VSJF-Jahrestagung 2019:
Programm der Vorträge in den Fachgruppen


Gemeinsames Programm der Fachgruppe Bildung / Erziehung
und der Fachgruppe Soziologie / Sozialanthropologie

Leitung: Karsten Helmholz, M.A. (Universität Hamburg)
Dr. Stephanie Osawa (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Prof. Dr. Carola Hommerich (Sophia University Tokyo)
Dr. Celia Spoden (Medizinische Hochschule Hannover)

16:00-16:40  Dr. des. Ami Kobayashi (Universität Düsseldorf/Landau): Kollektiverziehung in Japan: Schulbildung und die Entstehung neuer Schichten nach dem Zweiten Weltkrieg

A.S. Makarenko (1888 – 1939) war einer der einflussreichsten Pädagogen nach dem Zweiten Weltkrieg. Einerseits galt seine „Kollektiverziehung“ als offizielle Pädagogik der Sowjetunion, anderseits rezipierten nicht wenige kapitalistische Länder wie Japan Makarenkos Pädagogik. Obwohl sich die japanische Gesellschaft allgemein eher an der us-amerikanischen und kapitalistischen Gesellschaft orientierte, orientierte sich der japanische Lehrerverband stark an der Pädagogik der Sowjetunion, um ihren Wiederstand gegen das staatliche Erziehungsprogramm zu stützen.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist zwar von Makarenkos Kollektiverziehung nichts mehr zu hören. Allerdings sind die Nachwirkungen davon immer noch in der japanischen Schulpraxis und bei japanischen Unternehmern zu beobachten. In meinem Vortrag möchte ich mein Forschungsvorhaben vorstellen, in dem „Kollektiverziehung“ in Japan untersucht wird. Dabei liegen besondere Forschungsschwerpunkte auf (1) außercurricularen und außerschulischen Bereichen, die besonderes von Makarenkos Ideen geprägt waren, und (2) auf Aspekten von Gender und Sexualitäten des scheinbar geschlechtsneutralen „Schülerkollektivs” sowie „Lehrerkollektivs“. Da die Forschung als Teilprojekt eines KAKEN-Projektes läuft, in dem die Entstehung neuer Schichten durch die Nachkriegsschulbildung untersucht wird, wird auch kurz das gesamte KAKEN-Projekt vorgestellt.

16:40-17:20  Vincent Lesch, M.A. (Universität Hamburg): Nicht-formale Erziehung und zivilgesellschaftliches Engagement: Der Fall einer kostenlosen Nachhilfeschule für Kinder aus sozialschwachen Familien

Die Nachfrage nach Bildung hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund des gesellschaftlichen Wandels und der Globalisierung deutlich verändert. Zunehmende Bildungs- und Chancenungleichheiten (u.a. Chiavacci und Hommerich 2017; Fujihara und Ishida 2016) sowie eine wachsende Notwendigkeit, in Bildung zu investieren (Entrich 2016), haben dazu geführt, dass die traditionellen Akteure im japanischen Bildungssystem diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Dies hat nicht nur gravierende Auswirkungen auf formale Bildung und profitorientierte Bildungsangebote, sondern es ist auch eine zunehmende Beteiligung der Zivilgesellschaft im Bildungssektor zu beobachten (Okano 2016). Nicht nur der privatwirtschaftliche Sektor, in welchem zusätzliche Bildungsangebote z.B. an Nachhilfeschulen (juku) seit langem schon zum Alltag eines japanischen Schülers gehören (Entrich 2018), sondern auch die Zivilgesellschaft hat neuerdings eine immer größere Rolle in der Vermittlung von Wissen und Bildung in den unterschiedlichsten Bereichen.

Der Vortrag befasst sich mit dem ergänzenden Bildungsangebot einer NPO-geleiteten Nachhilfeschule für schulpflichtige Kinder aus sozialschwachen Familien. Er untersucht, wie sich die Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Akteuren in den letzten Jahren gewandelt hat und analysiert die Konsequenzen für die betroffenen Schüler, ihre Familien sowie für das japanische Bildungswesen. Obwohl zusätzliche Bildungsangebote, die Schüler auf die nächste Schulstufe vorbereiten, oft kostenintensiv sind, nehmen sozialschwache Familien solche kostenlosen Angebote von zivilgesellschaftlichen Akteuren wie beispielsweise der NPO, welche im Zentrum dieser Untersuchung steht, nur zögerlich wahr.

