laut Ausschreibung 362 000 JPY pro Monat und deckt Flugkosten sowie Krankenversicherung ab. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Japan Society for the Promotion of Science ››.

Bewerbungen können jederzeit an die koordinierenden Institutionen des jeweiligen Landes geschickt werden.
Deutschland: Alexander von Humbold Stiftung ››
Österreich: ÖAD ››
Schweiz: SNF ››

Johannes Kiener (VSJF-Redaktion)


Stipendien – Monbukagakusho
Bei den Stipendien der japanischen Regierung handelt es sich um eine Forschungsunterstützung unabhängig der Fachrichtung. Die Bewerbungsfrist endet zum 28. Februar 2010. Im Hinblick auf die Bewerbung ist zu beachten, dass sie grundsätzlich über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) erfolgt. Die Unterlagen für die Bewerbung sind auf der "Stipendiendatenbank" der Internetseite des DAAD zu finden und dort online auszufüllen.

Das Monbukagakusho (Bildungs- und Wissenschaftsministerium Japans) bietet Ergänzungs- und Aufbaustudien sowie Forschungsaufenthalte für Doktoranden, Graduierte, Promovierte und Studierende aller Fachrichtungen. Japanisch-Kenntnisse sind nur für Studenten mit dem Fachgebiet Japan-Studien erforderlich - für Studenten, die über keine ausreichenden Kenntnisse verfügen, ist ein sechsmonatiger Sprachkurs eingeschlossen. Der Kurs befähigt zu Konversation im Alltag - für Forschungszwecke ist die englische Sprache ausreichend. Die abzulegende Sprachprüfung dient somit nur der Einordnung. Die Höhe des Stipendiums beträgt 152.000 Yen (ca. 1.125 Euro) pro Monat. Flugtickets für den Hin- und Rückflug werden erstattet. Studiengebühren fallen nicht an. Bei Einschreibung an staatlichen Universitäten besteht darüber hinaus die Möglichkeit der Unterbringung in kostengünstigen Studentenwohnheimen. Im Rahmen dieses Stipendiums ist ein Studienaufenthalt an jeder japanischen Hochschule (sowohl an staatlichen, an kommunalen als auch privaten Einrichtungen Japans) möglich. Vorhandene gute Kontakte zu der gewünschten Hochschule sind allerdings wünschenswert.

Ausführliche Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen sowie den Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Webseite der japanischen Botschaft in Deutschland ››.

Kontakt:
Botschaft von Japan
Hiroshimastr. 6
10785 Berlin
Tel: 030 21094-153
E-Mail: info@botschaft-japan.de

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)

Stipendien – Stipendium zur Förderung der japanbezogenen Forschung
Die Alexander von Humboldt-Stiftung schreibt zum 1. März 2010 ein Stipendium aus, das sich hauptsächlich an Doktoranden in den Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften richtet. Das Stipendium sollte vorzugsweise für eine Forschungsreise nach Japan genutzt werden.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung möchte ihren Teil dazu beitragen,
die traditionell guten deutsch-japanischen Wissenschaftsbeziehungen zu
pflegen und auszubauen. Nachwuchswissenschaftlerinnen und
Nachwuchswissenschaftler, die zu einem Thema mit Japanbezug forschen,
erhalten deshalb erneut die Chance, sich auf ein Stipendium zur
Förderung der japanbezogenen Forschung zu bewerben. Die Förderung wird finanziell von den Vereinigungen der Humboldtianer in Ost- und
West-Japan unterstützt. Pro Jahr gibt es zwei Auswahlrunden; die
nächste Bewerbungsfrist endet am 1. März 2010.

Das Stipendienprogramm richtet sich schwerpunktmäßig an Doktoranden in den Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Bei
überzeugendem Japanbezug können aber auch Natur- und
Ingenieurswissenschaftler gefördert werden. Vorzugsweise sollte das
Stipendium für eine Forschungsreise nach Japan genutzt werden, es kann
aber auch für Forschungsliteratur oder andere, in direktem Zusammenhang
mit dem Forschungsvorhaben stehende Ausgaben verwendet werden.

Ausführliche Informationen und die kompletten Bewerbungsunterlagen finden Sie bei der Alexander von Humboldt-Stiftung ››, auf Anfrage werden diese auch zugesendet.

Niels Kobschätzki (VSJF-Redaktion)

Stipendien – Toshiba International Foundation Fellowship
Für das Jahr 2010 vergibt die Toshiba International Foundation wieder 2 bis 3 Stipendien für einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Japan. Bewerbungen werden bis zum 30. April 2010 entgegengenommen. Weitere Informationen sind der EAJS Homepage ›› zu entnehmen.

On behalf of the Toshiba International Foundation ››, the EAJS Council ›› selects two to three candidates for a fellowship to undertake research in Japan. The next application deadline is 30 April 2010.
Applications are invited for three Toshiba International Foundation scholarships for a three-month stay in Japan to be completed by the end of March 2011. There are three scholarships, generously funded by the Toshiba International Foundation, and each is worth 7000,- Euro. Applicants must be graduate students or their equivalent who have completed four or more years of full-time study, and they must be specialising in some branch of Japanese studies at an institution in Europe. Applications should consist of a CV, a brief statement (not more than 300 words) of the project for which they wish to pursue their research in Japan, and a letter of support from the student’s supervisor or adviser, who should submit the application on the student’s behalf. Applications should be sent by e-mail to the following address: office@eajs.eu

Since the purpose of the scholarship is to encourage the academic study of Japan by those who have not already had a long-term experience in Japan, applications by Japanese High School graduates will not be considered.

The closing date for applications is 30 April 2010, and the decision will be announced by mid-June. The EAJS has been asked by the Toshiba International Foundation to administer these scholarships, and the decisions will be made by the Council of the EAJS.

Eveline Hanke (VSJF-Redaktion)

4. NACHWUCHS
Der VSJF-Newsletter veröffentlicht gerne Hinweise auf Forschungsarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses, besonders wenn diese nicht im Buchhandel erhältlich sind. Aus Platzgründen bitten wir darum, die Hinweise auf Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten auf 400 Wörter zu beschränken. Senden Sie einfach eine Kurzbeschreibung mit bibliographischen Angaben – möglichst auch unter Angabe einer Kontaktmöglichkeit – an die Redaktion des Newsletters: newsletter@vsjf.net.

Wir bitten, die Ankündigung von Arbeiten mit Bezug zur sozialwissenschaftlichen Japanforschung im weiten Sinne nach folgendem Muster zu gestalten:

Marlies MUSTER: Japanische Parteien im Internet - Eine Analyse der Webauftritte japanischer Parteien als Beitrag zur Erforschung der politischen Kultur im gegenwärtigen Japan. Wien: Phil. Magisterarbeit an der Universität Wien, 2001. 122 Seiten.

Vorname NAME-GROSS+FETT: TITEL der Arbeit kursiv. Ort: Art des Abschlusses und Name der Universität, Jahr. Seitenanzahl.

Abstract: Nicht länger als 400 Wörter - möglichst mit Stichworten zum akademischen Werdegang und Kontaktinfo.

4.1 BACHELOR-, MASTER-, MAGISTER- UND DIPLOMARBEITEN
Es folgen die Forschungsarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses - gegliedert nach Städten beziehungsweise Universitäten.

Magisterarbeiten – Berlin
Alice BUSCHMEIER: Die Kunst des Krieges. Der Kriegsmaler Fujita Tsuguji (1937-1945). Berlin: Magisterarbeit an der Freien Universität Berlin, 2009. 97 Seiten.

Das Thema Propagandamalerei im Zweiten Weltkrieg löst zumeist eine Assoziationskette aus, die sich von künstlerischer Unfreiheit über Begriffe wie das „dunkle Tal" ( kurai tanima 暗い谷間) erstreckt und letztendlich den Einbruch künstlerischer Kreativität beschreibt.
Fujita Tsuguji diente während des Asiatisch-Pazifischen Krieges dem Militär als Kriegsmaler. Er visualisierte zwischen 1937 und 1945 alle wichtigen Schlachten - angefangen vom Krieg gegen China, über den Angriff auf Pearl Harbor und die Einnahme von Singapur. Doch nicht nur die Siege, sondern auch die „heroischen Niederlagen“, wie Attu, Guadalcanal und Saipan fanden visuellen Eingang in die propagandistische Kriegsmalerei.
Fujita, der im westlichen Stil malte und jahrelang im Paris der Vorkriegszeit gelebt hatte, avancierte in den 1940er Jahren in Japan zum Inbegriff der Kriegsmalerei. Im Rahmen der Künstlervereinigungen des Militärs, die mit medienwirksam organisierten Kriegskunstausstellungen das japanische Volk zu beeinflussen suchten, entwickelte sich das Militär allmählich zum Hauptauftragsgeber. Die „dokumentarische Kriegskampagnen-Malerei“ (sakusen kiroku ga 作戦記録画) stellte die Kriegsmaler vor neue Herausforderungen. Die Kriegsmalerei erforderte einen realistischen Stil, der ein Thema schlagwortartig visualisieren und eine meinungsbildende Botschaft transportieren konnte.
In Fujitas Oeuvre ist es bemerkenswert, wie sich die dokumentarischen und propagandistischen Ebenen verschieben. Noch heute sind seine Werke der letzten beiden Kriegsjahre interpretatorisch umstritten. Angesichts der brutalen Szenerien auf den Gemälden zweifelte selbst das Militär an dem erwünschten Mobilisierungseffekt der Bilder. Im Umkehrschluss sahen Forscher in Fujitas Gemälden zuweilen gar kriegskritische Elemente.
Eine detaillierte Bildanalyse von ausgewählten Kriegsbildern erlaubt die kontroversen Assoziationsfacetten aufzugliedern und lässt Fujitas ikonographische Bild- und Motivkomposition erkennen. Dabei lässt sich feststellen, dass zahlreiche europäische Gemälde Fujita für seine Motive Pate standen und ihm als Bildkonserven für die japanische Propaganda dienten. Die Kunst des Krieges war folglich ein ikonographischer Grenzgänger – im Dienst einer Nation versteht sich.

Alice Buschmeier (Freie Universität Berlin), alice.buschmeier@gmx.de


Kristina ENGLER: Die Okinawa Dream Show! Okinawa im Spiegel des Spielfilms „Untamagirū“ von Takamine Tsuyoshi (Gō). Berlin: Magisterarbeit an der Freien Universität Berlin, 2010. 100 Seiten.

