Protokoll der Mitgliederversammlung 2020 der Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Japanforschung e.V. (VSJF)

Am 21. November 2020, um 9 Uhr (deutscher Zeit), aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die SARS-Cov2 Pandemie abgehalten via Zoom.

 

TOP 1 Begrüßung und Verabschiedung der Tagesordnung

Anke Scherer begrüßt als erste Vorsitzende die Mitglieder im Namen des Vorstands. Alle Mitglieder des Vorstands sind anwesend (Anna Wiemann, Steffen Heinrich, Karsten Helmholz, Susanne Brucksch, Harald Conrad und Carola Hommerich). Die Einladung zur Mitgliederversammlung war fristgerecht am 20.10.2020 an alle Mitglieder versandt worden. Die Tagesordnung war der Einladung beigefügt. Diese Tagesordnung wird unverändert angenommen. Die Anwesenheitsliste wird über die Teilnehmerliste des Zoom-Meetings erstellt. Zuvor waren alle Mitglieder gebeten worden, sich mit ihrem vollständigen Namen einzuwählen.

TOP 2 Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung 2019

Das Protokoll der Mitgliederversammlung 2019, das auf der Webseite der VSJF für alle zugänglich ist, wird ohne Änderungen genehmigt.

TOP 3 Bericht des Vorstandes

  • Steffen Heinrich informiert über die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Diese sanken im letzten Jahr von 250 auf 218. Dies ist nicht auf Austritte zurückzuführen, sondern auf die Fortführung der strikten Überprüfung von Beitragszahlung und Erreichbarkeit. Jetzt ist das Mitgliederverzeichnis wieder auf dem neuesten Stand.
  • Harald Conrad stellt den Finanzbericht vor. Die finanzielle Entwicklung ist positiv (Kontostand 19.11.2019: 6.991,49 EUR; 16.11.2020: 10.764,71 EUR). Dies lässt sich unter anderem auf Spenden und die Auflösung eines Sparbuches zurückführen. Durch die Umstellung auf eine neue Vereinssoftware im letzten Jahr konnte das Mitgliederverzeichnis aufgeräumt werden. Dank an Elisabeth Scherer bei der Umstellung auf die neue Software. Da im Jahr 2020 keine Kosten für eine Jahrestagung entstehen, kann ein Finanzpolster aufgebaut werden. Die Mitglieder werden gebeten ihre Daten aktuell zu halten. Insbesondere Veränderungen der E-Mail-Adresse und postalischen Adresse sollen der Geschäftsstelle (Steffen Heinrich) bitte per E-Mail mitgeteilt werden: secretary_general@vsjf.net

TOP 4 Stand der Planung der Jahrestagung 2020 (verschoben auf November 2021)

Anna Wiemann berichtet, dass die für 2020 geplante Jahrestagung zum Thema „Deviance and Norms in Times of Change in Japan“ aufgrund der Einschränkungen durch die SARS Cov2 Pandemie um ein Jahr verschoben wurde. Die VSJF wird dadurch 2021 zwei Tagungen abhalten.

Die ursprünglich für November 2021 geplante Jahrestagung zu „Change and Continuity – 10 years after 3/11” wird vorgezogen und findet am 19. März 2021 als Hybrid-Format in Deutschland und Japan statt. Florentine Koppenborg, Anna Wiemann, und Tobias Weiß organisieren die Konferenz zusammen mit dem JDZB in Berlin und dem DIJ in Tokyo. Die Thyssen Stiftung und die Universität Zürich geben finanzielle Unterstützung. Bei Notwendigkeit wird auf ein Online-Format umgestellt. Das Programm wird bald veröffentlicht.

Die ursprünglich für 2020 geplante Jahrestagung zum Thema „Deviance and Norms in Times of Change in Japan“ wurde um ein Jahr verschoben. Sie findet vom 19.-21. November 2021 an der Universität Zürich statt. Dank an die Organisatoren David Chiavacci und Gabriele Vogt. David Chiavacci berichtet, dass alle Vortragenden bereits auch für 2021 zugesagt haben. Drittmittel ließen sich ebenfalls verschieben. Die Organisatoren hoffen, dass eine Präsenztagung möglich sein wird. Bei Notwendigkeit wird alternativ auf ein Hybrid- oder Online-Format umgestellt.