Okano’s (2016) Konzept der nicht-formalen Bildung (nonformal education), welche sich mit Bildung außerhalb des staatlichen Systems befasst, bildet bei dieser Untersuchung das Rahmengerüst, um eine umfassendere und ganzheitliche Betrachtung der von NPOs oder anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren bereitgestellten zusätzlichen Bildungsprogramme zu ermöglichen und Vorteile sowie Grenzen solcher Programme aufzuzeigen. Es werden ethnographische Daten präsentiert, die ein besseres Verständnis über die Tätigkeit dieser NPO-geleiteten Nachhilfeschule auf der Mikro-Ebene ermöglichen. Die Daten wurden während umfassender Feldforschung in Tokyo (Juni – Aug. 2017, Feb. 2018, Okt. 2018) durch teilnehmende Beobachtung während des Unterrichts der NPO-geführten kostenlosen Nachhilfeschule für Grund- und Mittelschüler und persönlichen Kommunikationen mit NPO Gründern, freiwilligen Lehrern, Unterstützern der NPO sowie den Schülern gesammelt. Auffällig ist hier einerseits, dass ein Großteil der Kinder, welche das Programm nutzen, aus Haushalten mit alleinerziehenden Müttern stammen und andererseits – was für Japan eher untypisch ist – die NPO sich vollständig von staatlicher Unterstützung, Förderung und Vorgaben fernhält.

Die vorliegende NPO ist ein Beispiel für eine zivilgesellschaftliche Organisation, die aufgrund eines spezifischen Problems, gegen welches das japanische Bildungssystem nur unzureichende Maßnahmen ergreift, gegründet wurde, es weitgehend ohne formale Unterstützung der Regierung zu lösen versucht und seinen Aufgabenbereich zielgerichtet ausweitet. In einem System, welches durch ministeriale Kontrolle geprägt ist (u.a. Ogawa 2009, 2014; Pekkanen 2006; Schwartz und Pharr 2003), ist dies ein vielversprechendes Untersuchungsobjekt für eine weitgehend unabhängige Form des zivilgesellschaftlichen Handelns im japanischen Bildungssektor.

17:20-18:00  Sabrina Wägerle, M.A. (Universität Bonn/Universität Tsukuba/Korea University Seoul): Sexlosigkeit in post-bubble Japan —Versuch einer diskursanalytischen Begriffsdekonstruktion

In den neunziger Jahren scheint in Japan neben der Wirtschaft auch das Sexleben vieler Ehen einzuknicken. Sogenannte セックスレス・カップル sexlose Paare, ein Neologismus geprägt durch den Psychiater ABE Teruo, gerät in den wissenschaftlichen Fokus, als ABE seine erste Fallstudie über den plötzlichen Anstieg von Paaren vorstellt, die aufgrund ihres fehlenden Sexlebens in seiner Praxis Beratung suchen. Die „Japanische Vereinigung für Sexualwissenschaft“ befördert den Diskurs, in dem sie den Begriff „sexlos“ ausführlich definiert und weiteren wissenschaftlichen Studien unterzieht. Ab Mitte der 1990er Jahre verbreitet sich der Begriff sodann in der Gesellschaft mit der Konsequenz, dass selbst die Regierung auf ihn aufmerksam wird, da sie sich um die fallenden Geburtenraten sorgt. Die japanische Medienlandschaft verzeichnet einen Anstieg an Publikationen und Umfragen, die sich mit der Häufigkeit des ehelichen Beischlafs beschäftigen, veröffentlichen stetig steigende Raten sexloser Paare. Ist Japan das Land der Asexualität geworden, wie westliche Medien gerne berichten?