Bei dem 1989 entstandenen Spielfilm „Untamagirū“ des Okinawa-Regisseurs Takamine Tsuyoshi (Gō) handelt es sich um dessen mit zeittypischen Verweisungen, Metaphern und Metafiktionen angereicherte kritische, aber dennoch undogmatisch gestaltete und zuweilen tragikomische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität auf Okinawa in den Jahren unmittelbar vor dessen „Rückgabe“ an Japan im Jahre 1972. In Form einer qualitativen Filmanalyse argumentiert diese Arbeit für die Würdigung des Films als ein Beispiel einer etwaigen, zur dominanten (festländischen) japanischen Film-Kultur oppositionellen und alternativen Film-Praxis der in Japan gesellschaftlich marginalisierten Okinawa-Einwohner. Sie erläutert, mit Hilfe welcher filmischen Mittel darin eine Okinawa-Identität etabliert und als hochgradig von kulturellen Ambivalenzen gekennzeichnet akzeptiert wird. In der Kombination verschiedener filmanalytischer Methoden erfolgen Erkenntnisse an das Textuelle, die über das Verstehen der filmischen Geschichte an sich hinausgehen, dabei stets in der Rückbindung des Filmes an kontextuelle Einzelbefunde, die geschichtliche und kulturelle Hintergründe Okinawas beleuchten und sich zusätzlich auf Produktions-, Distributions-, und Rezeptionszusammenhang beziehen.

Kristina Engler (Freie Universität Berlin), KristinaEngler@web.de

(Hannah Eirene Janz, VSJF-Redaktion)



Lorenz PAGENKOPF: Japans Außenpolitik gegenüber Nordkorea: Bedeutung und Einfluss gesellschaftlicher Interessen auf die japanische Außenpolitik vor dem Hintergrund der Entführungsfrage. Berlin: Magisterarbeit an der Freien Universität Berlin, 2009. 133 Seiten.

Nach Kim Jong-ils Eingeständnis im Jahr 2002, dass nordkoreanische Agenten in den 1970er und 80er Jahren tatsächlich für die Entführung von japanischen Staatsbürgern verantwortlich waren, hat sich die sogenannte Entführungsfrage (rachi mondai) zum dominanten Streitpunkt in den bilateralen Beziehungen zwischen Japan und Nordkorea entwickelt. Dies geschah, obwohl die Lösung anderer sicherheitspolitischer Probleme, wie z.B. Nordkoreas Atomwaffenprogramm und Raketentests, durchaus dringlicher erscheint. Experten führen die Dominanz der Entführungsfrage in erster Linie auf das große Interesse der japanische Bevölkerung und Medien und den daraus resultierenden politischen Druck auf die Regierung zurück. Sie argumentieren folglich, dass sich ein ursprünglich rein außenpolitisches Problem zu einer vornehmlich innenpolitischen bzw. gesellschaftlichen Frage entwickelt habe, was in diesem Maße für die japanische Außenpolitik ungewöhnlich ist. Zentrales Ziel dieser Magisterarbeit ist daher die Beantwortung der Frage, wie der große Einfluss gesellschaftlicher Interessen auf Japans Nordkoreapolitik erklärbar ist. Besonderes Augenmerk wird hierzu auf die Rolle und Bedeutung der öffentlichen Meinung, der japanischen Massenmedien sowie der zivilgesellschaftlichen advocacy groups Kazoku-kai und Sukuu-kai gerichtet. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass es durch die gemeinsamen Bemühungen anti-nordkoreanisch eingestellter Akteure gelang, Befürworter einer flexibleren und versöhnlicheren Haltung gegenüber Nordkorea zu marginalisieren. Auf diese Weise konnten anti-nordkoreanische Kräfte ab 2002 das japanische Parlament bzw. die Regierung und somit die Außenpolitik gegenüber Nordkorea dominieren.

Lorenz Pagenkopf (Freie Universität Berlin), lorenz.pakopf@gmx.de

(Hannah Eirene Janz, VSJF-Redaktion)



Christina SCHULZE: Adoption in Japan – Zu den Ursachen für die geringe Verbreitung der Adoption Minderjähriger. Berlin: Magisterarbeit an der Freien Universität Berlin, 2009. 96 Seiten.

Japan kann wohl zu Recht als Adoptionsland bezeichnet werden, denn jedes Jahr werden dort etwa 90.000 Personen adoptiert. Betrachtet man die Zahlen aber genauer, so fällt auf, dass es sich bei etwa 90 % der Adoptierten nicht um Kinder sondern Erwachsene handelt. Nur knapp 10% sind Minderjährige, von denen die meisten bereits mit dem Annehmenden verwandt sind. Fremdadoptionen von Minderjährigen sind in Japan kaum verbreitet und zählen jährlich kaum mehr als 400 Fälle.
Diese Arbeit hatte zum Ziel, durch persönliche Interviews mit Betroffenen und Adoptionsvermittlern, die Auswertung von Umfragen sowie die Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen mögliche Ursachen zu identifizieren, die Einfluss auf die Anzahl vermittelbarer Kinder sowie adoptionswilliger Personen haben.
Könnte es also sein, dass es in Japan kaum bedürftige Kinder gibt, die für eine Adoption infrage kommen? Oder wird der Sorgerechtsanspruch der leiblichen Eltern oder naher Verwandter durch das Gesetz dem Wohl des Kindes vorangestellt, so dass Kinder, die dauerhaft im Heim leben, nicht adoptiert werden können, weil nahe Verwandte dagegen sind? Vielleicht besteht aber auch in der japanischen Gesellschaft kein gesteigertes Interesse an der Adoption von Kindern, da die Bedeutung der Blutsverwandtschaft noch immer groß ist? So hätten Kinder, deren Herkunft unbekannt ist, keine Chance auf eine Adoption, weil noch immer Vorurteile bestehen.
Neben der Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Sonderadoption (tokubetsu yôshiengumi) für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr werden auch gesellschaftliche Faktoren, wie die Bedeutung der Blutsverwandtschaft im Zusammenhang mit dem ie-System, die Diskriminierung lediger Mütter und ihrer Kinder und die Zunahme der Paare in Fruchtbarkeitsbehandlung, analysiert. Zudem erfolgt ein Vergleich der staatlichen Adoptionsvermittlung durch die Jugendämter mit zwei privaten Adoptionsvermittlungen, die als Vorreiter auf ihrem Gebiet bezeichnet werden können.

Christina Schulze (Freie Universität Berlin), Christina.Schulze@daad-alumni.de

(Hannah Eirene Janz, VSJF-Redaktion)



Simon SCHWENKE: Ein Wendepunkt in der japanischen Sicherheitspolitik? Auslandseinsätze der Selbstverteidigungsstreitkräfte. Berlin: Magisterarbeit an der Freien Universität Berlin, 2010. 106 Seiten.

Die Entsendung von Teilen der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (SVS) in den Indischen Ozean nach dem 11. September 2001 und in den Irak nach der Invasion 2003 stellt angesichts der traditionellen Sicherheitspolitik Japans, welche als minimalistischer Ansatz bezeichnet werden kann, einen Wendepunkt dar. Mit dem Gesetz zur Teilnahme an friedenserhaltenden Maßnahmen (PKO-Gesetz) Anfang der 90er Jahre wurde Auslandseinsätzen der SVS unter dem Mandat der Vereinten Nationen zunächst der Weg geebnet. Später wurde mithilfe neuer Richtlinien der geographische Rahmen der Allianz mit den USA deutlich ausgeweitet. Dennoch übertrafen die Einsätze in Übersee nach 2001 den bisherigen politischen und legalen Rahmen.
 Daraus ergibt sich die Frage: Warum handelte die japanische Regierung entgegen der etablierten Linie in der Außen- und Sicherheitspolitik?
Diese Magisterarbeit sieht primär drei Faktoren, die einen gewichtigen Einfluss auf die Entscheidung der japanischen Regierung hatten. Zum einen lässt sich ein Trend hin zum realistischen Verständnis der Sicherheitspolitik in der Öffentlichkeit nachweisen. Zum anderen trug die Formulierung und Durchsetzung der Entsendungspolitik die sichtbare Handschrift eines populären Premierministers, der mit den traditionellen Entscheidungsprozeduren brach und aufgrund der administrativen Reformen von 2001 deutlich präsidialer agieren konnte. Letztlich übte auch das Sicherheitsbündnis mit den USA als mother of all catalysts einen Einfluss auf die Entscheidung aus, japanische Truppen zu entsenden. Die Gefahr, nachhaltigen Schaden am Bündnis aufkommen zu lassen, ist auch heute ein wichtiger außenpolitischer Faktor. Die Arbeit schließt folglich mit dem Fazit, dass Japan eine neue Richtung eingeschlagen hat. Deren Ziel sind eine engere Anbindung an die USA, mehr politischer Freiraum für mögliche Auslandseinsätze der SVS und geringerer Widerstand gegenüber diesen.

Simon Schwenke (Freie Universität Berlin), simon.schwenke@fu-berlin.de

(Hannah Eirene Janz, VSJF-Redaktion)


Magisterarbeiten – Frankfurt
Jan HEDTSTÜCK: Japan als Tourismusland zwischen Hello Kitty und Big Brother - Tourismuspolitik und touristische Selbstinszenierung in Japan. Frankfurt am Main: Magisterarbeit an der J.W. Goethe-Universität, 2009. 137 Seiten.

Dem Tourismus, oft auch als die „wichtigste Industrie des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet, gehört die Zukunft. In einer Welt, der durch die Weltwirtschaftskrise schmerzhaft bewusst geworden ist, dass die klassischen industriellen Bereiche keinesfalls auf ewig mit Wachstumsraten aus dem letzten Jahrhundert weiterwachsen können, verspricht der Tourismus als eine der wenigen Industrien die Möglichkeit von konstanten Wachstumsraten, die es ermöglichen, Arbeitsplatzverluste in anderen Industriebereichen zumindest teilweise zu kompensieren. Um weiter volkswirtschaftliches Wachstum und die damit verbundenen Arbeitsplätze und Umsätze zu gewährleisten, wird Tourismuspolitik zu einem der wichtigsten Aufgabenfelder von Regierungen im 21. Jahrhundert. Die japanische Regierung hat dies erkannt, als sie das Jahr 2003 zum Geburtsjahr des Inboundtourismus nach Japan erklärte und sich das ehrgeizige Ziel setzte, bis zum Jahr 2010 jährlich 10 Millionen Besucher in Japan willkommen heißen zu dürfen. Auf den ersten Blick jedoch konterkarikiert die japanische Regierung ihre Tourismusstimulation mit immer strikter werdenden Maßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus und illegaler Einwanderung, die in dem im November 2007 eingeführten Zwang zur Abgabe von Fingerabdrücken und Fotos von einreisenden Touristen ihren vorläufigen Gipfel fand.
Diesem Widerspruch im policy-making der japanischen Regierung wird sich in mehreren Schritten angenähert. Um jeweils Tourismuspolitik als auch die Einwanderungspolitik Japans zu verstehen, werden beide historisch aufgearbeitet und mit einem Schwerpunkt auf den letzten zehn Jahren analysiert. Gleichzeitig werden mit kulturwissenschaftlichen Methoden die touristischen Selbstinszenierungen Japans im Rahmen der „Visit Japan Campaign“ für die Märkte Deutschland und Südkorea vor dem Hintergrund von Phänomenen wie „Furusato“ und „Stylish Japan“ analysiert. Abschließend werden die Ergebnisse aus den einzelnen Hauptteilen miteinander verknüpft, und es wird der Versuch unternommen, politologische sowie kulturwissenschaftliche Erklärungsmodelle für Japans Tourismuspolitik zu finden.