TOP 5 Stand der Planung der Jahrestagung 2021 (vorverlegt auf März 2021)

Anna Wiemann dankt noch einmal allen Organisatoren für die Flexibilität, die Konferenzen zu verschieben und bittet um Themenvorschläge für die Jahrestagung 2022. Mögliche Organisatoren werden gebeten, Anna Wiemann oder auch andere Mitglieder des Vorstands zu kontaktieren.

TOP 6 Sonstiges

Bericht zum FID Asien – CrossAsia (Dr. Ursula Flache, Staatsbibliothek zu Berlin)

Der Fachinformationsdienst (FID) Asien mit dem Portal CrossAsia (https://crossasia.org) wird von der Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gemeinsam in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg und dem Südasien-Institut Heidelberg betreut. Er versteht sich als Infrastruktur für Forschung und Lehre mit dem fachlichen Verantwortungsprofil Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften inkl. Wirtschaft sowie der regionalen Zuständigkeit für Ost-, Zentral-, Südost- und Südasien.

Die FID Asien Infrastruktur folgt den FAIR Data Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable und Reusable) und agiert als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Forschung und Bibliotheken im Kontext Erschließung und Digitalisierung, elektronisches Publizieren, Meta- und Forschungsdatenmanagement sowie den Digital Humanities (https://blog.crossasia.org/about/). Sie ist offen für die Zusammenarbeit mit Satellitenprojekten Dritter z.B. in den Bereichen Digitalisierung, Daten-Präsentation, Erschließung und digitale Editionen. In der laufenden Förderphase bestehen Satellitenprojekte mit der Japanologie der Ruhr-Universität Bochum (Digitalisierung der Siebold-Sammlung) sowie der Südostasienkunde an der Universität Passau (Digitalisierung der Dia-Sammlung Esche zu Myanmar).

Die vom FID Asien betriebene Repositoriumsinfrastruktur (ITR, Integrated Text Repository, https://crossasia.org/service/crossasia-lab/crossasia-itr/) umfasst sowohl lizenzierte Inhalte (Ressourcen mit Japan-Bezug derzeit: Adam Matthew – Foreign Office Files Japan, Adam Matthew – Meiji Japan, The Japan Chronicle (1902-1940), Mobilizing East Asia (1931-1954), 日本古典書籍 – Classical  Works of Japan) als auch Forschungs- und wissenschaftliche Bilddaten. Sie kann neben der Speicherung auch für Mehrwertdienste im Rahmen der Digital Humanities genutzt werden.

Der Antrag für die 3. Förderphase 2022-2024 des FID Asien muss bis Ende April 2021 bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht werden. Geplant ist die Konzentration auf die Kerndienstleistungen, wie den Medienerwerb und die Bereitstellung (Digitization on Demand bzw. Blauer Leihverkehr), wobei ein stärkerer Fokus auf die verbesserte Sichtbarkeit der einzelnen Regionen gelegt werden soll. Forschungsdaten (Beratung, FD-Broker, ggf. Speicherung) und der Betrieb der Infrastruktur für Projekte Dritter sind weitere wichtige Themen. Um den nächsten Antrag unter neuen Förderbedingungen mit der Wissenschaft, Forschung und forschungsnahen Lehre gut im Vorfeld abzustimmen, sind Online-Workshops für Anfang 2021 geplant. Gleichzeitig werden die Fachbeiräte in die Beratung einbezogen. Der VSJF wird herzlich gedankt für die kontinuierliche Unterstützung und insbesondere für die Beteiligung am wissenschaftlichen Fachbeirat des FID Asien, die aktuell von Frau Prof. Cornelia Reiher wahrgenommen wird. Die diesjährige Sitzung fand am 23. Januar 2020 statt. Der Termin für die nächste Sitzung steht noch nicht fest. Der FID Asien hofft auch weiterhin auf die Befürwortung durch die VSJF.

Aktuell läuft bis Mitte Dezember 2020 ein Testzugang für die Kunstzeitschrift Bijutsu Shinpô (美術新報). Wie immer bei Testzugängen wird dringend um schriftliche Rückmeldung gebeten, wenn eine dauerhafte Lizenzierung gewünscht wird.

Der erweiterte Zugriff auf die digitalen Sammlungen der National Diet Library (NDL) in Tokyo ist zwar inzwischen für ausländische Institutionen möglich, aber die Antragstellung für eine Teilnahme am so genannten 図書館向けデジタル化資料送信サービス (Digital Contents Transmission Service) der NDL hat sich aufgrund rechtlicher Bedenken verzögert. Es ist nicht sicher, ob letztlich ein Antrag gestellt werden kann.