Dieser Beitrag versucht anhand diskursanalytischer Überlegungen und wissenssoziologischen Theorien, den Begriff „sexlos“ und seine Entstehung zu dekonstruieren. Er zeichnet den Ursprung des Diskurses über „Sexlosigkeit“ im medizinischen Feld bis zu seiner gesellschaftlichen und medialen Ausbreitung nach. Dieses Thema ist bisher kaum bearbeitet: die wenigen vorhandenen Studien konzentrieren sich auf die Frage Warum Paare wohl sexlos werden, und lassen beiseite, wie dieser Begriff Japans Diskurs über Sexualität zu verändern vermochte. Der Produktionsprozess von Wissen über „Sexlosigkeit“ ähnelt dem Verlauf, den Foucault für Sexualität in westlichen Gesellschaften ausmachte, und eine Untersuchung mag daher Interessantes über das Verständnis von Sexualität sowie deren soziale Konstruktion und Vorbedingungen zu Tage bringen. Zudem sollen ähnliche Entwicklungen in u.a. Südkorea, den USA, etc. kurz vorgestellt und eingeordnet werden.


Gemeinsames Programm der Fachgruppe Technik
und der Fachgruppe Kultur / Medien

Leitung: Dr. Susanne Brucksch (Deutsches Institut für Japanstudien, Tokyo)
Dr. Cosima Wagner (Freie Universität Berlin)

16:00  Begrüßung

16:05-16:35  Dr. Florian Meißner (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Media reporting of industrial disasters in Japan

Japanese media has developed sophisticated techniques of disaster reporting (saigai hōdō) that aim at contributing to mitigation efforts (Meissner 2018). However, while the media routinely and effectively covers the informational needs of those victimized by, for instance, earthquakes or heavy rainfalls, reporting of industrial disasters resulting from technological mismanagement has often failed to cover these needs and provide adequate risk communication.

The speaker will reflect on the causes based on a literature review as well as his own data, by particularly focusing on industrial disasters resulting from technological mismanagement. The presentation refers to three cases that can be considered pivotal for Japanese media reporting: 1) the lead-poisoning scandal in Kumamoto prefecture in the 1950s and 60s that caused the infamous Minamata disease; 2) the problem of dioxin pollution, which was much debated in the 1980s; and 3) the Fukushima Nuclear Disaster in 2011. He will then discuss various factors that hamper risk communication by media organizations in Japan and introduce new journalistic initiatives, which show that it is possible to bypass these challenges.

16:35-17:05  Dr. Michaela Oberwinkler (Eberhard Karls Universität Tübingen): Die Rolle von Stickern in der japanischen digitalen Kommunikation

Seit der Einführung von Stickern (sutanpu) durch den in Japan weit verbreiteten Messenger LINE im Jahre 2011 nehmen Sticker in der japanischen digitalen Kommunikation eine immer wichtigere Rolle ein. Sticker unterscheiden sich von anderen Graphicons wie Emoticons oder Emojis durch ihre Größe, ihre Vielseitigkeit und durch die Tatsache, dass sie wie Bilder einzeln verschickt werden müssen und nicht in eine Textnachricht integriert werden können. Da für die Darstellungen auf den Stickern mehr Platz als bei den anderen Graphicons zur Verfügung steht, können die Bilder mit wesentlich mehr Details gestaltet werden. Dazu gehören beispielsweise in das Bild eingebundene Textelemente.

Für eine genauere Untersuchung der Sticker wurde ein kleines Korpus bestehend aus 505 Screenshots von alltäglicher LINE-Kommunikation von 140 Studierenden aus Kyoto erstellt. Auf den Screenshots sind 764 Sticker abgebildet, die in ihrem jeweiligen Kontext soziolinguistisch analysiert wurden. Die Ergebnisse zeigen gender-spezifische Unterschiede nicht nur in der Wahl der Bilder, sondern auch bezüglich der Funktionen, zu welchem Zweck und in welcher Situation Sticker gewählt werden.

17:05 – 17:35  Markus Hoffmann B.A. (Universität Wien): Hensachi als Technologie zur Bewertung von Universitäten – Diskussion einer explorativen Fallstudie unter Studierenden in Japan

In letzter Zeit haben sich sowohl die Meldungen über Änderungen in der Hochschulfinanzierung als auch über Manipulationen bei den Aufnahmeprüfungen in Japan gehäuft. Als ein Grund wird die geringe Anzahl von Universitäten in Japan genannt, die auf „Weltklasse-Level“ gebracht werden sollen u.a. mit dem Ziel, bei globalen Universitätsrankings besser abzuschneiden. Daneben versuchen scheinbar mehr Hochschulen ihren Anteil an internationalen Studierenden und Fakultätsmitgliedern zu erhöhen. Gleichzeitig existieren in Japan gefestigte Hierarchien zwischen den Universitäten, die sich nicht an den Indikatoren für globale Rankings orientieren (z.B. Publikationsquote), sondern sich durch den Schwierigkeitsgrad der Aufnahmeprüfungen manifestieren.