Jan Hedtstück hat sein Magisterstudium der Japanologie mit den Nebenfächern Betriebswirtschaftslehre und Politologie erfolgreich abgeschlossen.

Jan Hedtstück (Universität Frankfurt), jan.hedtstueck@gmail.com

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)



Angela TROISI: Charaktere-Romane (kyarakuta shôsetsu) und der japanische Literaturmarkt: Figuren, Strategien und Leserinteraktionen im Fall von Fantasy Light-Novels. Frankfurt am Main: Magisterarbeit an der J.W. Goethe-Universität, 2009. 132 Seiten.

Literatur des Fantasygenres erfreut sich weltweit nicht zuletzt aufgrund des durchschlagenden Erfolges von Harry Potter und Verfilmungen von Klassikern wie Tolkien und C. S. Lewis größter Beliebtheit. Auch in Japan hat am westlichen Vorbild angelehnte Fantasy-Litertaur einen festen Platz in der Literaturlandschaft. Doch aus dem Fantasy-Boom der 1980er Jahre heraus entstand über mehrere Etappen hinweg und zusammen mit der Anime- und Manga-Industrie eine neue Literaturform, die etwa seit der Jahrtausendwende unter der Bezeichnung Light Novel die Aufmerksamkeit von Verlagen, Anime-Industrie und Leserschaft auf sich gezogen hat.
Entlang der Linien klassisch-westlicher Fantasy-Erzählungen entstanden die Vorläufer der ersten Light Novels in enger Verbindung mit der Industrie, die Manga, Zeichentrickfilme, Video- und Rollenspiele produzierte. So entwickelte sich seit den den 80er Jahren nicht nur eine wechselseitige Beziehung der Literatur- und Animeindustrie, sondern es vollzog sich auch eine Wandlung innerhalb der Literaturform, die Stereotype der Fantasy mit den Erfolgsrezepten der für die Anime- und Mangaindustrie typischen Figurenschöpfung verband und so eine figurenlastige Form des Romans schuf, die zur Grundform des Light Novels wurde. Der Light Novel präsentiert sich durch diese Entwicklung auch optisch und mit Vermarktungsstrukturen als Bindeglied zwischen Literatur und Merchandise: Mit bunten Covern und Innenillustrationen und einer häufig von Beginn an folgenden Umsetzung in sogenannte kyarakutâ gûzu (mit Figuren-Motiven versehene Produkte) hat der Light Novel neben der literarischen eine deutlich auf Konsum ausgelegte optische Komponente.

Angela Troisi hat ihr Magisterstudium im Hauptfach Japanologie und den Nebenfächern Mittlere und Neuere Geschichte sowie Philosophie erfolgreich abgeschlossen.

Angela Troisi (Universität Frankfurt), angela.troisi@googlemail.com

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)


Magisterarbeit – Hamburg
Ruth ACHENBACH: Wie viel Raum für den Juniorpartner? Eine Fallstudie der japanischen Taiwanpolitik zwischen 1969 und 1978 zur Rolle Japans im Sicherheitsbündnis mit den USA. Hamburg: Magisterarbeit an der Universität Hamburg, 2009. 124 Seiten.

Als Ozawa Ichirō 1993 – unter dem direkten Eindruck der Rolle Japans während des Ersten Golfkriegs – in „Blueprint for a New Japan“ (Nihon Keizō Keikaku) schriftlich festhielt, was viele andere zwar dachten, aber nicht auszusprechen wagten, stieß er damit einen öffentlichen wie politischen Diskurs an, der bis heute andauert: Japan müsse endlich ein „normaler“ Staat werden, so Ozawa. Ein „normaler“ Staat lehne internationale – auch und gerade militärische – Verantwortung nicht mit dem Hinweis auf nationalstaatliche Einschränkungen des Handlungsspielraums ab. Ein „normaler“ Staat verfolge eine klare außenpolitische Linie basierend auf einer transparenten normativen Grundlage (Ozawa 1994: 94–98).
Japans „Anomalie“ ergibt sich aus seiner sogenannten Friedensverfassung, welche in Artikel 9 Japans Möglichkeiten zur Selbstverteidigung beschränkt. Aus der sich daraus ergebenden sicherheitspolitischen Abhängigkeit vom militärischen Bündnispartner USA folgt augenscheinlich auch eine außenpolitische; so folgt Japan bisher zumindest in groben Zügen immer der außenpolitischen Linie der USA. Eine autonome Außenpolitik ist ohne die ausreichende eigene Möglichkeit zur Landesverteidigung nur schwer vorstellbar; eine Aufrüstung ist jedoch weder innenpolitisch tragbar, noch im Hinblick auf Japans Nachbarn außenpolitisch durchsetzbar.
Die Arbeit beleuchtet das oben skizzierte Charakteristikum der japanischen Außenpolitik – die de facto Richtlinienkompetenz der USA in diesem japanischen Politikfeld – anhand des Beispiels von Japans Verhalten in der China-Taiwan-Frage ausführlicher. Japan hatte die Republik China als legitime Vertreterin Gesamtchinas u.a. unter Druck der USA anerkannt und seine Chinapolitik stets eng mit den USA abgestimmt. Nixons Überraschungscoup vom 15. Juli 1971 – seine Ankündigung eines Besuchs in der Volksrepublik China – führte Japan die Notwendigkeit der Reduzierung seiner außenpolitischen Abhängigkeit vor Augen; innerhalb kürzester Zeit erreicht Japan die Normalisierung seiner Beziehungen zur VR China. Die Beziehungen zur Republik China auf Taiwan werden 1972 abgebrochen; ein Schritt, zu dem sich die USA erst sieben Jahre später entscheiden. 1978 schließt Japan einen Friedens- und Freundschaftsvertrag mit der Volksrepublik. Doch auch dieses Vorpreschen bzw. scheinbare Ausbrechen aus den Vorgaben der USA, geschieht letztlich in Absprache mit diesen.
Der methodische Ansatz der Arbeit folgt dem Modell der „two-level games“, in welchem die Entscheidungsträger und ihre Verpflichtung im Mittelpunkt stehen, internationale und nationale Forderungen zu vereinbaren. Nach einer Darstellung der Funktionsweise der japanisch-amerikanischen Sicherheitspartnerschaft und der Grundzüge der aktuellen Debatte um den „normalen“ japanischen Staat, folgt die Fallstudie, die in den Amtszeiten der Premierminister Satō Eisaku, Tanaka Kakuei, Miki Takeo und Fukuda Takeo innen- und außenpolitische Druckverhältnisse für die Taiwanpolitik beleuchtet. Auch wird grob die amerikanische Entscheidungsfindung abgerissen. Die Ergebnisse der Fallstudie werden in den Kontext des Sicherheitsbündnisses eingefügt.

Ruth Achenbach (Universität Hamburg), ruth.achenbach@uni-hamburg.de

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)

Magisterarbeit – Heidelberg
Simone LITZ: Alleinerziehende Mü̈tter im heutigen Japan: Aspekte der gesellschaftlichen Problematik. Heidelberg: Magisterarbeit an der Ruprecht-Karls-Universität, 2009. 86 Seiten.

Diese Magisterarbeit veranschaulicht einen im heutigen Japan mit nur 5 Prozent der Gesamtbevölkerung relativ selten anzutreffenden, aber einen nichtsdestotrotz wichtigen und wachsenden Teil der Gesellschaft: alleinerziehende Mütter. Zur Einführung in das Thema und zur Erläuterung der Problematik wird zunächst ein kurzer Überblick zur Single-Frau gegeben, um allgemeine Vor- und Nachteile des Single-Daseins darzustellen. Im Anschluss werden die Ansichten und Regeln einer Ehe in Japan, sowie auch die Krise der Ehe durch verspätetes oder gar kein Heiraten beleuchtet.
Darauffolgend wird sich den verschiedenen Aspekten des Lebens als alleinerziehende Mutter gewidmet. Nach einer Begriffsdefinition und Darstellung der gebräuchlichen Begriffe zu Alleinerziehenden folgt eine Erläuterung der rechtlichen Grundlagen, sowie der staatlichen Unterstützungen für Single-Mütter. Anschließend werden die verschiedenen Gründe für ein Single-Mutter-Dasein erläutert – Scheidung, Getrenntleben, Tod und außereheliche Geburt. Daraus ergibt sich das Hauptproblem für die meisten Frauen: der wirtschaftliche Faktor. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Aspekte der Arbeit und des Einkommens von Alleinerziehenden analysiert. Um den Sonderstatus Japans in vielerlei Hinsicht zu verdeutlichen, werden diesbezüglich internationale Zahlen und Vergleiche angeführt. Durch die Betrachtung des Phänomens von vielen verschiedenen Sichtweisen und Standpunkten aus soll ein vertieftes Verständnis der gesellschaftlichen Problematik der alleinerziehenden Mütter in Japan entstehen.

Simone Litz (Universität Heidelberg), simonelitz@web.de

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)

Abschlussarbeiten – Leipzig
Christin FANK: Die Konstruktion von „Japan“ im Manga – Am Beispiel von Takahashi Rumikos „Inu Yasha“. Leipzig: Bachelorarbeit an der Universität Leipzig, 2009. 40 Seiten.