Die über CrossAsia angebotene Datenbank Needs Financial Quest (NFQ), welche Firmendaten enthält, wird wegen geringer Nutzung nur noch ein Jahr angeboten bis Herbst 2021. Wenn eine Lizenzierung darüber hinaus gewünscht wird, ist eine schriftliche Rückmeldung zwingend notwendig. Falls jemand eine Übung zu NFQ für Studierende durchführen möchte, können dafür max. 10 Demo IDs pro Übung beim Anbieter erfragt werden. Eine Meldung zwei Wochen vor dem gewünschten Übungstermin ist notwendig.

Wie bereits über die J-Studienliste angekündigt, werden während des Semesters laufend offene Web-Seminare mit CrossAsia Einführungen zu unterschiedlichen Themen angeboten. Die Termine und weitere Informationsmaterialien finden sich gebündelt im CrossAsia Classroom (https://blog.crossasia.org/classroom/). Zudem können gerne Web-Seminare für einzelne Kurse zu anderen Terminen vereinbart werden.

Bei Fragen oder Wünschen bitte gerne direkt melden: x-asia@sbb.spk-berlin.de. Laufende Informationen zu den Aktivitäten des FID Asien finden sich im CrossAsia Blog (https://blog.crossasia.org/).

 

Japan Jahrbuch

Das Japan Jahrbuch 2020 ist erschienen und bereits elektronisch verschickt worden; reguläre Mitglieder erhalten in Kürze auch die gedruckte Version. Anke Scherer dankt den Herausgeber*innen David Chiavacci und Iris Wieczorek. David Chiavacci dankt den Gutachtern und ermutigt vor allem auch MA-Studenten zu Einreichungen ihrer Abschlussarbeiten für das Japan Jahrbuch 2021. Der neue Call for Papers erscheint in den nächsten Wochen.

Stellungnahme japanischer Wissenschaftsrat

Anke Scherer bittet um Meinungsaustausch zu einer möglichen Stellungnahme der VSJF zur Ablehnung der Nominierung von sechs WissenschaftlerInnen in den Japanischen Wissenschaftsrat durch Premierminister Suga. Ilse Lenz befürwortet eine Stellungnahme, da die Freiheit sozialwissenschaftlicher Forschung in Japan bedroht sei. Evelyn Schulz erläutert den offenen Brief der Gesellschaft für Japanforschung e.V. an Premierminister Suga. Christoph Brumann spricht dem Vorstand Autonomie einer Stellungnahme zu. Im Chat werden ebenfalls zustimmende Kommentare zu einer Stellungnahme gepostet. Anke Scherer dankt für die Diskussion und den Auftrag an den Vorstand, sich für die Freiheit der Wissenschaft einzusetzen.

Hochschulgesetz Bayern

Gabriele Vogt erläutert die anstehende Reform des Hochschulgesetzes in Bayern. Konkret geht es darin um die Umstellung der Universität als Körperschaft mit weitgehender Selbstverwaltung und einem „Generaletat“ sowie der Selbstbestimmung darüber, welche Gremien weiterhin existieren. So können beispielweise Lehrdeputate flexibilisiert werden. Der Hochschulrat mit einer teilweise außeruniversitären Besetzung erhält vergleichsweise viel Macht. Die gesamte Orientierung geht in Richtung unternehmerisches Denken, was sich negativ auf die Kleinen Fächer auswirken kann, da diese weniger direkt ökonomisch/gesellschaftlich verwertbaren Output (Transfer) als andere „große“ Fächer haben. Sie appelliert an eine gemeinsame Positionierung der Fachverbände, um öffentlich Bedenken zu äußern. Anke Scherer bestätigt die Bereitschaft der VSJF, hieran mitzuarbeiten, und schlägt die Einrichtung einer Arbeitsgruppe sowie die aktive Vernetzung mit anderen Fachgesellschaften der Asienwissenschaften vor. Claudia Derichs regt an, sich auch mit der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde zu vernetzen. Evelyn Schulz bekundet für die Gesellschaft für Japanforschung die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Carola Hommerich (Protokollantin)

Anke Scherer (Erste Vorsitzende)

Stefanie Schwarte (VSJF-Mitglied)