Derartige Rankings scheinen für die meisten angehenden Studierenden von Relevanz zu sein. Daraus resultiert die Frage, wie nehmen angehende Studierende diese Art des Universitätsrankings wahr bei ihrer Universitätswahl? In diesem Masterprojekt habe ich fünf japanische Studierende zu ihren Erfahrungen an Universitäten interviewt. Dazu verwende ich die Actor-Network-Theory als konzeptuelle Landkarte, um herauszufinden, wie relevant diese Schwierigkeitsrankings (hensachi) in der Praxis für Studierende sind. Dabei gehe ich ebenso darauf ein, welche Rolle hensachi als Technologie dabei spielen. Hensachi stellt das gängige technische Tool dar, Universitäten auszuwählen und zu bewerten. Es findet beispielsweise in Schulen, Nachhilfeschulen (juku) und der Arbeitsvermittlung Einsatz.

17:35 – 18:00  Offenes Forum: Werkstattberichte und Diskussion


Gemeinsames Programm der Fachgruppe Geschichte
und der Fachgruppe Stadt- und Regionalforschung

Leitung: Prof. Dr. Thomas Feldhoff (Ruhr-Universität Bochum)
Dr. Anke Scherer (Ruhr-Universität Bochum)
Dr. Torsten Weber (Deutsches Institut für Japanstudien, Tokyo)

16:00-17:00  Jana Katzenberg, M.A. (Universität zu Köln): Die Rolle des Ausländischen und der Internationalisierung in der Kulturgeschichte Harajukus von der Nachkriegszeit bis heute

In meiner Forschung zur Bedeutung des Tokyoter Stadtviertels Harajuku für die Modeszene fällt die Diskrepanz zwischen seinen beschränkten Ausmaßen von kaum 2 Quadratkilometern, und seiner großen nationalen wie internationalen Relevanz in der Popkultur auf. Versucht man, sich seiner ganz eigenen Logik und Entstehungsgeschichte anzunähern und seine Strahlkraft zu verstehen, ist es dieser Kontrast, der das Viertel vom Rest Tokyos unterscheidet.

In seiner gesamten Entwicklung zeigt sich als einer der roten Fäden die besondere Rolle des Ausländischen. Ob es sich um direkten Kontakt mit dem Fremden, dessen „authentische“ Repräsentation oder freiere Imagination handelt, in jedem Fall ist dieses Konstrukt ein wirkmächtiges Element in der Formung der Identität dieses Viertels.

Während die parallele Nutzung Harajukus durch Konsumentenschichten mit verschiedensten Vorlieben sich durch komplexe, sozial gesteuerte Mapping-Prozesse erklären lässt, folgt die Rolle des Internationalen aus einem vielschichtiges Geflecht aus teils in die direkte Nachkriegszeit zurückreichenden, teils erst in den letzten Jahren aufgekommenen historischen Entwicklungen. Diese möchte ich in meinem Vortrag, gestützt auf Interviews mit prägenden Akteuren aus Harajukus Geschichte, Medieninhalten und vor Ort durchgeführten Beobachtungen, aufzeigen.

Internationale Einflüsse erreichten die ehemals stille Gegend um den Meiji Jingū bereits mit den amerikanischen Offiziersunterkünften, die nach Kriegsende im Yoyogipark entstanden. In der Folge haben Athleten der Olympischen Spiele 1964, Clubkids, Patissiers und Popstars jeweils auf ihre Weise die Internationalisierung vorangetrieben. In Zusammenarbeit mit den lokalen Kreativen haben sie allesamt dazu beigetragen, das Image zu prägen, welches heute wiederum Harajuku selbst über nationale Grenzen hinaus als Touristenattraktion erscheinen lässt.

17:00-18:00  Dr. Florentine Koppenborg (Bavarian School of Public Policy (HfP), Technical University Munich): How safe is safe?