Wie wird „Japan“ im Manga dargestellt? Nur weil der Manga ein Produkt der „japanischen“ Kulturindustrie ist, muss er nicht unbedingt „japanische“ Züge aufweisen. Oder? Jaqueline Berndt bezeichnet in ihrem Buch „Phänomen Manga“ den Manga als „staatenlos“. Aber sieht der Leser dem Manga wirklich nicht an, woher er kommt?
Das sind zentrale Fragen, die es in der Arbeit zu beantworten gilt. Dabei ist eines der Hauptanliegen, zu zeigen, dass dieses Charakteristikum der „Staatenlosigkeit“ einerseits nicht zutreffend ist, in einem anderen Zusammenhang je nach Perspektive aber durchaus seine Berechtigung hat. Auf inhaltlicher und gestalterischer Ebene ist die These jedoch nicht haltbar. Manga als Medium spiegelt immer das kulturelle Umfeld wider, so, wie auch der Mangazeichner kaum seinem kulturellen Umfeld entrinnen kann. Frederik Schodt argumentiert, Comics seien eng mit der lokalen Kultur und dem lokalen Gedankengut verwoben, da sie eine Form der Populärkultur darstellen. In welchem Umfang und in welcher Form Kultur und Gedankengut erkennbar sind, hängt in diesem Zusammenhang vom jeweiligen Genre, wie auch von jedem einzelnen Werk ab.
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist die exemplarische Untersuchung des Mangas „Inu Yasha“ von Takahashi Rumiko. Da dieses Werk in verschiedenen Epochen Japans spielt und ebenfalls auf die japanische Sagenwelt zurückgreift, lässt sich an der Vielfalt dieser Charakteristika eine große Bandbreite an Möglichkeiten aufzeigen, durch die „Japan“ in einem Manga konstruiert werden kann.
„Inu Yasha“ ist sowohl in Japan als auch in Deutschland sehr beliebt. Auf dieser Basis konnten einige Thesen zur Rezeption gesammelt werden. Was denken deutsche Rezipienten, wenn sie einen Manga lesen? Nehmen sie diesen als „japanisch“ wahr? Diesen Fragen galt es nachzuspüren.
Übergreifend sollen mit dieser Arbeit anhand der Analyse eines Werkes die Möglichkeiten aufdeckt werden, welche inhaltlichen und gestalterischen Charakteristika eines Manga als „japanisch“ gelesen werden können. Darüber hinaus soll jedoch auch aufgezeigt werden, dass die Rezipienten diese nicht zwangsweise als solche empfinden müssen.

Die Autorin studierte von 2006 bis 2009 Japanologie auf Bachelor an der Universität Leipzig. Seit dem Wintersemester 2009/10 ist sie im dortigen Masterkurs eingeschrieben.

Christin Fank (Universität Leipzig), christin_fank@live.de

(Sebastian Heindel, VSJF-Redaktion)



Claudia KEHL: Mädchenmanga als Transgendermedium – Ein Beitrag zur japanischen Diskussion aus Sicht deutscher Leserinnen. Leipzig: Magisterarbeit an der Universität Leipzig, 2009. 153 Seiten.

Seit den letzten Jahren sind Manga nicht mehr aus dem Bereich der Jugendkultur in Deutschland wegzudenken. Besonders Mädchenmanga (shôjo manga) stehen hierzulande hoch im Kurs. Die Untersuchung der deutschen Mädchenmanga-Szene in Bezug auf ihre soziale Zusammensetzung und die Rezeptionsweisen der Leser sowie die Relation dieser Ergebnisse zu Aussagen in der japanischen Diskussion stellt das Hauptthema dieser Arbeit dar. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine empirisch-quantitativ angelegte Umfrage.
Strukturell gliedert sich die Arbeit in vier Kapitel. Im ersten wird das Medium Manga von der technischen und sozialen Seite als vielfältiges Phänomen erläutert. Das zweite Kapitel befasst sich mit einer chronologischen Analyse der Entwicklung des Mädchenmanga unter Berücksichtigung zentraler Theorien und Diskussionsschwerpunkte. Das dritte Kapitel bildet mit der Untersuchung den Kern der Arbeit. Der vierte Teil bietet eine abschließende Betrachtung.
Drei thematische Komplexe durchziehen die Analyse: 1. Die Zusammensetzung der deutschen Mädchenmanga-Leserschaft in Hinblick auf Alter, Geschlecht und sozioökonomischen Hintergrund. 2. Die vielfältigen Potentiale von Manga in Hinblick auf kommunikative, interaktive und globale Eigenschaften – darunter ist speziell die Fan-Community-Bildung hervorzuheben sowie das Japanbild der Leser in Verbindung mit dem Medium Manga. 3. Aussagen japanischer Autoren zum Thema Mädchenmanga werden auf den Prüfstand gestellt - der Fokus liegt hierbei auf den sogenannten Transgendermanga, Mädchenmanga mit geschlechtsambivalenten Charakteren wie Hosenrolle oder Boys’ Love. Die führenden japanische Autorinnen wie Fujimoto Yukari, Oshiyama Michiko, Nakajima Azusa etc. beschreiben Mädchenmanga oft als subversives Medium, in dem das heterosexuelle System untergraben und dadurch eine fiktive Fluchtmöglichkeit für die Leserinnen geboten wird. Die Favorisierung dieses Aspektes scheint allerdings zu einseitig und soll durch eine Umfrage nach Zuwendungsmotiven und Leseweisen der deutschen Leserschaft untersucht werden.
Die Ergebnisse der Stichprobe zeigen, dass sich die Probanden meist noch in schulischen Institutionen oft höherer Bildung befinden. Manga besitzen zudem ein großes soziales Potential. Sie dienen als Initialzündung zur Bildung von Netzwerken, die sich vorwiegend über das Internet ausbreiten, aber auch in persönlichen Treffen auf Conventions äußern. Die überwiegende Mehrheit interessiert sich aufgrund von Manga für Japan. Dementsprechend ist das Japanbild sehr positiv, zeigt aber überraschenderweise wenige populärkulturelle Elemente. Die Ansichten der japanischen Autorinnen hinsichtlich Mädchenmanga stellten sich zwar nicht als grundlegend falsch heraus, dennoch überwiegen visuelle und humoristische Elemente sowie eine spannende Narration als Zuwendungsmotive.

Die Autorin studiert seit 2002 Japanologie und Soziologie (Magister) an der Universität Leipzig und wird dieses Studium Ende Februar 2010 abschließen. Sie verbrachte zudem einen einjährigen Studienaufenthalt an der Waseda Universität.

Claudia Kehl (Universität Leipzig), ckehl229@googlemail.com

(Sebastian Heindel, VSJF-Redaktion)



Martin ROTH: „Vergemeinschaftung“ und ihre Möglichkeiten. Nachdenken über „Otaku“. Leipzig: Magisterarbeit an der Universität Leipzig, 2009. 131 Seiten.

Manga, Anime und Videospiele aus Japan sind spätestens seit Mitte der 1990er weltweit präsent und erfreuen sich heute großer Popularität. Ihr wachsender Erfolg seit den 1970ern ist eng an die sogenannten Otaku geknüpft, welche allgemein als extreme Fans bestimmter, oft medial vermittelter Inhalte verstanden werden. Die Magisterarbeit prüft die Vermutung, dass die steigende Popularität dieser und ähnlicher kultureller Formationen - auch als „Otaku-Kultur“ bezeichnet - in Japan nicht allein durch die Attraktivität der Inhalte bedingt ist. Als zentrale Ausgangshypothese wird hierbei angenommen, dass um diese Kultur eine Gemeinschaft entsteht. Diese bieten Interessierten vielfältige Möglichkeiten für Identitätsarbeit und Kompetenzerwerb im Kontext heutiger Anforderungen an die persönliche Lebensgestaltung. Die Arbeit bedient sich aktueller theoretischer Ansätze zu Gemeinschaft, Identität und Medien, sowie eigenen Interviewmaterialien aus Japan, welche durch die einschlägige Literatur zum Themenfeld Otaku erweitert wird. In sechs Kapiteln werden zentrale Elemente der Otaku-Kultur hinsichtlich ihrer Bedeutung für die vermutete gemeinschaftliche Struktur untersucht und diskutiert.
Die Analyse bestätigt die Konstituenden, die in der aktuellen Literatur zu Gemeinschaften angeführt werden. Ein Beispiel dafür sind Fachgeschäfte, Events und Zeitschriften, die sich als typische Orte unter Mitwirkung der Otaku herausbilden. Sie tragen maßgeblich zur Stabilisierung und Weiterentwicklung einer szeneähnlichen Otaku-Gemeinschaft bei. Die Otaku-Kultur vereint dabei von Beginn an zahlreiche thematische Felder und vielfältige Handlungsmöglichkeiten, wodurch sie unterschiedliche Gesinnungsmuster, Interessen und Ansprüche bedienen kann. Dementsprechend breit gefächert ist die Vielfalt an Identitätsprojekten, die individuell verfolgt und im gemeinschaftlichen Rahmen sozial eingebettet werden können. Darüber hinaus bieten sich den Akteuren vielfältige Möglichkeiten, Kompetenzen zu erwerben, oder auch Karriere als GestalterInnen der Gemeinschaft oder ihrer Kultur zu machen. Bemerkenswert ist dabei das besondere Kooperationsverhältnis mit kulturindustriellen Produktionen. Die allgemein akzeptierte Mischung von Amateurproduktionen und kommerziellen Produkten trägt in hohem Maße zur Dynamik und anhaltenden Attraktivität der Otaku-Gemeinschaft und ihrer Kultur bei.
Im Zuge fortschreitender Pluralisierungs- und Entgrenzungsprozesse verliert die Gemeinschaft zunehmend ihre interessenübergreifende vergemeinschaftende Kraft. In Reaktion darauf entstehen einzelne Gruppen, die sich entlang verschiedener Interessensgebiete, Generations- oder Gendergrenzen differenzieren. Dadurch müssen vorgestellte Gemeinsamkeiten und Wir-Gefühle immer stärker von den Akteuren selbst hergestellt werden. Kontinuitäten und restabilisierende Entwicklungen, wie mediale Stereotypisierung, die Zunahme von Events und die Möglichkeiten des Internets, wirken diesen Individualisierungstendenzen allerdings entgegen. Sie schaffen weiterhin Kontexte, in denen soziale Beziehungen aufgebaut und aktualisiert werden können und ermöglichen durch die Erfahrung von Anerkennung und sozialer Integration auch heute individuelle Identitätsprojekte.

Der Autor studierte Japanologie und Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität Leipzig. Seit Oktober 2009 promoviert er im Fach Japanologie an der Universität Leipzig zu gegenwärtigen kulturellen Gemeinschaften in Japan.

Martin Roth (Universität Leipzig), roth.me@gmx.de

(Sebastian Heindel, VSJF-Redaktion)


Staatsexamensarbeit – Trier
Manuel THEISEN: Der Beginn des Atomzeitalters – Vergleichende Untersuchungen zu sozialen und kulturellen Reaktionen in Japan und den USA 1945 – 1965. Trier: Staatsexamensarbeit an der Universität Trier, 2008. 123 Seiten.

Diese von Prof. Dr. Lutz Raphael betreute Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wie der Beginn des Atomzeitalters in den ersten zwanzig Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sozial und kulturell verarbeitet wurde. Betrachtungsgegenstand sind die Gesellschaften Japans und der USA, derjenigen Staaten also, deren Historien durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki untrennbar miteinander und mit dem „symbolischen Beginn“ des Atomzeitalters verbunden wurden. Die Jahre 1945 bis 1965 markieren eine Zeit, in der sich die Ungewissheit über das Kommende mit der über das bereits Geschehene vermischte. Die Folgen der Atombombenabwürfe waren noch nicht in ihrem vollen Umfang absehbar, die Folgen des atomaren Wettrüstens waren es ebenso wenig. Trotzdem wurde den Bewohnern Japans und der USA bewusst, dass die Welt sich radikal wandelte: begründet durch den technischen Fortschritt, das anhaltende Wettrüsten und die immer vorhandene Furcht vor dem Atomkrieg lösten sich die räumlichen Grenzen des Krieges auf. Auch die Angst vor der Zerstörung des eigenen Landes, Besitzes oder gar Lebens wurde ihrer Grenzen beraubt. Gleichzeitig sorgte der Glaube an die positiven Einsatzmöglichkeiten der Kernkraft bei vielen für geradezu utopische Zukunftsvorstellungen. Der Beginn des Atomzeitalters im Gesamten hat gerade in den Ländern, die meist in einer Täter-Opfer-Dichotomie erfasst werden, deutliche soziale und kulturelle Produkte hervorgebracht, die nicht nur Wächter und Mahner, sondern auch Gewissen und Zeugen einer neuen Zeit waren. So exemplifiziert in der japaneigenen Gattung der genbaku-bungaku (Atombombenliteratur) als Reaktion auf die Atombomben- abwürfe. Die USA produzierten hingegen einige der signifikantesten Reaktionen auf die atomare Bedrohung der Zeit nach 1949, beispielsweise in der Form der bekannten „duck & cover“-Propagandavideos.
Das Ergebnis der Arbeit soll nicht sein, dass zwanghaft Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen den USA und Japan konstruiert werden. Das Ergebnis soll zeigen, ob es innerhalb des betrachteten Zeitraumes ähnliche oder gar gleiche Reaktionen gab, und falls ja, welcher Art diese waren. Es soll aber gleichzeitig auch im Sinne einer guten Komparatistik aufzeigen, wo die Differenzen lagen oder welche Phänomene der einen Gesellschaft in der anderen vielleicht völlig fehlten. Da der Fokus auf den sozialen und kulturellen Reaktionen liegt, bleiben Bereiche wie die „Politikgeschichte“ bis auf die kurzen Ausführungen des ersten Kapitels außen vor. Ebenso wenig geht es um die Darstellung von Individualgeschichte oder um Memoria- oder Gedächtniskulturforschung. Haben politische Ereignisse oder Individualschicksale allerdings kollektive Phänomene, sozialpsychologische Prozesse oder die Produktion wichtiger Kulturgüter zur Folge gehabt (z.B. die Stiftung des „Friedensmonuments der Kinder“ im Friedenspark Hiroshima als Folge des Leukämietodes der jungen Sasaki Sadako), werden die sozialen oder kulturellen Ergebnisse in die Arbeit eingegliedert. Ein gutes Beispiel hierfür sind die hibakusha (Atombombenopfer Japans), die im eigenen Land diskriminiert wurden, aus deren Leben und Erfahrungen indes eine Unmenge an Kulturgütern entstanden ist. So ergänzen oder bedingen sich viele kulturelle und soziale Phänomene gegenseitig.
Die Arbeit nimmt allerdings keine weitschweifige inhaltliche Analyse aller Ereignisse, Veröffentlichungen oder Prozesse vor, da dies zu weit geht. Die für das Thema relevante Historie und die zu erwähnenden Entwicklungen bis in die Mitte der 60er Jahre werden im ersten Kapitel der Arbeit kurz dargestellt. Im weiteren Verlauf beschäftigt sich die Arbeit anhand einiger ausgewählter Bereiche und Beispiele mit den (sozial)psychologischen und sozialen Reaktionen (wie beispielsweise den Mythen und Diskussionen, die sich um manche Betrachtungsgegenstände drehen) und den kulturellen Reaktion der 40er bis 60er Jahre. Dabei geht es nicht nur um Hochkultur, sondern auch um eher der Populärkultur zugerechnete Phänomene wie beispielweise die Science-Fiction.

Manuel Theisen (Universität Trier), manueltheisen@arcor.de

(Lisa Rodyk, VSJF-Redaktion)

Abschlussarbeiten – Wien
Verena KIENREICH: Neet - not in education, employment or training: junge Menschen fern von beruflichem Alltagsstress; Ausbeuter oder Opfer der japanischen Gesellschaft? Wien: Magisterarbeit an der Universität Wien, 2009. 100 Seiten.

Mit dem in England geprägten Akronym „NEET“ (Not in Education, Employment or Training) werden in Japan junge Menschen im Alter von 15-34 Jahren bezeichnet, die keine Schule besuchen, keiner Arbeit nachgehen und auch keine fortbildenden Kurse absolvieren.
Da die Zahl junger Arbeitsloser in Japan im letzten Jahrzehnt rapide angestiegen ist, wird das Phänomen Neet nicht nur in zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsarbeiten behandelt, sondern auch mehr und mehr in den Medien thematisiert. Im Jahr 2004 zählte man je nach Forschungsergebnis etwa 520.000 bis 850.000 Neet. Im selben Jahr prognostizierte das Dai-Ichi Life Research
Institute für 2005 einen Anstieg der Neet auf 873.000 Personen und für 2010 rechnet man mit einer Anzahl von etwa einer Million. Da diese Prognose auch die japanische Regierung beunruhigte und sie von vielen Seiten zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen gedrängt wurde, arbeitete sie in den vergangenen Jahren einige Projekte und Bildungsprogramme aus. Diese sollen den jungen Menschen nicht nur ermöglichen, Arbeitserfahrung zu sammeln, sondern sie auch unterstützen Bewerbungsschreiben zu verfassen und den nötigen beruflichen Ehrgeiz zu entwickeln bzw. wiederzufinden.
Die Meinungen über den Anstieg der Neet, oder über die Neet selbst, gehen weit auseinander. Während die Medien und große Teile der Bevölkerung von freiwilliger Arbeitslosigkeit sprechen und die heutige Jugend teilweise generell als faul und verwöhnt bezeichnen, bringen japanische Wissenschaftler mehr Verständnis auf und heben mehrheitlich den katastrophalen Arbeitsmarkt bzw. die schlechten Arbeitsbedingungen für Jugendliche hervor. Auch bezüglich der Frage, ob die enorme Medienpräsenz der Neet-Diskussion in den letzten Jahren überhaupt ihre Berechtigung hat, scheint man sich nicht einig werden zu können. Obwohl einige japanische Wissenschaftler über das „künstliche Hochschaukeln“ der Neet-Debatte erbost sind und ein zukünftig noch negativeres Image der Jugend in der japanischen Gesellschaft befürchten, betonen zahlreiche Forschungsarbeiten, so wie auch Regierungsmitglieder, die Wichtigkeit einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Neet-Phänomen. Da die Geburtenrate in Japan stetig sinkt und die Anzahl der Pensionisten hingegen weiter in die Höhe schießt, wird diese in Zukunft wohl tatsächlich unumgänglich sein.

Verena Kienreich (Universität Wien), VerenaKienreich@yahoo.de

(Johannes Kiener, VSJF-Redaktion)



Angelina KRATSCHANOVA: Versuch eines Vergleichs zwischen Fusako Shigenobu von der JRA und Ulrike Meinhof von der RAF. Wien: Magisterarbeit an der Universität Wien, 2009. 123 Seiten.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit Ulrike Meinhof, Gründungsmitglied der Roten Armee Fraktion Deutschlands, und Fusako Shigenobu, Gründungsmitglied der Japanischen Roten Armee, die wie im Zuge der Arbeit dargelegt wird, vergleichbare politische Entwicklungen durchgemacht haben. Aus der 68er Studentenbewegung kommend, innerhalb derer sie sich mit viel Elan engagierten, aber letztendlich den jeweiligen Staat nicht zu verändern vermochten, radikalisierten sie sich. Gemeinsam mit kleinen Gruppen Gleichgesinnter koppelten sie sich von der Gesellschaft ab und erklärten dem Staat den offenen Krieg. Gemeinsam hatten beide den Anspruch, einer politischen Avantgarde anzugehören, während in ihrer Wahrnehmung alle anderen unwissend, geblendet oder verängstigt erschienen. Dieses erhabene Gefühl, an der Erschaffung einer neuen und besseren Gesellschaft beteiligt zu sein, verpflichtete sie zu entschlossenen Taten. Sie lehnten deshalb die bürgerliche Moral, mit der sie aufgewachsen waren, ab und legten sich gemeinsam mit ihren Mitstreitern eine „revolutionäre“ Moral zu, die auch das Töten unbeteiligter Zivilisten zuließ. Sie untermauerten diese durch aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten verschiedener kommunistischer Ideologen, die allerdings in ihrer Gesamtheit unvereinbar waren. Aufopfernd arbeiten sie an der Erschaffung einer Fantasiewelt, deren Beschreibung sie jedoch nicht einmal versucht haben. Letztendlich wurde die Terrorzelle zur einzigen relevanten Gesellschaft für sie.

Angelina Kratschanova (Universität Wien), kratschanova@technikum-wien.at

(Johannes Kiener, VSJF-Redaktion)



Katrin Jumiko LEITNER: Der Firmensport in Japan. Besonderheiten des japanischen Sportförderungssystems am Beispiel Judo. Wien: Magisterarbeit an der Universität Wien, 2009. 146 Seiten.

Während weltweit in vielen Ländern Sportsysteme in erster Linie auf einem Netzwerk an regionalen Sportvereinen aufgebaut ist, stützt sich der Sport in Japan zu einem großen Teil auf den Schulsport und in weiterer Folge auf den Firmensport. Die Sportförderung durch Firmen umfasst sowohl den Leistungssport als auch den Breiten- und Gesundheitssport bzw. Mannschafts- als auch Einzelsportarten. Firmen verschiedenster Branchen sind Gründer und Besitzer eines Sportteams und im klassischen Firmensport sind dessen Sportler ausschließlich Angestellte der Firma. Die Art der Verbindung von Arbeit und Sport ist je nach Firma unterschiedlich und hängt auch davon ab, ob Leistungs-, Breiten- oder Gesundheitssport gefördert wird.
Diese Arbeit behandelt das Firmensportsystem anhand der japanischen Firmenteams im Judo und betrifft hauptsächlich den Bereich Leistungssport, also die Elite im japanischen Judo, wobei jedoch im einen oder anderen Fall zu Vergleichszwecken auch Judoteams mit Breitensport- und Gesundheitssportambitionen analysiert werden. Sie stützt sich auf zwei große Fragen.
Einerseits wird nach den Charakteristika und Besonderheiten des japanischen Firmensportsystems gefragt, was mit einer ausführlichen Beschreibung des gesamten Systems anhand der Judofirmenteams beantwortet wird. Diese Beschreibungen stützen sich in erster Linie auf Informationen einer von der Autorin selbst durchgeführten schriftlichen Befragung unter Sportlern, Trainern und Firmenverantwortlichen von Judofirmenteams in Japan. Die Punkte, die beschrieben werden, umfassen die verschiedenen Arten von Firmenteams, die Aufnahme und den Eintritt in die Firma, die Verbindung von Arbeit und Sport, das Lohn- und Prämiensystem der Firmensportler und schließlich die beruflichen Perspektiven nach dem Ende der sportlichen Karriere.
Andererseits stellt sich die Frage, warum im japanischen Judo auch heute noch zahlreiche Firmenteams bestehen, während es in vielen anderen Sportarten eine große Anzahl an Auflösungen seit den 1990er Jahren gab. Hauptsächlich durch wirtschaftliche Gründe ausgelöst kam es nämlich in den 1990er Jahrenz zum Niedergang bzw. sogar Zerfall des japanischen Firmensports, von dem der japanische Judosport jedoch offensichtlich verschont geblieben ist. Gründe für den Erhalt des Firmensportsystems im japanischen Judo konnten in der Wirtschaft, im Sportmarketing (Werbe-, Medienwert, Sportsponsoring) und im Sportsystem Japans (Professionalisierung im Sport) ausgemacht werden, beinhalteten darüber hinaus aber auch noch die besondere Stellung der Sportart Judo in Japan aufgrund seiner Tradition als einzige japanische olympische Sportart.
Die Ergebnisse der Forschung über den japanischen Judofirmensport bringen die Erkenntnis, dass Judo als Firmensport in Japan zwar erhalten blieb, Veränderungen innerhalb des Systems jedoch nicht aufgehalten werden konnten. Zudem ist eine Tendenz des Wandels vom klassischen Firmensport als Amateursport zu einem modernen System in Richtung „professionalisierten Firmensport“ auszumachen.