This paper contributes to debates about trust (deficits) in the government after 3/11 and rural areas surrounding nuclear power plants as epicenters of government opposition. The March 2011 nuclear accident eroded trust in the safety of nuclear power plants. It prompted large anti-nuclear demonstrations across Japan, but most prevalent in Tokyo. In response, government bodies in charge of nuclear safety measures were reformed, resulting in the establishment of the Nuclear Regulation Authority (NRA, Genshiryoku kisei iinkai) in 2012. The NRA pledged to implement strict measures to protect people’s lives and to regain public trust in nuclear safety. Despite thorough and time consuming safety checks to that end, a new wave of protests emerged, particularly in rural areas near nuclear power plants. What is the bone of contention fueling local opposition?

Drawing on the concepts of anzen and anshin, this paper illuminates the ongoing struggle over interpreting nuclear safety among politicians, regulators, citizen groups, and the judiciary. The judiciary provided an avenue to challenge decision of the safety agency, which citizen group utilized by filing lawsuits against reactor restarts. Due to the courts’ ability to shut down nuclear reactors, their rulings have strong implications regarding the future of nuclear power in Japan. Investigating the position of the Abe administration, the NRA, the plaintiffs, and different courts on the safety of reactor restarts revealed considerable tensions between the government’s desire to provide reassurance (anshin), the NRA’s science-based approach to safety (anzen) and local residents’ desire for even stronger precautions. As well as a divided judiciary embroiled in the conflict. The findings presented contribute an understanding of where citizen distrust in the nuclear safety administration lingers and how this drew more rural communities into the conflict over nuclear reactor restarts.


Programm der Fachgruppe Politik

Leitung: Dr. Kerstin Lukner (AREA Ruhr / Universität Duisburg-Essen)

16:00-16:40  Dr. Florentine Koppenborg (Bavarian School of Public Policy (HfP), Technical University Munich): The politics of nuclear reactor restarts

This paper seaks to debates about policy change following a crisis, such as an accident. The March 2011 nuclear accident (3/11) shook Japan’s nuclear power centred energy policy to its core. But the pro-nuclear Liberal Democratic Party’s (LDP) return to government, in December 2012, put an end to phase out debates and there were strong signs of policy continuity. Prime Minister Abe Shinzo pushed for quick restarts of nuclear reactors and his government adopted an energy strategy of continued reliance on nuclear power. Despite political and administrative support, nuclear reactor restarts were progressing slowly, resulting in a share of below two percent nuclear power in 2016 with dim outlooks for a significant future increase. This paper sheds light on this puzzle by investigating the politics of nuclear reactor restarts.

Schattschneider’s (1961) notion of conflict scope, where the number of actors involved determines policy outcomes, framed the comparison of political conflict over nuclear reactors pre and post 2011. The key finding was fundamentally altered conditions for implementing nuclear policy after 3/11. First, a newly established safety agency, the Nuclear Regulation Authority, conducted thorough safety checks in an independent manner, defying expectations of regulatory capture and swift restart approval. Second, a wave of lawsuits targeting nuclear reactor restarts embroiled the judiciary in the conflict. Diverging ruling signalled the end of the courts’ role as gatekeepers for pro-nuclear actors. This expanded conflict scope created a barrier for reactor restarts. As a result, the powerful nuclear power ‘iron triangle’, centred on the LDP, the Ministry of Economy, Trade and Industry, and the nuclear industry, which previously controlled both nuclear policy decision making and implementation, lost its implementation power to an extended conflict scope over nuclear reactors restarts. What this paper contributes to policy process literature is the insight that seemingly small changes in policy implementation can lead to policy continuity only on paper, highlighting the importance of assessing both decision-making and implementation in assessments of policy change.

[Schattschneider, Elmer E. (1961): The Semi- sovereign People: A Realist’s View of Democracy in America. New York: Holt, Rinehart and Winston.]