Katrin Jumiko Leitner (Universität Wien), leitner_katrin@hotmail.com

(Johannes Kiener, VSJF-Redaktion)



Lydia K. SEDLAKOVIC: Soziales Verhalten von Buben und Mädchen in einem japanischen Kindergarten. Wien: Diplomarbeit an der Universität Wien, 2009. 113 Seiten.

This paper deals with the social behaviour of five year old Japanese boys and girls of a Japanese kindergarten in Tokyo. In this respect similarities and differences between boys and girls were observed. The behaviour of children was not considered as an independent variable, but as a by-product of a cultural and social entity.
After taking into consideration various aspects of gender studies, giving an overview of goals of socialization and instruments and strategies for their achievement, I described the situations observed at the Fujimi kindergarten, in Tokyo, divided into planned activities and game situations, and I commented on the differences between boys and girls. Finally, I had an interview with an experienced kindergarten teacher and a principal about how they interpret children’s behaviour and what were the reasons for their behaviour.
The ability to adapt to society seems to be more developed among girls. Girls point out duties to other children and have a greater ability to assert themselves. The strong relationship between the girls during playtime increases their sense of responsibility towards the group. The intensive communication between them during role plays strengthens their empathy. This fosters their cooperation and sustains the cohesion of the group. When they play games that are untypical for girls, they are ignored by their playmates. On the other hand, boys play in a more chaotic way during playtime, changing their playmates quite often, being in competition with each other, which makes it difficult for the boys to deepen their relationships with other children. Therefore, the group seems to have greater importance for girls than for boys.

Lydia K. Sedlakovic (Universität Wien), professional-sl@hotmail.com

(Johannes Kiener, VSJF-Redaktion)



Dagmar STOIBER-SAKAGUCH: Hunde- und Katzenhaltung in Japan. Wien: Diplomarbeit an der Universität Wien, 2009, 90 Seiten.

Westliche Touristen, die Japan besuchen, sind oft verwundert, wie Hunde und Katzen in Japan gehalten werden. Auf der einen Seite sieht man speziell in ländlichen Gebieten, aber auch in der Stadt, häufig Hunde, die im Freien angekettet oder kurz angebunden sind. Auf der anderen Seite sind japanische Frauen, die kleine, angezogene Hunde spazieren führen oder einen Hund in der Tasche herumtragen, ein Anblick, der sich immer öfter bietet. Dieses Phänomen der zunehmenden Zahl an Tieren, denen ihre Besitzer menschliche Annehmlichkeiten zukommen lassen, koexistiert mit einer Unzahl an schlecht behandelten oder ausgesetzten Haustieren.
Diese Arbeit behandelt die verschiedenen Ausprägungen der Haustierhaltung in Japan und analysiert zugleich die Unterschiede zu Österreich bzw. Europa. Aufgrund von unterschiedlichen historischen, kulturellen und religiösen Einflüssen in Europa und Japan haben sich auch unterschiedliche Einstellungen zu Haustieren herausgebildet. Der Stellenwert von Hunden und Katzen als Haustieren wird daher in Japan bis in die Gegenwart von deren ökonomischem Nutzen bestimmt. Hunden und Katzen kommt hauptsächlich eine Rolle als Wachhund bzw. als Mäusefänger zu. Die eigentlichen Haus- oder Schoßtiere wurden lange Zeit nur von den Adeligen bzw. der Oberschicht gehalten.
Als Trend der letzten zehn Jahre wurde in Japan sichtbar, dass immer mehr Haustiere gehalten werden und diese als Partner oder Familienmitglied und weniger als Hilfe oder Ersatz für menschliche Arbeit angesehen werden. Dieses Phänomen wird auch als Pet-Boom bezeichnet und in der Arbeit eingehend dargestellt, wobei auch extreme Ausprägungen in diesem Zusammenhang thematisiert und deren mögliche Hintergründe diskutiert werden. Als Gründe für den starken Anstieg der Haustierzahlen in Japan und den Wandel in ihrem Stellenwert kann einerseits der Einfluss des Westens und die Globalisierung genannt werden, andererseits dass die Menschen in der modernen technisierten Welt vermehrt die Nähe zur Natur suchen. Außerdem werden der Rückgang der Geburtenrate und die Überalterung Japans als Gründe für den Pet-Boom angegeben. Die Tiere dienen den Menschen als Kinderersatz oder Ersatz für zwischenmenschliche Beziehungen. Folgen des Pet-Booms sind daher auch Vermenschlichungen der Tiere, die in nicht artgerechter Haltung münden, und aufgrund der verbesserten Lebensbedingungen steigende Zahlen an alternden Hunden und Katzen. Obwohl die Akzeptanz von Haustieren allgemein stark anstieg, ändert sich die Einstellung gegenüber den vielen streunenden Tieren in Japan nur sehr langsam. Es bleibt daher zu hoffen, dass der Trend zu einer größeren Wertschätzung von Haustieren kein transienter war, und die Halte- und Lebensbedingungen der Tiere weiter verbessert werden.

Dagmar Stoiber-Sakaguchi (Universität Wien), dagmar.stoiber@meduniwien.ac.at

(Johannes Kiener, VSJF-Redaktion)


4.2 DOKTORARBEITEN
Der VSJF-Newsletter veröffentlicht gerne Hinweise auf Forschungsarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses, besonders wenn diese nicht im Buchhandel erhältlich sind. Aus Platzgründen bitten wir darum, die Hinweise auf Doktorarbeiten auf 600 Wörter zu beschränken. Senden Sie einfach eine Kurzbeschreibung mit bibliographischen Angaben – möglichst auch unter Angabe einer Kontaktmöglichkeit – an die Redaktion des Newsletters: newsletter@vsjf.net.

Wir bitten, die Ankündigung von Doktorarbeiten mit Bezug zur sozialwissenschaftlichen Japanforschung im weiten Sinne nach folgendem Muster zu gestalten:

Gerold MUSTER: Internet-Parteien in Japan - neue extraterrestrische cleavages im pazifischen Becken. Wien (Argonauta Asiatica) 2001. Zugleich Diss. Universität Wien 2001. 350 Seiten.

Vorname NAME-GROSS+FETT: TITEL der Arbeit kursiv. Ort: Art das
Abschlusses und Name der Universität, Jahr. Seitenanzahl.

Abstract: Nicht länger als 600 Wörter - möglichst mit Stichworten zum akademischen Werdegang und Kontaktinfo.

Doktorarbeit – Freiburg
Christian W. SPANG: Karl Haushofer und Japan. Die Rezeption seiner Theorien in der deutschen und japanischen (Geo-)Politik. Freiburg: Dissertation an der Albert-Ludwigs-Universität, 2009. 660 Seiten. Druck in Vorbereitung.

Kontaktinfo: Associate Professor Christian W. Spang, University of Tsukuba (Japan), Graduate School of Humanities and Social Sciences: Modern Languages and Cultures, 1-1-1 Tennodai, Tsukuba, 305-8577 Ibaraki, Japan, Tel./Fax: +81 (0)29-853-5727; E-Mail: spang@daad-alumni.de , Homepage ››

Akademischer Werdegang: Studium in Erlangen, Freiburg i. Br. und Dublin (Trinity College), Magisterabschluss 1997 in Freiburg. Fächerkombination: Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Anglistik. 1998-2000: Monbusho/DAAD-Stipendiat an der Tōkyō Unversität. 2000-2006: „Research Fellow“ am Institute of Asian Cultural Studies der International Christian University (ICU) in Tokyo. 2001-2002: Stipendiat am Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ). Seit 2001 Lehraufträge in Japan: Hōsei Universität (2001-2005), Sophia Universität (2004-2009), Dokkyō Universität (2005-2009), Waseda Universität (2007-09), sowie zuletzt an der Tōkyō Universität und der Keiō Universität (jeweils seit April 2009). Zur Zeit als Associate Professor an der Universität Tsukuba tätig.

Gliederung: „Einleitung“, „Biographische Grundlagen“, „Geopolitik und außenpolitische Theorie“, „Haushofer als Vermittler zwischen Deutschland und Japan“, „Der Einfluss der Geopolitik auf Theorie und Praxis der japanischen Expansion“ sowie „Resümee und Ausblick“. Hinzu kommen ein umfangreiches „Quellen- und Literaturverzeichnis“ sowie diverse Anhänge.