16:40-17:20 Anne-Sophie König, M.A. (LMU München) und Stefanie Schwarte, M.A. (LMU München): Conversion of U.S. military bases in Okinawa: The case of Shintoshin, Naha

With the end of the Second World War the Allied Forces constructed military bases on Japanese and German territory. While Germany was divided between the US, France, Great Britain, and the Soviet Union, Japan only hosted US troops that concentrated on its southernmost territory, the Ryūkyū Islands. When the US officially returned Okinawa to Japanese sovereignty in 1972 military presence in the region was reduced. A bilateral treaty under US President Bill Clinton and the Japanese Prime Minister Ryūtarō Hashimoto set off a second wave of conversions in the mid-1990s. Nonetheless, hopes of the Okinawans that most of the US military would in consequence leave the island were betrayed (Vogt 2018). Until today life in Okinawa is shaped by the presence of the US forces as about one fifth of the area of the main island is leased and used by the US military (MOD 2017: 288). Subsequently in 2013, the two governments agreed upon that the US military forces in Japan should be reorganized and the political goal to relocate several bases and the respective armed forces within Okinawa prefecture was reiterated. Over 70 percent of all US troops in Japan are still stationed on various bases in Okinawa (MOD 2017: 288), but with the current political climate conversion of more military owned land can be anticipated. Considering the public interest in conversion of military land, we examine to what extent local residents, landowners as well as economic actors were included in the decision-making processes concerning the future use of military land returned to civilian use. Further, we investigate the societal and economic effects on the respective municipalities after completed conversions.

Our case study Shintoshin, a district of Naha-city, is considered a prime example of successful conversion. The US military used the area as a residential quarter for civil military employees. Through conversion, a diverse and multi-use city center was created by involving a variety of actors in the decision-making process. Through the case of Shintoshin we aim to illustrate the processes and effects of military base conversion. The fieldwork was conducted in 2019 as part of the DAAD-funded project in collaboration with a research team of Ryūkyū University „Militärkonversionen in Deutschland und Okinawa/Japan: Herausforderungen und Potenziale aus politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht“.

[Sources: MOD, Ministry of Defense Japan (2017): Defense of Japan 2017. (=Annual White Paper) http://www.mod.go.jp/e/publ/w_paper/2017.html (Zugriff am 11.10.2019)

Vogt, Gabriele (2018): Political Protest from the Periphery: Social Movements and Global Citizenship in Okinawa. In: Chiavacci, David und Julia Obinger (Hrsg.): Social Movements and Political Activism in Contemporary Japan: Re-emerging from Invisibility. London: Routledge (The Mobilization Series on Social Movements, Protest, and Culture), S. 71–92.]

17:20-18:00  Aya Adachi, M.A. (AREA Ruhr / Universität Duisburg-Essen): Linking Differences in Preferential Trade Agreements to Domestic Structures: The Cases of China and Japan

The research question of why Preferential Trade Agreements (PTAs) differ in form and scope is addressed by analyzing the role of domestic structures. More specifically, different patterns of state- market relations are identified to assess varying degrees of capacity in shaping and participating in different forms and modes of regional economic cooperation. China and Japan are presented as compelling case studies, not only because they are two important and competitive regional initiators of PTAs that have not yet concluded an agreement that include each other but also due to their differences in political systems and state-market relations. The method of process-tracing is applied to identify relevant actors and the institutional settings in which they operate and to qualitatively analyze the causal mechanisms underlying the negotiations and implementation of ASEAN-China Free Trade Agreement and the agreements between ASEAN members and Japan between 2000-2015.

The main findings of this PhD project show that Chinese PTAs reflect Chinese domestic structures consisting of a state-dominated economy but yet highly fragmented state-market relations that require a flexible framework for actors to implement and utilize the agreement. In contrast, the Japanese setting allows interest groups to participate during negotiations more openly: as a result, negotiations take longer but outcomes of the more comprehensive and legally sound Japanese PTAs are more aligned with utilization and complements Japan’s shift from a coordinated market economy towards a more liberal ‘regulatory state’. Furthermore, these two different models of PTAs have regional economic governance implications in the long term: while China is promoting a supplementary and informal approach to regional and global governance, Japan is supporting a regulatory-based governance more comparable to the US or the EU and in line with the WTO and the Washington Consensus. Finally, this dissertation goes beyond conventional discussions of Sino-Japanese rivalry as an explanation for incoherence in regionalism by arguing that the incompatibility of China and Japan’s approaches to regional economic governance are also grounded in domestic structures.