Inhalt: Seit den 1970er Jahren entstanden mehrere Monographien zu Karl Haushofer (1869-1946), von denen jedoch keine Haushofers Japanaufenthalt als erster bayerischer Militärbeobachter (1909/10) bzw. dessen Einfluss auf die deutsch-japanischen Beziehungen oder die Rezeption seiner Ideen in Japan im Detail untersucht. Diese Lücke zu schließen war der Anlass, sich intensiv mit dem Themenkomplex „Haushofer und Japan“ zu beschäftigen. Die Arbeit basiert auf Recherchen in deutschen sowie japanischen Archiven und Bibliotheken. Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung stellt darüber hinaus die Analyse der zeitgenössischen Fachliteratur beider Länder dar.
Aufgrund seiner mannigfaltigen Aktivitäten, die u.a. eine vielbeachtete monatliche Radiosendung zur politischen Lage, den sogenannten „Weltpolitischen Monatsbericht“, umfasste, war Haushofer seit Mitte der 1920er Jahre – weit über Deutschlands Grenzen hinaus – eine bekannte Persönlichkeit. Insbesondere in Japan wurde die von ihm begründete deutsche Geopolitik (ebenso wie die Arbeiten Carl Schmidts und anderer „Lebensraum-Theoretiker“) von vielen Geographen und Politikwissenschaftlern rezipiert. In den USA dagegen entstand eine Verschwörungstheorie, die darauf hinauslief, Hitlers Kriegsstrategie basiere auf Haushofers Konzepten. Auf dieser Grundlage entwickelte sich nach dem Kriegsausbruch in Europa 1939 eine intensive alliierte Anti-Haushofer Propaganda, die bis heute nachwirkt. Dies zeigt z.B. der schlecht recherchierte History Channel Beitrag „Last Secret of the Axis“ (2001).
Haushofers Asienreise war die Basis seiner wichtigsten außenpolitischen Theorien, der „Kontinentalblock“-Idee (Kooperation zwischen Deutschland, der UdSSR und Japan) und der These einer geopolitischen „Einheit der Monsunländer“. Seine Kontakte sowie seine vielen Veröffentlichungen sowohl zu Japan als auch zu Deutschland machten ihn zum idealen Vermittler zwischen dem „Dritten Reich“ und Japan. Auch wenn er stets im Hintergrund blieb, wirkte er im akademischen sowie semi-diplomatischen Bereich an der bilateralen Annäherung der Zwischenkriegszeit mit. Ohne seine weitreichenden persönlichen Beziehungen und seine in Deutschland ebenso wie in Japan verbreiteten Publikationen hätte die deutsche Geopolitik kaum einen so großen Einfluss in Japan erreichen können. Die Darstellung enthüllt die Verbindungslinien zwischen der deutschen und der japanischen Geopolitik (chiseigaku), die u.a. den Expansionsbestrebungen der 1930/40er Jahre („Großostasiatische Wohlstandssphähre“, daitōa kyōeiken) als Rechtfertigungsmuster diente.

Die Arbeit wurde mit „summa cum laude“ bewertet und am 21. Oktober 2009 mit dem „Gerhard-Ritter-Preis“ der Albert-Ludwigs-Universität ausgezeichnet. Link ››

Christian Spang (Tsukuba Universität), spang@daad-alumni.de

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)

Doktorarbeit – Düsseldorf
Julia SCHMITZ: Nationalisierte Mütterlichkeit als Phänomen der Moderne. Frauenzeitschriften in Japan, Deutschland und Italien in den 1930er Jahren. Düsseldorf: Dissertation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2009. Druck in Vorbereitung.

Kontaktinfo: Dr. des. Julia Schmitz, Institut für Modernes Japan, Lehrstuhl I Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsstraße 1, 40225 Düsseldorf, Tel: +49-(0)211-81-14709, Julia.Schmitz@phil-fak.uni-duesseldorf.de

Akademischer Werdegang: 1998-2003 Studium der Romanischen Philologie (Italianistik), Japanologie und Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; 2003 Magisterabschluss; seit 2004 Promotionsvorhaben in dem Fach „Modernes Japan“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; 2004-2005 wissenschaftliche Hilfskraft am Ostasieninstitut, Modernes Japan, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; seit 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ostasieninstitut, Modernes Japan, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Inhalt: Im Zuge der weltweit stattfindenden Modernisierungs- und Nationalisierungsprozesse des 19. Jahrhunderts entstanden neue Identifikationsangebote in den sich zunehmend ausdifferenzierenden Gesellschaften. Vor allem die drei Kategorien Nation, Kultur und Gender ersetzten bis dahin gültige vormoderne Orientierungsmuster und stellten somit integrative Leitkategorien der Moderne dar. In ihrer wechselseitigen Aufeinanderbezogenheit wirkten sie konstituierend auf die Bildung einer kollektiven Identität und damit auch auf die Bildung eines Nationalstaats. Um nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen in die moderne Nation zu integrieren, galt die Mutterrolle als Weiblichkeitsideal: Die Frauen konnten so durch die Erfüllung ihrer reproduktiven Funktion der Nation dienen, ohne die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die Zuordnung der Geschlechter in die streng definierten Bereiche der Öffentlichkeit (Männer) und Privatheit (Frauen) zu gefährden. Darüber hinaus kann die Mutterrolle durch die ihr zugeschriebenen nationalisierten und kulturalisierten Funktionen im Spannungsfeld von Nation, Kultur und Gender positioniert werden. Somit besteht eine Annahme der Arbeit darin, dass Konstruktionen von Mütterlichkeit konstitutiv für die Bildung und Umsetzung von Nationen und nationalistischen Ideologien sind. Gerade in extrem nationalistischen Regimes (wie z.B. die der 1930er und 1940er Jahre) wird die Verbindung mit den drei oben genannten Kategorien intensiviert und dadurch besonders deutlich.
Die Dissertation beschäftigt sich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit der Frage nach der Funktionalisierung von Mütterlichkeit sowie deren mediale Repräsentation zur Verwirklichung nationalistischer Ziele in den drei exemplarisch ausgewählten Ländern Japan, Deutschland und Italien der 1930er Jahre. Als Beitrag zur Forschung, die insbesondere die Kategorien Nation und Gender fokussiert, analysiert die Arbeit, welche Argumentationsstrategien und Konstruktionsmechanismen in Frauenzeitschriften existierten, die es ermöglichten, Mütterlichkeit im Kontext extrem nationalistischer Regimes als nationale und kulturelle Besonderheit zu legitimieren. Bei den exemplarisch ausgewählten und untersuchten Zeitschriften handelt es sich um die Katei (Japan), die N.S. Frauen-Warte (Deutschland) und die Il Giornale della Donna (Italien).
Zur Bearbeitung dieser Zielsetzung haben sich als besonders ergiebig die Diskurstheorie und -analyse (orientiert an Foucault sowie an dem Konzept der Kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger) sowie die Einbeziehung des Textverständnisses des New Historicism gezeigt. Die Perspektive der Gender Studies, vor allem deren Forderung nach dekonstruktivistischen Sichtweisen, und der „invented traditions“ (nach Hobsbawm/Ranger), also die Berufung auf alte Werte, Normen und Strukturen zur Legitimierung moderner Konstrukte, waren ebenfalls fruchtbar.
Im Vergleich stellte sich heraus, dass Mütterlichkeit in allen drei Ländern auf diskursiver Ebene stark auf die eigene Nation bezogen wurde und dadurch eine nationalisierte Mütterlichkeit konstruiert wurde. Jedoch gab es in den drei Themenfeldern „Wesen und Charakter der Frau/Mutter“, „Familie“ und „Nation“ unter den Ländern auch gewisse Ähnlichkeiten, wie z.B. die diskursive Gleichsetzung von Mütterlichkeit und Nation. Außerdem konnte anhand der Diskursanalyse aufgezeigt werden, dass nur bestimmte Diskursstränge der jeweiligen nationalistischen Ideologie Eingang in die ausgewählten Frauenmagazine gefunden haben. Dabei war es wichtig, dass diese Diskursstränge mit den ‚weiblichen’ Lebenswelten in Verbindung gebracht werden konnten. Bezogen auf die Wechselwirkung der Kategorien Nation, Kultur und Gender ließen die Ergebnisse als mögliche Schlussfolgerung zu, dass diese Wechselwirkung im Kontext eines extremen Nationalismus zusätzlich verstärkt und verengt wird. Dabei bildet gerade die Verankerung der Mütterlichkeitsdiskurse in dem kategorialen Spannungsfeld eine konstitutive Grundlage für die Verwirklichung und Etablierung extrem nationalistischer Regimes. Demzufolge besteht so lange die Gefahr der Nationalisierung/Funktionalisierung von Mütterlichkeit, wie die wechselseitige Aufeinanderbezogenheit der drei Kategorien gültig ist und nicht aufgelöst wird.
Durch die Analyse konnte also eine Strukturierung von Mütterlichkeitskonzepten aufgezeigt werden, die aufgrund der kulturvergleichenden Perspektive eine länderübergreifende Explizierung der Thematik innerhalb der Genderforschung erlaubt. Die Arbeit trägt insgesamt dazu bei, Konstruktionsmechanismen bestimmter Genderstrukturen und deren Verbindung mit den Kategorien Nation/Nationalismus und Kultur in der Vorkriegszeit herauszuarbeiten, die auch prägend für die Jahre nach 1945 waren und deren Auswirkungen noch bis heute zu spüren sind.

Julia Schmitz (Universität Düsseldorf), Julia.Schmitz@phil-fak.uni-duesseldorf.de

(Eveline Hanke, VSJF-Redaktion)

Doktorarbeit – Halle
Susanne BRUCKSCH: Ungleiche Partner, gleiche Interessen? Umweltkooperationen zwischen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Umweltorganisationen in Japan. Halle-Wittenberg: Dissertation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2010. 369 Seiten. Druck in Vorbereitung.

Das Prinzip partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren avancierte seit Beginn der 1990er Jahre nicht nur auf internationaler Ebene, sondern auch in Japan zum zukunftsweisenden Lösungsansatz drängender Umweltprobleme. Im gleichen Zeitraum ist ein kontinuierlicher Zuwachs bilateraler Kooperationen zwischen Großunternehmen und zivilen Umweltorganisationen in Japan unübersehbar: also jenen Akteuren, die sich an der Konfliktlinie zwischen ökonomischen Interessen und ökologischen Ansprüchen gegenüberstehen, und bisher wenig dafür bekannt waren, einen ausdrücklich kooperativen Bezug zueinander zu pflegen.

Auf der Suche nach den Ursachen für den anhaltenden Zuwachs fragt die Arbeit vorwiegend nach den Faktoren für die Entstehung und die Ausgestaltung bilateraler Umweltkooperationen zwischen Großunternehmen und zivilgesellschaftlichen Umweltorganisationen in der Gegenwart. Die Untersuchung liefert dabei Erkenntnisse (1) über die Position ziviler Organisationen im soziopolitischen Machtgefüge Japans und (2) die Folgen für die Machbarkeit partnerschaftlicher Problemlösungsansätze im Rahmen umweltpolitischer Steuerung. Hierbei nimmt die Arbeit aus zivilgesellschaftlicher Sicht den Aspekt in den Blick, dass zivile Organisationen u.a. als integraler Bestandteil einer kritischen Öffentlichkeit fungieren (z.B. die ökologische Verantwortung großer Konzerne thematisieren). Um die aufgeworfenen Forschungsfragen zu beantworten, fokussiert die Untersuchung die zeitliche Dimension, den Inhalt der Kooperationsprojekte, den Symmetriegrad zwischen den Kooperationspartnern sowie die Merkmale des wechselseitigen Ressourcentauschs.

Die Analyse nährte schnell Zweifel daran, dass der ökologische Imperativ und die Favorisierung kooperativer Lösungen für Unternehmen und zivile Umweltorganisationen als Handlungsanreiz ausreichen, um sich in transsektoralen Kooperationen zu engagieren. Vielmehr kristallisieren sich das Prinzip des Eigennutzes und der Reziprozität als entscheidender Kooperationsanreiz heraus. Während im Japan der Gegenwart repressive Anreize durch japanische Umweltorganisationen im Gegensatz zum US-amerikanischen und europäischen Raum so gut wie keine Rolle spielen, stellt die japanische Diskussion über soziale Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility (CSR)) die Erosion öffentlichen Vertrauens in privatwirtschaftliche Unternehmen als wichtige Ursache heraus.

Im ersten Teil diskutiert die Arbeit zunächst den Stand der Forschung. Hierbei arbeitet sie die Erkenntnisse zur Handlungslogik zivilgesellschaftlicher und privatwirtschaftlicher Akteure heraus und hinterfragt diese auf erkennbare Zusammenhänge zu ihren Kooperationsmustern. Die tauschtheoretischen Überlegungen nach James Samuel Coleman dienen als theoretischer Erklärungsansatz, der die zentralen Begriffe wechselseitigen Transfers materieller und immaterieller Ressourcen, nutzenoptimierender Eigeninteressen, Reziprozität interaktiven Handelns und des sozialen Handlungskontextes zu einem schlüssigen Erklärungsmodell zusammenfügt. Am Ende des ersten Teils skizziert die Arbeit die Handlungssituation ziviler Umweltorganisationen und Großunternehmen in Japan und eruiert ihre unterschiedlichen Interessenlagen, die beide Seiten in die Zusammenarbeit einbringen.

Die zentralen Bestandteile des zweiten Teils bilden eine quantitative Datenerhebung und eine qualitative Fallbeispieluntersuchung. Ihre Notwendigkeit begründet sich aus den mangelnden Forschungsergebnissen zu transsektoralen Umweltkooperationen in Japan. Deshalb ist diese Arbeit vorwiegend als explorative Studie konzipiert. Die quantitative Datenerhebung führt eine dezidierte Korrelationsprüfung zwischen einzelnen Akteurseigenschaften und Kooperationsmotiven einerseits und den Merkmalsausprägungen kooperativer Interaktionsmuster andererseits durch. Die Analyse drei ausgewählter Fallbeispiele präzisiert hernach das Zusammenspiel verschiedener Akteurseigenschaften mit variierenden Kooperationsmustern. Dieses Vorgehen erlaubt am Schluss, generalisierende Aussagen hinsichtlich des Wesens steigender Kooperationszahlen und seiner gesamtgesellschaftlichen Implikationen zu treffen.

Als Resümee lässt sich festhalten, dass es der überwiegenden Mehrheit japanischer Umweltorganisationen nicht gelingt, sich in Umweltkooperationen neben Großunternehmen als ebenbürtige Partner zu positionieren. Als wichtigste Ursache kristallisiert sich ihr ausgeprägter Mangel an materiellen und personellen Ressourcen heraus. Der Zuwachs transsektoraler Umweltkooperationen bedeutet also keine grundlegende Verbesserung der allgemein schwachen Stellung ziviler Umweltorganisationen im soziopolitischen Machtgefüge Japans. Im Gegenteil, als treibende Kraft hinter dem Zuwachs setzen mehrheitlich die Unternehmen die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit. Dieser Umstand bedingt allerdings, dass selten das Kerngeschäft thematisiert wird, so dass Umweltkooperationen vorrangig als Instrument bürgerschaftlich-philanthropischen Engagements dienen. Ihr Gehalt hinsichtlich umweltpolitischer Steuerung bleibt damit allerdings beschränkt.

Susanne Brucksch (Freie Universität Berlin), susanne.brucksch@fu-berlin.de

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)

Laufendes Dissertationsprojekt – Berlin
Julian PLENEFISCH: Globales Bewusstsein im vormodernen Japan (1800-1850). Dissertationsprojekt an der Freien Universität Berlin.

Seit den 1980er Jahren stehen in der geschichtswissenschaftlichen Debatte sowohl die nationale Selbstbezogenheit der Geschichtsschreibung als auch das Verständnis von Nation an sich zur Diskussion. Nationen und Kulturen werden seitdem von der Transferforschung als Ergebnisse globaler reziproker Verflechtungen interpretiert.
Wird mittlerweile dieses Paradigma für Untersuchungsobjekte des späten 19. und des 20. Jahrhunderts anerkannt, sind die Auswirkungen globaler Verflechtungen insbesondere für außereuropäische Gesellschaften des frühen 19. Jahrhunderts weiterhin umstritten. Die Transferforschung geht davon aus, dass bewusste oder unbewusste Austausch- und Übersetzungsprozesse historisch weiter zurückreichen, als es im gängigen Geschichtsbild bislang zum Ausdruck kommt. Die Auswirkungen dieser Prozesse wirkten jedoch nicht nur homogenisierend. Sie stärkten auch immer den Antagonismus zwischen den Menschen. Der westliche Nationalstaat wird in diesem Zusammenhang nicht nur als Akteur, sondern bereits als Produkt globaler Verflechtungen interpretiert. Daran anschließend betrachtet die Globalgeschichtsforschung den Zusammenhang zwischen globaler Verflechtung und einem Wandel des Bewusstseins kultureller Akteure. Wissens- und Kulturtransfers stärken das globale Bewusstsein kultureller Akteure und führen dadurch zu einem neuen Verständnis von Identität und Grenzen.
In der historischen Japanforschung gelten im Allgemeinen die in der Meiji-Restauration mündenden gesellschaftlichen Umwälzungen als Beginn der Nationalstaatenbildung, die mit den Reformen der 1870er bis 1890er Jahren ihren Abschluss fand. Dem klassischen Verständnis von globaler Verflechtung folgend, würde Japans Einbindung in globale Verflechtung somit erst nach der Meiji-Restauration beginnen können. Es gilt aber zu prüfen, ob die Ansätze der Transfer- und Globalgeschichtsforschungen ein neues Verständnis für die politischen und kulturellen Umwälzungen in der japanischen Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts bieten können.
Hier setzt die Dissertation an und fragt, ob bei kulturellen Akteuren in Japan bereits zwischen 1800 und 1850 ein gesteigertes globales Bewusstsein ausgemacht werden kann. Hat dieses globale Bewusstsein in irgendeiner Weise zu einer veränderten Selbst- und Fremdwahrnehmung und damit zur Formierung eines „japanischen Nationalgefühls“ beigetragen?
Die Hypothese der Arbeit ist, dass die Interaktion mit Russland seit der Expansion des Zarenreichs an den Pazifik für die Herausbildung eines japanischen Nationalbewusstseins entscheidender war als die gewaltsame Öffnung des Landes durch die US-Expeditionsflotte 1853/54. Die seit 1792 laufenden Verhandlungen zwischen russischen und japanischen Gesandtschaften über die Öffnung japanischer Häfen, sowie die kriegerischen Zusammenstößen um Ezo, Sachalin und den Kurilen Inseln seit 1800 schärften das topografische Bewusstsein kultureller Akteure in Japan. Der Austausch von gestrandeten Seeleuten und die Übersetzung westlicher Texte beschleunigten den Transfer von westlichem Wissen in die japanische Gesellschaft. Die in diesem Kontext in japanischen Intellektuellenkreisen entstandenen Diskurse führten bei den Zeitgenossen zu einem neuen kulturellen und identitären Bewusstsein und stärkten den Sinn für Abgrenzung. Dieser Sinn für Abgrenzung führte jedoch über eine Annäherung an das westliche Nationalstaatenkonzept.
Ein gesteigertes globales Bewusstsein unter den kulturellen Akteuren Japans zwischen 1800 und 1850 wird durch konkrete Fallstudien zu Akteuren der Mito-Schule (mitogaku) und der Nationalen Schule (kokugaku) aufgezeigt. Anhand von Traditionsquellen wie Pamphleten, offenen Briefen, Periodika etc. wird ein Wandel im Verständnis von Nation, Kultur und Gesellschaft nachgewiesen. In der Untersuchung wird somit vor allem der Transfer westlichen Wissens in das eigene kulturelle Referenzsystem und die damit verbundene Veränderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung im Zentrum stehen.
Mit der Erforschung des globalen Bewusstseins kultureller Akteure und dessen Zusammenhang mit der weltweiten Proliferation des Nationalstaates nach westlichem Vorbild durch Kolonialismus und Globalisierung reiht sich diese Arbeit zu Forschungen von Sebastian Conrad, Christopher Hill, Manu Goswami, Joshua A. Fogel, Hamashita Takeshi u.v.a.

Tipps, Anmerkungen und Fragen sind immer willkommen.

Julian Plenefisch (Freie Universität Berlin), julian.plenefisch@fu-berlin.de

(Alice Buschmeier, VSJF-Redaktion)


5. ANHANG
Auf Anforderung können Sie von der Newsletter-Redaktion folgende Formblätter erhalten:

(a) neue Publikationen von VSJF-Mitgliedern
(b) Ankündigungen der Mitglieder

Sie können diese Formblätter nutzen, um der Redaktion des Newsletters der VSJF Neuigkeiten aus Ihrer wissenschaftlichen Arbeit mitzuteilen. Die Adresse der Redaktion finden Sie auch auf der Kontaktseite unserer Website.

Sie können die Angaben aber auch einfach per E-Mail an die Redaktion schicken: newsletter@vsjf.net.

Bei der Geschäftsstelle der VSJF (im Menü unter Kontakt) finden Sie Formblätter für folgende Zwecke:

(c) Adressensänderungen
(d) VSJF-ExpertInnenverzeichnis
(e) Aufnahmeantrag

Sie können diese Formblätter nutzen, um der Geschäftsstelle der Vereinigung Änderungen Ihrer Daten oder Informationen für eine VSJF-Datenbank zur japanbezogenen Expertise mitzuteilen oder um der Vereinigung beizutreten.

Sie können diese Informationen aber auch über Formulare auf der VSJF-Homepage an die Geschäftsstelle weiterleiten.

Ein elektronisches Formular für den Beitritt zur VSJF finden Sie unter dem Menüpunkt "Mitgliedschaft".

Für Änderungen in Ihrem persönlichen Datenblatt steht Ihnen ebenfalls ein elektronisches Formular zur Verfügung.

Achtung: Zu diesem Formular haben Sie nur mit Hilfe Ihres persönlichen Benutzernamens und Passwortes Zugang. Die Geschäftsstelle hat Ihnen diese Informationen im Frühjahr 2002 zugesandt. Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle.

Sie können Ihr Anliegen oder Ihre Informationen auch einfach per E-Mail an die Geschäftsstelle schicken: secretary_general@vsjf.net.
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